Stapelte der FC Kölliken tief? «Wir wollen möglichst schnell 30 Punkte holen. Diese gelten als Marke, um den Ligaerhalt zu schaffen», erklärte Innenverteidiger Nico Dätwyler vor der Saison. Nach dem 4:2-Sieg im Spitzenspiel gegen den FC Niederwil hat Kölliken 27 Punkte auf dem Konto. Elfmal gingen die Spieler auf den Platz, achtmal verliessen sie ihn als Sieger, dreimal wurden die Punkte mit dem Gegner geteilt.

Der Ligaerhalt ist Formsache. Trotzdem sei das tiefe Saisonziel nicht vermessen gewesen, sagt Trainer Marco Wüst. «Wir haben zwei schwierige Spielzeiten hinter uns, als wir um den Ligaerhalt spielten.» Und Dätwyler sagte schon vor der Saison: «Wir scheitern Jahr für Jahr daran, dass wir nicht konstant eine Spielzeit durchspielen können.»

«Das Ziel ist die Karibik»

Wüst hat dieses Problem erkannt und versucht nun, sein Team auch nach dem starken Saisonstart auf Kurs zu halten. Der Trainer arbeitet dafür mit Bildern. «Wir befinden uns als Team auf einer Schiffsreise», sagt Wüst. «Das Ziel ist die Karibik.»

Um die Traumdestination, in der Realität der Meistertitel, zu erreichen, brauche es ein stabiles Boot. Und dieses zu steuern, sieht Wüst als seine Hauptaufgabe. «Ich habe ein sehr grosses Team, aber nur 11 plus drei Einwechselspieler kommen zum Einsatz. Wichtig ist, dass jeder seine Rolle im Team versteht und akzeptiert», sagt Wüst.

Der Vergleich mit dem FC Aarau

Kölliken konnte sich für diese Saison verstärken und namhafte Spieler holen. So erzielte der ehemalige FC-Aarau-Profi Goran Antic das späte 3:2 gegen Niederwil, das die Entscheidung brachte. Und mit Albert Marku, Severin Dätwyler und Dario Dussin spielen weitere im Aargauer Fussball bestens bekannte Akteure neu für Kölliken.

«Natürlich sind das grosse Namen», sagt Trainer Wüst. «Aber grosse Namen bringen nicht automatisch Erfolg.» Dass dies so ist, beweist ja momentan der FC Aarau auf schmerzliche Weise. Der Verein hatte sich mit namhaften Spielern verstärkt, liegt nach 10 Runden aber abgeschlagen am Tabellenende der Challenge League.

Dass Kölliker Team aber funktioniert. Neuzugang Dario Dussin sagt: «Wenn wir weiter konzentriert auftreten und unsere Qualitäten ausspielen, können wir uns eigentlich nur selber stoppen.» Marco Wüst aber warnt: «Wir müssen auf dem Boden bleiben. Noch ist nicht einmal die Hälfte der Meisterschaft gespielt. Es kann viel passieren.»

Der Traum vom Titel

In der Tat: Schon in der vergangenen Saison spielte der FC Kölliken eine starke Hinrunde, um dann nach der Winterpause noch von Rang drei aus in den Abstiegskampf zu geraten. Dass Gleiches passiert, ist aber eher unrealistisch. Auch Trainer Wüst erlebt sein Team gefestigter als noch vor einem Jahr. «Mit den Zuzügen ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Wir sind gefestigt und ich spüre eine gesunde Harmonie.»

Kurz: Das Schiff ist auf Kurs in Richtung Karibik. «Natürlich träumen wir vom Titel», sagt Wüst. Aber noch ist die Gefahr da, dass sein Team in unruhige Gewässer gerät. «Wir haben starke Konkurrenz. Aber momentan läuft es gut», sagt Wüst.