Eishockey

Die neue Herausforderung nach sechs Jahren im Bündnerland

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Der Dintiker Robin Grossmann will beim EV Zug Verantwortung übernehmen

Es war eine unruhige letzte Saison für Robin Grossmann. Angesichts seines auslaufenden Vertrags in Davos rankten sich früh Wechselgerüchte um ihn. Ja schon im Frühjahr 2013, also über ein Jahr vor dem Ende seines Kontrakts beim HCD, wurden erste Stimmen laut, die davon sprachen, dass der Transfer des Dintikers zum EV Zug schon in trockenen Tüchern sei. Bis der Wechsel schliesslich offiziell bekannt gegeben wurde, zogen noch einige Monate ins Land.

Und es war nicht so, dass die Phase der Unsicherheit spurlos an Grossmann vorbeiging. Seine sechste und letzte Saison im Bündnerland war eher eine zum vergessen. Das sowieso schon angespannte Verhältnis zu Trainer Arno Del Curto wurde angesichts des sich anbahnenden Abschieds sicher nicht besser. Und oft hatte man den Eindruck, dass auch Grossmann sich gedanklich bereits in Richtung Unterland verabschiedet hatte.

Schwache letzte Saison

Klar ist: Der Tapetenwechsel war so oder so überfällig. «Ich war schliesslich sechs Jahre in Davos», unterstreicht der Dintiker. Es war eine erfolgreiche Zeit, in welcher Grossmann auch zwei Meistertitel feiern durfte und sich vom ungeschliffenen Verteidiger-Diamanten zum Nationalspieler entwickelte. Die letzte, unbefriedigende Saison überschattete ein wenig eine äusserst erfolgreiche Liaison. Eine Beziehung, die sich für Robin Grossmann in jeder Hinsicht ausgezahlt hat. Er war auf dem Transfermarkt einer der begehrtesten Spieler. Und der EV Zug scheute keine Kosten, sich die Dienste des Aargauers für gleich vier Jahre zu sichern. Grossmann gehört bei den Innerschweizern, die eine miserable Saison hinter sich haben, zu den grossen Hoffnungsträgern. Er soll die Mannschaft zu neuen Erfolgen führen. Für den Verteidiger genau die Herausforderung, die er sich erhofft hat. «Ich bin nach Zug gekommen, um hier Verantwortung zu übernehmen», erklärt der 27-Jährige. Verantwortung und Vertrauen – zwei Faktoren, die er zuletzt in Davos nicht mehr bekommen und nicht mehr verspürt hat.

neue Ausrichtungen

Im Bündner Kurort brach Grossmann seine Zelte nach dem Viertelfinal-Out gegen Kloten so schnell wie möglich ab. Seine schöne Eigentumswohnung hat er an seinen ehemaligen Teamkollegen Sven Ryser vermietet. In Baar bezog er per 1. April bereits seine neue Bleibe. Mit dem Velo beträgt sein Arbeitsweg zur Bossard-Arena sieben Minuten. Die Vorzüge des Lebens im Unterland waren nach sechs Jahren in den Bergen allgemein schnell spürbar.

Doch Robin Grossmann ist natürlich nicht nur wegen der kürzeren Wege und des grösseren Freizeitangebots nach Zug gewechselt, sondern vor allem, um sich weiterzuentwickeln. Unter Trainer Harry Kreis lernt er neue taktische Ausrichtungen kennen. «In den ersten Wochen haben wir viel Videoanalyse gemacht. Das gab es in Davos nur sehr selten», erklärt er.

Starke Konkurrenz

Der Dintiker, der das Eishockey-Einmaleins beim HC Wohlen-Freiamt erlernte, weiss aber auch, dass ihm in Zug trotz «gehobenem Status» nicht alles von alleine in den Schoss fallen wird. Die Konkurrenz an der blauen Linie ist beträchtlich. Neben dem vermutlich gesetzten Schweden Daniel Sondell werden sich drei bis vier weitere Verteidiger – unter anderem auch seine ehemaligen HCD-Teamkollegen Santteri Alatalo und Tim Ramholt – um einen Platz im Powerplay balgen. Die fehlende Eiszeit im Überzahlspiel in Davos war auch einer der Gründe, die Grossmann zu seinem Klub-Wechsel animierten.

Am Freitag steht für Robin Grossmann das erste Meisterschaftsspiel für den EVZ auf dem Programm: Der Gegner? Natürlich der HC Davos.

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