Mountainbike
Diese drei Aargauer Biker stehen an der WM am Start

Dieses Wochenende finden in Saalfelden Leogang in Österreich die Mountainbike-Weltmeisterschaften statt. Mit Matthias Stirnemann, Joel Roth und Noel Niederberger stehen auch drei Fahrer aus der Region am Start. Die drei Aargauer reisen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Zielen nach Österreich.

Nicolas Blust
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Matthias Stirnemann wurde sechster an der Schweizermeisterschaft. An der WM in Leogang strebt der Gränicher eine Top 15-Platzierung an.

Matthias Stirnemann wurde sechster an der Schweizermeisterschaft. An der WM in Leogang strebt der Gränicher eine Top 15-Platzierung an.

Alexander Wagner

Matthias Stirnemann aus Gränichen freut sich auf die Weltmeisterschaft, bei der er sich hohe Ziele steckt. «Ich will zeigen, dass ich vorne mitfahren kann», sagt der 29-Jährige. «Ich glaube, dass vieles möglich ist. Momentan sind alle nahe zusammen und es ist schwierig zu sagen, wie weit nach vorne es reicht.» Stirnemann erhofft sich eine Platzierung unter den besten 15. Dafür muss ihm aber ein nahezu perfektes Rennen gelingen. «Mein Ziel ist es, gut zu starten und bei den Vordersten dabei zu sein. Danach muss ich es schlau einteilen,» sagt der Gränicher.

Ein perfektes Rennen ist ihm in diesem Jahr noch nicht gelungen. An den Schweizermeisterschaften auf seiner Heimstrecke in Gränichen Ende Juli fuhr Stirnemann auf den sechsten Platz. «Ich hatte mir mehr erhofft, war aber zu wenig gut in Form, um besser abzuschneiden,» resümiert der 29-Jährige.

An der Schweizermeisterschaft auf seiner Heimstrecke in Gränichen wurde Stirnemann Sechster.

An der Schweizermeisterschaft auf seiner Heimstrecke in Gränichen wurde Stirnemann Sechster.

Alexander Wagner

Auch das vergangene Wochenende lief noch nicht optimal. In den beiden Weltcup-Rennen in Nove Mesto (Tschechien) erreichte Stirnemann einen 19. und einen 34. Platz. «Im ersten Rennen fehlte vielleicht der Mut zur Attacke und im zweiten Rennen hatte ich nicht das nötige Rennglück», sagt Stirnemann. In der Verfolgergruppe fahrend, sprang dem Aargauer die Kette raus. Danach brauchte er lange, bis er seinen Rhythmus wiederfand. Trotzdem sieht er das Positive am Rennwochenende in Tschechien: «Vom Gefühl her war beides Mal sehr viel möglich.»

Ohnehin besteht in der Cross-Country Elite der Herren dieses Jahr eine hohe Leistungsdichte. Grund dafür ist die kurze Saison, in der sich alle Topfahrer auf wenige Wettkämpfe vorbereiteten. Zusätzlich fehlt kaum ein Topfahrer verletzungsbedingt.

Am Wochenende erwartet Matthias Stirnemann deshalb ein enges Rennen. Auf der Strecke in Leogang ist der Gränicher noch nie gefahren. Seine österreichischen Teamkollegen beim Team Möbel Märki konnten ihm aber einige Informationen über den WM-Kurs geben. Die Strecke sei etwas altmodisch aufgebaut, das heisst, dass lange Aufstiege und wenig technische Abfahrten auf dem Programm stehen. Keine optimalen Voraussetzungen für Stirnemann, der technische Abfahrten bevorzugt. Trotzdem ist der 29-jährige Aargauer optimistisch: «Ich bin gut drauf und freue mich auf die WM.» Hoffentlich gelingt Stirnemann am Wochenende dann das perfekte Rennen.

Matthias Stirnemann an der Schweizermeisterschaft in Gränichen.

Matthias Stirnemann an der Schweizermeisterschaft in Gränichen.

Alexander Wagner

Mit Joel Roth steht auch in der Kategorie U23 im Cross-Country ein Fahrer aus dem Aargau am Start. Der 21-jährige Kölliker will in Österreich eine Medaille gewinnen. Dass er Rennen gewinnen kann, bewies Roth dieses Jahr bereits an den Schweizermeisterschaften in Gränichen. Der 21-Jährige wurde in der Kategorie U23 souverän Schweizermeister. Danach galt es, die gute Form zu konservieren. «Ich war eine Woche in den Ferien, um etwas rauszunehmen. Ich trainierte aber zu viel, was sich rückblickend als Fehler herausstellte», sagt Roth. «Danach hatte ich ein paar schlechte Wochen, in denen ich mich nicht so gut fühlte.»

Joel Roth wurde dieses Jahr souverän Schweizermeister in der Kategorie U23.

Joel Roth wurde dieses Jahr souverän Schweizermeister in der Kategorie U23.

Alexander Wagner

Mittlerweile stimmt die Form aber wieder und Roth hat vier intensive Trainingswochen in den Beinen. Die gute Form bestätigte sich beim Weltcup in Nove Mesto am vergangenen Wochenende. Während beim ersten Rennen nur ein 16. Platz heraussprang, fuhr der Kölliker im zweiten Anlauf auf den vierten Schlussrang. «Ich hatte im zweiten Rennen ein besseres Gefühl und der vierte Platz gibt mir natürlich Selbstvertrauen für die WM,» sagt Roth.

In Leogang erwartet Joel Roth ein spannendes Rennen. In Tschechien zeigte sich bereits, dass etwa sieben Fahrer fast auf dem gleichen Niveau sind. Trotzdem ist Roth optimistisch: «Das Ziel ist, eine Medaille zu holen. Ich bin zuversichtlich und weiss, dass ich es schaffen kann.»

Joel Roth im Einsatz an der Schweizermeisterschaft in Gränichen.

Joel Roth im Einsatz an der Schweizermeisterschaft in Gränichen.

Alexander Wagner

Im Downhill kämpft Noel Niederberger aus Kleindöttingen um eine Topplatzierung. Der 25-Jährige will einen Platz unter den besten 25 erreichen. «Es ist schwierig zu sagen, wo ich stehe, da ich mich nie mit der Konkurrenz messen konnte», sagt Niederberger. Der 25-Jährige verletzte sich letztes Jahr im Juli und fuhr seitdem kein Rennen mehr auf Weltcupniveau. Auch weil am vergangenen Wochenende die Schweizermeisterschaft wegen Schneefall kurzfristig abgesagt wurde. Trotzdem freut sich Niederberger auf die Weltmeisterschaft: «Mein Ziel ist, mich ab dem ersten Tag auf dem Velo wohlzufühlen und mich von Tag zu Tag bis Sonntag zu steigern.»

Noel Niederberger hofft im Downhill auf eine Platzierung unter den besten 25.

Noel Niederberger hofft im Downhill auf eine Platzierung unter den besten 25.

Claudio Thoma

Die Reise nach Leogang dürfte beim Kleindöttinger schöne Erinnerungen wecken. 2012 gab Niederberger am selben Ort sein WM-Debüt bei den Junioren. In seinem ersten Jahr als Downhill-Fahrer schaffte der damals 17-Jährige überraschend den Sprung auf den vierten Platz. «Mir liegt der Ort gut, obwohl ich die Strecke nicht besonders mag. Ich bin dort aber immer schnell», sagt Noel Niederberger über die WM-Strecke. Die Voraussetzungen für einen erneuten Exploit in Leogang stimmen jedenfalls.