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Der FC Aarau ist in einer Sackgasse: Jurendic muss zur Peitsche greifen

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Mats Hammerich kann die Niederlage in Echallens nicht fassen.

Mats Hammerich kann die Niederlage in Echallens nicht fassen.

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Vier sieglose Spiele in der Meisterschaft und das blamable Scheitern in der ersten Hauptrunde im Schweizer Cup beim 1.-Ligisten Echallens: Der Start des FC Aarau in die Saison 2017/18 ging so richtig in die Hosen. Was ist bloss los mit dem vermeintlichen Spitzenteam der Challenge League? Ein Grund für den schlechten Saisonstart ist das Verletzungspech. Das Fehlen von Teamstützen wie Captain Burki, Publikumsliebling Nganga, Abwehrchef Besle, Routinier Jäckle und Hoffnungsträger Cani wiegt schwer. Und der Schock über die neuerliche schwere Knieverletzung von Miguel Peralta sitzt tief.

Die vielen Ausfälle sind das eine Übel, die fehlende Qualität das andere. Die Abgänge der Topskorer Wüthrich und Tréand konnten nicht kompensiert werden. Neue Spieler wie Itaperuna und Siegfried haben zwar durchaus Challenge-League-Niveau, aber ihnen fehlt es an Spielpraxis und an Selbstbewusstsein. Dass die Führungscrew um Vizepräsident Roger Geissberger und Sportchef Raimondo Ponte vor der Saison einen Platz in den Top 3 als Saisonziel herausgegeben hat, lähmt die Spieler, statt dass es sie anstachelt. Dass zwei, drei schlechte Resultate ausreichen, um das Mannschaftsgefüge zu zerstören, zeigt in aller Deutlichkeit: Die Spieler kommen mit dem Druck nicht zurecht. Mehr noch. Sie zerbrechen daran.

Die Bilder vom Spiel gegen Echallens:

Die Enttäuschung ist riesig.
11 Bilder
Mats Hammerich kann es nicht fassen.
Lars Hunn muss sich erst mal setzen.
Bildergalerie, Echallens - Aarau, 13.8.17
Der FC Aarau verliert mit 1:2.
Der Platz liegt vor malerischer Kulisse.
Michael Siegfried im Zweikampf.
Damir Mehidic wird zu Fall gebracht.
Das Interesse am Spiel ist gross.
Fussball in der Provinz – die Mannschaften laufen aufs Feld.
Petar Misic springt mit vollem Einsatz.

Die Enttäuschung ist riesig.

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Klar ist, dass der FC Aarau in einer Sackgasse steckt. Was ist zu tun? Langfristig müssen Geissberger und Ponte ihre Rollen als Verantwortliche für den Profifussball überdenken. Es passt zum Bild, welches die Klubführung abgibt, dass Präsident Alfred Schmid gestern Nachmittag beim Cupfest in Gränichen auf der VIP-Tribüne neben Sion-Zampano Christian Constantin sitzt, statt mit dem kriselnden FCA ins Waadtland zu reisen.

Es braucht frische Kräfte, die einen Plan haben. Kurzfristig ist der Trainer gefordert: Will Marinko Jurendic seinen Job nicht schon vor der Winterpause verlieren, muss er reagieren. Jurendic ist zweifellos ein akribischer Arbeiter, versteht viel von Taktik und Systemen. Das ist schön und gut, reicht aber nicht. Jurendic braucht Siege. Ganz egal wie! Will heissen: Die Zeit des Zuckerbrots ist vorbei. Jurendic muss zur Peitsche greifen. Sofort!

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