Olympische Spiele
«Die Bahn liegt mir»: Bobpilot Rico Peter ist gierig auf Top-Resultat in Sotschi

Rico Peters Vorfreude auf seine ersten Olympischen Spiele ist riesig. Ob sein Anschieber Alex Baumann oder wie schon an der EM Thomas Lamparter heisst, ist dem Kölliker egal. Er strebt einen Platz in den Top 6 an.

Pascal Kamber
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Rico Peter will sich vom Rummel nicht ablenken lassen.

Rico Peter will sich vom Rummel nicht ablenken lassen.

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Es war ein echter Marathon, den Rico Peter am vergangenen Montag bestreiten musste. Gemeinsam mit den restlichen Athleten des Schweizer Bobverbands Swiss Sliding begab sich der 30-jährige Kölliker nach Luterbach zum Einkleidungstermin von Swiss Olympic, wo der Bobpilot mit den offiziellen Kleidungsstücken für die Olympischen Winterspiele in Sotschi ausgestattet wurde.

Spezieller Helm für Sotschi

Von Trainingsschuhen über verschiedene Winterjacken bis hin zum speziell für Sotschi angefertigten Bob-Helm durfte Rico Peter sämtliche Kleidungsstücke anprobieren, damit er wie die restliche Schweizer Olympia-Delegation auch abseits des Wettkampfplatzes eine Gattung macht. «Die Kleider sind super und sehen genial aus», lautete sein Fazit nach der zweistündigen Prozedur.

Nicht nur deswegen war Rico Peter bestens aufgelegt. Einerseits durfte der gelernte Landschaftsgärtner nach dem Silbermedaillen-Gewinn beim als Europameisterschaft ausgetragenen Weltcuprennen in Königssee auf ein erfolgreiches Wochenende zurückblicken. Andererseits markierte das Fassen der Olympia-Kleidung den Startschuss zu den letzten Vorbereitungen für seinen bisherigen Karriere-Höhepunkt.

«Mit dieser Silbermedaille steigt unsere Vorfreude umso mehr. Wir sind gierig auf Top-Resultate», sagte Rico Peter, der bei seiner Olympia-Premiere besonders auf das Athletendorf und die dort herrschende Stimmung gespannt ist. Vorerst muss er sich darauf aber noch etwas gedulden.

Später Abflug

Weil die Zweierbob-Wettkämpfe neun Tage nach der Eröffnungsfeier am Sonntag, 16., und Montag, 17. Februar, ausgetragen werden, reisen die Schweizer Bob-Athleten erst am kommenden Montag nach Sotschi. Aufgrund von Erfahrungen, die der zweite Schweizer Bobpilot Beat Hefti und Ex-Athlet Ivo Rüegg an früheren Olympischen Spielen gemacht haben, einigte sich Swiss Sliding auf den späten Abflugtermin.

«Wenn wir zu früh vor Ort sind, ist die Gefahr gross, dass uns der Rummel ablenkt», erklärt Rico Peter und fügt hinzu, «dass in der Schweiz ohnehin alles Nötige für ein optimales Training vorhanden ist.»

Deshalb holen sich die Schweizer in einem kurzen Trainingslager in Andermatt den letzten Schliff und geniessen anschliessend ein paar ruhige Stunden mit den Familienangehörigen, ehe die Reise nach Russland und weitere Trainingsfahrten im olympischen Eiskanal in Krasnaja Poljana folgen.

«Es ist eine schwierige Bahn, um schnell zu fahren. Aber sie liegt mir», erklärt Rico Peter und bezieht sich auf den siebten Platz beim Weltcup-Rennen an selber Stelle vor einem Jahr.

Baumann oder Lamparter

Der Verband hat sich indes noch nicht festgelegt, welcher Anschieber für Peter bei den vier Zweierbob-Läufen am Start für Tempo sorgt. In der übernächsten Woche will der Verband aber bekannt geben, ob der Kölliker den Wettkampf mit Alex Baumann oder wie schon an der EM mit Thomas Lamparter bestreiten soll.

«Wer es am Ende sein wird, ist egal. Für mich als Pilot macht das keinen Unterschied», sieht Peter diesem Entscheid gelassen entgegen. Unabhängig davon strebt er einen Platz in den Top 6 an und träumt gleichzeitig vom Sprung auf das Podest. «Wer weiss, vielleicht ist es in Sotschi ja so weit», sagt er schmunzelnd.