Handball
Endingen beendet die Badener Heimserie

In einer packenden Partie vor grossartiger Kulisse mit 800 Zuschauern setzt sich der TV Endingen gegen Städtli Baden 26:23 durch. Baden gab sich bis zuletzt nicht auf und verlangte dem Aufstiegskandidaten alles ab.

Franco Bassani
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Endingens Leonard Pejkovic mit Traumquote am Kreis.

Endingens Leonard Pejkovic mit Traumquote am Kreis.

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Wenn es regnet, dann schüttet es. Die Weisheit hatte am Sonntagnachmittag nicht nur Gültigkeit für das Wetter in Baden, sondern auch für die Personalsituation beim NLB-Team von Städtli Baden. Topshooter Yanick Schläpfer rotgesperrt (immerhin zum letzten Mal), Neuzuzug Steven Larsson verletzt – und dann fehlte auf der Spielerliste gegen Endingen auch noch Kreisspieler Thomas Schmid. Knieverletzung im Training. Die Verletzungshexe scheint an den jungen Wilden von Björn Navarin wirklich einen Narren gefressen zu haben...

Immerhin: Der Druck lastete am Sonntag einzig und allein auf den Gästen aus dem Surbtal. Basel hatte mit einem Sieg gegen Steffisburg vorgelegt und grüsste temporär von Platz eins. Und dann war da dieses Spiel in der Vorrunde, wo der klare Favorit gegen die aufsässig agierenden Badener einfach kein Mittel fand und beide Punkte liegen liess. Alles andere als eine klare Revanche in der Aue: eine verheerende Blamage für den designierten Aufsteiger.

Endingen hat seine Hausaufgaben gemacht

Nun, Endingen hatte seine Hausaufgaben definitiv gemacht. Der gewohnt offensiven Badener Verteidigung begegneten die Surbtaler mit noch fleissigerer Laufarbeit, was sich immer wieder in Eins-gegen-Eins-Situationen auszahlte, die entweder zu einem Tor oder zu einer Zeitstrafe gegen die Gastgeber führten.

Baden vermochte das Skore trotzdem offen zu halten, musste für seine Tore aber vergleichsweise viel Aufwand betreiben. Nach gut zehn Minuten schien sich ein sehr unerfreulicher Spielverlauf für Städtli abzuzeichnen, als Endingen Tor um Tor erzielte, während Baden bei den Siebenmetern sündigte und Dario Ferrante im Endinger Tor viel zu oft Gelegenheit gab, zu glänzen.

Goliath Endingen schien das Rezept gegen den unbequemen David Baden gefunden zu haben und freundete sich offensichtlich mit dem Gedanken an, die Revanche für die Startblamage im Tägerhard ausgiebig zu geniessen.

War der Endinger 15:9-Vorsprung zur Pause zu komfortabel? Die Startminuten der zweiten Halbzeit gehörten jedenfalls Städtli, das geladen aus der Kabine kam und plötzlich seinerseits Treffer um Treffer erzielte. Nach drei Minuten betrug der Rückstand nur noch drei Tore, und um die Stilsicherheit der Gäste war’s fürs erste geschehen.

Mit Michael Schoch zwischen den Pfosten und Lukas Maag als Regisseur im Angriff drängten die Badener hartnäckig auf den Ausgleich, der in der 44. Minute Realität wurde: 18:18!

Endingen kann im entscheidenden Moment zusetzen

Endingen wankte, aber es fiel nicht. Allen voran war das Leonard Pejkovic zu verdanken, der sich am Kreis Mal für Mal durchsetzte und insgesamt neun Bälle im Badener Kasten unterbrachte – darunter (sehr zum Ärger des Badener Goalies) auch zwei abgestaubte Abpraller.

Und dann hatte sich die Verletzungshexe schon das nächste Badener Opfer ausgesucht: Lars Mallien hinkte nach einem unglücklichen Zusammenstoss in der Verteidigung vom Feld und blieb mit einem dicken Knie auf der Bank. Der Vollständigkeit halber: Städtli fehlten damit nicht weniger als vier Stammspieler. Zwei im Rückraum, einer am Kreis und einer am Flügel – und Endingen schaffte es trotzdem nicht, entscheidend davonzuziehen.

In der 58. Minute stand es lediglich 25:23, und auf den Rängen machte sich plötzlich der Gedanke an eine mögliche Punkteteilung breit. Nach 59 Minuten und 13 Sekunden dann die entscheidende Szene: Siebenmeter für Baden. Florian Legoll tritt an – und scheitert erstmals an Dario Ferrante. Der hatte damit den dritten Penalty entschärft und sicherte seinem Team das dringend benötigte Punktepaar. Tja. Das war’s also mit der Heimserie von Städtli. Was bleibt vom Sonntag? Die Freude über ein Hammerderby, das alles gehalten hat, was man sich davon erhoffte.

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