Nachwuchsförderung

«Der Nachwuchs ist unser Ding» – weshalb der FC Küttigen stellvertretend für den Jugendboom in Fussballvereinen steht

Im Fussballcamp des FC Küttigen lernen Mädchen und Buben das Einmaleins des Fussballs.

Die Basis für eine erfolgreiche Karriere im Aargauer Fussball oder sogar als Profi wird früh gelegt. Der FC Küttigen hat sich der Juniorenarbeit verschrieben und lockt damit sogar Prominenz an.

Robert Rütimann staunte nicht schlecht, als am Hallenturnier plötzlich der zurzeit verletzte FC-Aarau-Captain Patrick Rossini auftauchte. «Was macht er denn hier?», fragte der Präsident des FC Küttigen einen Juniorentrainer. «Seine Kinder spielen bei uns», antwortete dieser. Der FC Küttigen hat sich der Nachwuchsarbeit verschrieben und geniesst einen hervorragenden Ruf, der bis zu Patrick Rossini vorgedrungen war. «Natürlich freut uns das», sagt Rütimann, «doch für uns sind alle Kinder wichtig.»

Die Kinder von Patrick Rossini spielen beim FC Küttigen. Den Präsidenten Robert Rütimann freut es.

  

Allein 11 Trainer unterrichten ehrenamtlich in der Fussballschule des Vereins. Dort lernen die Kleinsten im Alter von vier bis acht Jahren das Einmaleins des Fussballs. «Während bei einem leistungsorientierten Verein wie Aarau oft nur talentierte Kinder Willkommen sind, wollen wir möglichst allen die Möglichkeit geben, Fussball zu spielen», sagt Rütimann. Als er vor elf Jahren Präsident wurde, zählte der FC Küttigen rund 100 Junioren. Heute sind es gut 300. «Und wir haben längst Wartelisten. Mit 300 Junioren ist die Grenze erreicht, mehr lässt unsere Infrastruktur nicht zu.»

Gut 300 Junioren sind beim FC Küttigen.

  

Zwar verfügt der Verein neu über einen Kunstrasen, doch die vier Garderoben sind längst in einem maroden Zustand und platzen bei insgesamt 23 Mannschaften aus allen Nähten. «Wir hoffen sehr, dass die Einwohner an der nächsten Gemeindeversammlung dem geplanten Neubau», sagt Rütimann. Sonst müsse der Verein über kurz oder lang die Nachwuchsabteilung verkleinern.

Auf den Spuren von Mario Eggimann

Der FC Küttigen steht stellvertretend für jene Vereine im Aargau, die viel in die Jugend investieren. «Der Nachwuchs ist unser Ding», sagt Rütimann. Zwar wäre es schon toll, wenn die 1. Mannschaft dereinst von der 3. Liga in die 2. Liga aufsteigen würde, doch die grossen sportlichen Ambitionen überlässt der FC Küttigen gerne anderen. Dem FC Aarau zum Beispiel. «Für uns ist er Fluch und Segen zu gleich», sagt Rütimann. Für die talentiertesten Junioren des Vereins sei es ideal, wenn die nächste Stufe auf dem Weg an die Spitze quasi vor der Haustüre liege. «Andererseits fallen beim FC Aarau im Nachwuchs viele Spieler aus dem Raster, die dann teilweise bei uns anklopfen und uns an die Kapazitätsgrenzen stossen lassen.»

Der berühmteste Zögling des FC Küttigen ist der ehemalige Nationalspieler Mario Eggimann.

  

In erster Linie aber freut es Rütimann, wenn ein Junior aus dem Verein später Erfolge feiert. Der berühmteste Zögling des FC Küttigen ist der ehemalige Nationalspieler Mario Eggimann. In den vergangenen Tagen fand in Küttigen ein Fussballcamp statt. Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren konnten eine Woche lang «Trainieren wie die Profis», um vielleicht später einmal in die Fussstapfen von Eggimann zu treten. «Ich bin stolz auf unser Engagement im Junioren-Bereich», sagt Rütimann.

Der FC Küttigen organisierte ein Fussballcamp für Junioren. (7. August 2018)

Fussballcamp in Küttigen: Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren konnten eine Woche lang «Trainieren wie die Profis».

Der FC Küttigen organisierte ein Fussballcamp für Junioren. (7. August 2018)

80 Kinder sind beim FC Küttigen zurzeit in der Fussballschule. Sie sind die Zukunft. Damit es auch künftig spannende Duelle im Aargauer Fussball gibt, engagieren sich täglich 1000 Menschen im Kanton für den Fussballnachwuchs. «Umso schöner ist es, wenn man Wertschätzung erfährt», sagt Rütimann. Zum Beispiel, wenn plötzlich ein Profi wie Rossini seine Kinder dem Verein anvertraut.

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