Das Wochenende startete sehr erfreulich, denn Unihockey Mittelland holte sich in der Sonnenstube der Schweiz völlig diskussionslos den Sieg. Das Samstagsspiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht Ticino Unihockey war eine reine Augenweide. Es war ein einziges Schaulaufen der Paradelinie um Dominic Mucha, Manuel Mucha und Sam Schneiter. Sie alle holten sich je sieben (!) Skorerpunkte ab und zeigten sich für elf Tore verantwortlich.

Ob ihn Überzahl, Unterzahl oder bei Gleichbestand – die Paradelinie von Unihockey Mittelland fand gegen das defensiv sehr anfällige Heimteam immer wieder ein Mittel, um ein Tor zu erzielen. Doch auch die anderen Linien zeigten ein sehr solides Spiel. Renato Wyss gewährte allen Akteuren Einsatzzeit und diese bedankten sich mit guten defensiven Leistungen und vereinzelten Nadelstichen in der Offensive.

Favorisiert gegen die Oberaargauer

Nicht nur wegen des deutlichen Auswärtssiegs nahmen die Mittelländer am Sonntagnachmittag das Derby zuhause gegen Langenthal Aarwangen als klare Favoriten in Angriff. Während UM seit der Nationalmannschaftspause nicht mehr geschlagen wurde und durch diese Erfolge auf Rang fünf in der Tabelle kletterte, mussten die Oberaargauer das Feld zuletzt viermal in Folge als Verlierer verlassen und sind auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht.

Von diesem Unterschied war aber zu Beginn des Spiels nichts zu sehen. Beide Teams agierten sehr vorsichtig und es dauerte drei Minuten, bis die 182 Zuschauer einen ersten Torschuss des Gästeteams zu sehen bekamen.

Auch in der Folge blieb das Spiel bis auf die für ein Derby typischen kleinen Gehässigkeiten überraschend ereignislos, bis die Gebrüder Mucha in der 11. Minute allen entwischten und das Heimteam in Führung brachten. Nach dieser Führung übernahm Unihockey Mittelland das Spieldiktat, gab es nicht mehr aus der Hand und nutze zwei schwache Minuten der Gäste, um mit einem Dreierpack noch vor der ersten Sirene auf 4:0 zu erhöhen.

Von unschönen Szenen begleitet

Damit war der Bann gebrochen. Kaum waren die beiden Teams wieder auf den Platz zurückgekehrt, musste Marc Schönbucher im Tor von ULA abermals hinter sich greifen. Das Spiel, das nun wohl oder übel schon nach 23 Minuten entschieden war, wurde nun vor allem für zwei Beteiligte auf dem Feld zur Herkulesaufgabe: für die beiden Schiedsrichter. Das Spiel lebte in dieser Phase fast ausschliesslich von Fouls, Gehässigkeiten und Rudelbildungen.

Die drei Tore, die zum 7:1-Pausenstand führten, gerieten dadurch fast in den Hintergrund. Obwohl die Gäste am Ende noch einmal alles versuchten und das letzte Drittel für sich entschieden, lief Unihockey Mittelland nie Gefahr, die Partie noch aus den Händen zu geben.

«Ich war sehr zufrieden, wie wir heute in den ersten beiden Dritteln gespielt haben», sagte Mihails Kostusevs, der sein letztes Spiel für Unihockey Mittelland bestritt und in seine Heimat zurückkehren wird, «aber das letzte Drittel hat mir nicht gefallen. Wir wurden zu hektisch und haben zu viele Tore erhalten.» Ihm wurde nach dem Spiel offiziell ein signiertes Mannschaftsbild überreicht, was einen tollen und intensiven Unihockeyabend abrundete.