Handball

Droht Knatsch beim HSC Suhr Aarau? Der Trainer sagt: «Wir spielen ja ohne Torhüter!»

Die HSC-Torhüter Dario Ferrante (l.) und Dragan Marjanac erlebten zuletzt zwei schwächere Partien.

Die HSC-Torhüter Dario Ferrante (l.) und Dragan Marjanac erlebten zuletzt zwei schwächere Partien.

Der HSC Suhr Aarau empfängt am Mittwochabend (Anpfiff: 20 Uhr) in der Finalrunde Wacker Thun – und hofft, dass die beiden Torhüter Dragan Marjanac und Dario Ferrante nach zwei schwachen Partien wieder den Unterschied machen können.

«Wir spielten 50 Minuten ohne Torhüter. So kannst du normalerweise unmöglich gewinnen!», sagte Misha Kaufmann nach dem 31:28-Sieg des HSC Suhr Aarau auswärts beim BSV Bern Muri. «Unsere Goalies haben zum zweiten Mal in Serie keine Bälle gehalten. Mit solchen Quoten gewinnst du keine Spiele», sagte der HSC-Cheftrainer nur drei Tage später. Das «normalerweise» konnte er sich diesmal schenken, weil seine Mannschaft auswärts gegen die Kadetten Schaffhausen mit 24:30 verlor.

Beim Sieg in Bern erreichten die beiden HSC-Torhüter Dragan Marjanac und Dario Ferrante eine kombinierte Abwehrquote von 24 Prozent (Ferrante alleine kam dank einer enormen Leistungssteigerung in der Schlussphase auf 37 Prozent).

Bei der Niederlage in Schaffhausen waren es nur noch 17 Prozent. Zur Erklärung: Eine Abwehrquote ab 30 Prozent aufwärts gilt als gut, eine solche unter 20 Prozent als ungenügend.

Verunsichern lassen sich die HSC-Goalies durch die Mini-Krise nicht. «Wir hatten zuletzt eine schlechte Phase. Das erlebt jeder mal, aber als Torhüter fällt das sofort jedem auf», sagt Marjanac. Der 34-jährige Routinier zog zwei ganz schwache Partien ein und parierte von 20 Würfen auf sein Tor gerade einmal einen einzigen – das ergibt eine Abwehrquote von nur 5 Prozent.

Bilder HSC Suhr Aarau vs. HC Kriens Luzern, Dragan Marjanac HSC Suhr Aarau vs. HC Kriens-Luzern

HSC-Torhüter Dragan Marjanac erlebte zuletzt zwei schwierige Partien.

Bilder HSC Suhr Aarau vs. HC Kriens Luzern, Dragan Marjanac HSC Suhr Aarau vs. HC Kriens-Luzern

«Unsere Leistung hat nicht gestimmt, dessen sind wir uns beide bewusst. Nach dem Bern-Spiel war es einfacher, da haben wir noch die beiden Punkte mitgenommen. Die Leistung bei der Niederlage in Schaffhausen schmerzt da deutlich stärker», sagt Ferrante. Der 25-Jährige hat in den vergangenen beiden Partien immerhin 14 von 53 Würfen auf seinen Kasten abgewehrt, was insgesamt einer Abwehrquote von 26 Prozent entspricht.

Kein Grund nervös zu werden

«Es gibt trotzdem keinen Grund, nervös zu werden. Wir sind immer noch Dritter», sagt Marjanac. Auch Ferrante bleibt ruhig: «Beunruhigen würde mich, wenn wir grundsätzlich Mühe hätten. Aber wir haben bereits bewiesen, wo unser Niveau liegt. Wir müssen uns nur wieder darauf fokussieren, was wir können», sagt er.

Ein Blick in die Statistik gibt den beiden recht: Über die gesamte bisherige Saison gesehen kommen Marjanac und Ferrante auf eine kombinierte Abwehrquote von 30,9 Prozent. 227 von total 735 Würfen auf ihr Tor haben die beiden pariert – ein guter Wert.

«Ich habe seit dem Schaffhausen-Spiel den Kopf ein paar Tage gelüftet. Die schlechte Phase ist abgehakt», erklärt Marjanac seinen Umgang mit den letzten Leistungen. Ferrante, der im Gegensatz zu seinem serbischen Teamkollegen mit einem Mentaltrainer zusammenarbeitet, sagt: «Als Torhüter stehst du immer im Mittelpunkt, kannst dich auch in einer schlechten Phase nicht aus der Verantwortung nehmen. Genau das macht diese Position doch so geil!»

Er liebt es, für den Unterschied sorgen zu können. Sowohl Ferrante als auch Marjanac haben ihre letzten Leistungen zusammen mit Torhüter-Trainer Mani Aebi eingehend analysiert. «Wir haben uns als Team im Team weiterentwickelt in dieser Saison. Vielleicht gehört da ein kleiner Rückschritt auch einfach in diese Entwicklung rein», sagt Ferrante und fügt an: «Die aktuelle Situation kann eine Chance sein. Die Leistungen in den letzten beiden Partien waren nicht berauschend. Wenn wir aber jetzt die richtigen Schlüsse daraus ziehen, werden wir noch stärker.»

Dario Ferrante liebt es, als Torhüter für den Unterschied sorgen zu können.

Dario Ferrante liebt es, als Torhüter für den Unterschied sorgen zu können.

Heimspiel gegen Wacker Thun

Der HSC startet mit einer komfortablen Ausgangslage in die Schlussphase der Saison. Mit zwei Punkten Vorsprung (siehe Tabelle rechts) auf den ersten Verfolger, den BSV Bern Muri, liegen die Aargauer aktuell auf dem dritten Platz der Finalrunden-Tabelle.

Von den letzten vier Partien vor Beginn der Playoffs tritt Suhr Aarau noch drei Mal zu Hause in der Schachenhalle an. Den Auftakt im Schlussspurt der Finalrunde macht heute Abend (Anpfiff: 20. Uhr) das Heimspiel gegen Wacker Thun. Die Berner Oberländer haben zuletzt fünf Mal in Serie verloren – unter anderem auch zu Hause gegen den HSC gleich mit 24:29.

Wer dabei zwischen den Pfosten steht, soll keine Rolle spielen: «Natürlich will ich spielen. Aber darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Diesen Entscheid fällt der Trainer. So oder so: Derjenige, der nicht spielt, unterstützt den anderen», sagt Marjanac. Auch Ferrante will unbedingt auf der Platte antreten. Von Verunsicherung keine Spur.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1