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Der FC Aarau verspielt in Chiasso einmal mehr eine Führung

Die Aarauer liessen vor allem in der zweiten Halbzeit zu viele gute Chancen ungenutzt. Der Challenge-League-Leader aus dem Tessin wankte, hatte aber auf das einzige FCA-Tor eine umgehende Antwort bereit.

Patrick Haller
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Drissa Diarra (Chiasso) jubelt nach dem Tor zum 1:1
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Drissa Diarra (Chiasso) jubelt nach dem Tor zum 1:1
Sportdirektor Fabio Galante (Chiasso)
Impressionen zum Spiel Chiasso - Aarau
Michael Perrier (L, Aarau) gegen Michele Monighetti (R, Chiasso)
Michael Perrier (L, Aarau) gegen Michele Monighetti (R, Chiasso)

Drissa Diarra (Chiasso) jubelt nach dem Tor zum 1:1

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Dieses Bild kennt man beim FC Aarau aus der vergangenen Saison, aber auch aus den bisherigen vier Partien der aktuellen Spielzeit nur zu gut: Die Spieler schlichen nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Sébastien Pache enttäuscht vom Rasen des Stadio Riva IV in Chiasso.
Dabei hatte nur wenige Minuten zuvor noch alles so gut ausgesehen. Es lief die 84. Minute, als die Aarauer Hintermannschaft einen Angriff des FC Chiasso abfing und sofort umschaltete. Michael Perrier lancierte den eingewechselten Daniele Romano über die rechte Seite. Der 22-Jährige tanzte seinen Gegenspieler Michele Moninghetti aus und flankte in die Mitte. Der eingewchselte Stürmer Petar Sliskovic sorgte für Raum und der ebenfalls eingewechselte Marvin Spielmann wusste davon zu profitieren. Aus kurzer Distanz liess der 19-Jährige Chiasso-Goalie Andrea Guatelli keine Chance und traf zur verdienten 1:0-Führung für den FCA.

Doch der Jubel blieb sowohl der Mannschaft als auch den mitgereisten Fans fast schon in der Kehle stecken. Denn nur wenige Augenblicke später war die hart erarbeitete Führung bereits wieder weg. Chiasso-Joker Drissa Diarra hatte nach einem herrlichen Zuspiel keine Mühe den herrlichen Ausgleich zu erzielen. Er überlobte den aus dem Tor geeilten FCA-Goalie Steven Deana gekonnt. Bitter für den 25-Jährigen: Er hatte seine Sache als Stellvertreter des nach seinem Notbremse-Platzverweis aus dem Biel-Spiel (2:3) gesperrten Ulisse Pelloni gut gemacht. «Es war ein gutes Spiel von uns. Leider haben wir den Ausgleich noch kassiert. Das ist schade», sagte die Sion-Leihgabe nach der Partie.

Das Spieldiktat in der zweiten Halbzeit übernommen

Die Mannschaft von Trainer Livio Bordoli hatte nach einem verhaltenen Start vor allem in der zweiten Halbzeit der Partie klar den Ton angegeben. Chance um Chance erarbeitete sich die Offensiv-Abteilung des FCA. Chance um Chance wurde aber auch vergeben. Zu oft scheiterte man an fehlender Präzision im Anschluss. Und wenn diese stimmte, dann war da noch Chiasso-Goalie Guatelli, der sich einige Male auszeichnen konnte. «Ich bin enttäuscht. Heute hätte nur ein Team den Sieg verdient gehabt – wir», kommentierte Bordoli den Spielverlauf. Sein Team hat aber nicht nur die zahlreichen Chancen auf Tore vergeben. Der FCA verpasste auch die Chance, mit einem Sieg beim aktuellen Leader der Challenge League ein klares Statement abzugeben.

Mit nur drei Punkten steht der Super-League-Absteiger nach vier Partien gerade einmal auf dem siebten Rang in der Tabelle. Das ist natürlich klar zu wenig für einen Klub mit Saisonziel direkter Wiederaufstieg. Und sollten heute Xamax (in Wohlen) und Le Mont (gegen Lausanne) sowie morgen Winterthur (in Schaffhausen) ihre Spiele allesamt gewinnen, dann fällt der FCA am Montagabend auf den 10. und letzten Platz zurück. Trotzdem blickt Bordoli zuversichtlich auf die kommenden Spiele: «Wir haben bisher besser gespielt, als es die drei Punkte vermuten lassen. Wir kommen immer besser in Fahrt.»

Chiasso - Aarau 1:1 (0:0). - 750 Zuschauer. - SR Pache. - Tore: 84. Spielmann 0:1. 85. Diarra 1:1.

Das Spiel zum Nachlesen in unserem Ticker:

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