Volleyball
Fataler Einbruch im dritten Satz – Schönenwerd verliert gegen Lugano

Schönenwerd baute gegen Lugano nach gutem Beginn stark ab und verlor mit 1:3. Titelverteidiger Lugano ist dank diesem Sieg sicher, wie bereits 2013 und 2014, im Playoff-Final.

Raphael Wermelinger
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Schönenwerd-Topskorer Jan Schnider versucht vergebens den Luganesi-Angriff zu neutralisieren.

Schönenwerd-Topskorer Jan Schnider versucht vergebens den Luganesi-Angriff zu neutralisieren.

Hansruedi Aeschbacher

Der TV Schönenwerd verliert auch das zweite Duell in der Finalrunde gegen den amtierenden Meister Lugano. Die Niederämter boten dem Leader zwar lange Zeit Paroli, waren in den ersten beiden Sätzen sogar das bessere Team, fielen im dritten Satz dann aber völlig auseinander und mussten sich am Ende mit 1:3 geschlagen geben. Weil Näfels gegen das zweitplatzierte Lausanne mit 3:1 gewann, fiel Schönenwerd zwar auf den vierten Tabellenrang zurück, hat aber immer noch minime Chancen auf die Finalteilnahme. Drei Spieltage vor dem Ende der Finalrunde beträgt der Rückstand des TVS auf Lausanne fünf Punkte. Lugano auf der anderen Seite spielt definitiv zum dritten Mal in Folge um den Meistertitel.

Der TV Schönenwerd, der mit der gewohnten Startsechs agierte, lag im ersten Satz lange Zeit vorne. Beim ersten technischen Timeout stand es 16:14 für die Gastgeber. Doch dann leitete der Pole Marcin Wika mit einer starken Aufschlagserie für die Luganesi die Wende ein. Nach Wikas Service-Winner und einem Block von Bozidar Cuk gegen Jordan Richards, führten die Tessiner mit 18:16. Danach punktete immer wieder Topscorer Tomas Aguilera durch die Mitte und schliesslich beendete der kanadische Passeur TJ Sanders den Satz mit einem Service-Winner zum 25:21.

Vom 10:7 zum 10:16

Im zweiten Durchgang verschoben sich die Kräfteverhältnisse vor allem beim Aufschlag auf die Seite der Schönenwerder. Richards gelangen gleich zwei Winner in Folge zum 8:4. Zuspieler Reto Giger mit einem Ass via Netzkante (12:7) und Jan Schnider mit einem Service-Winner zum 15:8 legten für die Gastgeber nach. Nach etwas mehr als zwanzig Minuten vollendete Leandro Gerber mit einem Rückraum-Angriff zum Ausgleich nach Sätzen. Die Schönenwerder dominierten den Meister in dieser Phase des Spiels nicht nur mit ihren guten Aufschlägen, auch der Block stand immer wieder goldrichtig: Jordan Richards und Christoph Hänggi liessen die Erlimatthalle im dritten Durchgang mit dem Doppelblock gegen Cuk zum 5:2 erzittern. Der Leader wankte, fiel aber nicht. Im Gegenteil: Mit Wika am Service, dem besten Spieler am gestrigen Abend, drehten die Luganesi einen 7:10-Rückstand in eine 16:10-Führung. Wenig später, diesmal mit dem «Quoten-Schweizer» Nemanja Savic am Aufschlag, markierte das Auswärtsteam noch einmal drei Punkte in Serie (20:11) und entschied damit den Durchgang vorzeitig. Es war im siebten Finalrundenspiel der sechste dritte Satz, den die Schönenwerder abgeben mussten.

Nun müssen Siege her

Von diesem Durchhänger schienen sich die Niederämter nicht mehr erholen zu können. Trotz anfänglicher Führung im vierten Satz, machte es nie den Anschein, als könnte das Heimteam das Blatt noch einmal wenden. Nach einem Block des Mexikaners Aguilera gegen Gerber stand es zum zweiten technischen Timeout 16:14 für Lugano. Und die Tessiner punkteten auch in der Schlussphase regelmässig bei eigenem Service: Leandro Puliti zum 19:16, ein Angriffsfehler von Richards zum 21:17 und ein Service-Winner von Puliti zum 23:18. Nach exakt hundert Minuten Spielzeit hatten die Dragons ihren sechsten Sieg im siebten Finalrundenspiel schliesslich in der Tasche. Und damit auch das Final-Ticket. Für den TV Schönenwerd ist in dieser Saison hingegen immer noch alles möglich: Am Samstag muss auswärts bei Amriswil ein Sieg her, um die Hoffnungen auf den Final am Leben zu halten. Bei einer Niederlage droht indes sogar der Fall auf den fünften Tabellenrang.