Sie hat neue Massstäbe gesetzt beim Powerman Zofingen: die Britin Emma Pooley. Viermal in Serie holte sich die im Kanton Zürich lebende Athletin den Sieg. Nun muss die Titelverteidigerin Forfait geben: «Seit zwei Monaten kann ich wegen einer Verletzung nicht laufen, selbst locker joggen schmerzt.» Auch eine absolute Zwangspause vom Lauftraining brachte nicht die gewünschte Linderung der Beschwerden. «Es ist für mich natürlich frustrierend, dass ich in Zofingen keine Titelverteidigung versuchen kann.»

Die Abwesenheit der Dominatorin der vergangenen Jahre eröffnet anderen Gästen aus dem Ausland, aber auch den Schweizerinnen vielversprechende Perspektiven über die 10 km Laufen, 150 km Radfahren und 30 km Laufen. Gut möglich, dass der Weltmeistertitel, den die Internationale Triathlon Union (ITU) und die Internationale Powerman Association (IPA) vergeben, im eigenen Land bleibt.

Starke Schweizerinnen

Die Flimserin Nina Brenn (WM-Zweite 2016) hat in diesem Jahr unter anderem den Swissalpine Irontrail und den Gigathlon für sich entschieden, zuletzt siegte sie am Inferno Triathlon vor Petra Eggenschwiler. Die Solothurnerin, die in Zofingen Dritte wurde an der Intervall-Duathlon-SM, ist also ebenso in Form. Mit grossen Ambitionen steigt auch die Bündnerin Nina Zoller ins Rennen, die wie im Vorjahr die Top 5 erreichen will. Melanie Maurer, Mitteldistanz-EM-Zweite aus Bern wagt sich ebenfalls erneut auf die Langdistanz. Zu schlagen gilt es für die Einheimischen jenes Duo, das sich im Vorjahr hinter Emma Pooley einen spannenden Kampf um Silber geliefert hatte: Miriam Van Reijen (Ho) und Katrin Esefeld (De), die aktuell die Weltrangliste anführen.

Das qualitativ beste Rennen in der Geschichte sollte der Wettbewerb um den WM-Titel der Männer werden. Vorjahressieger Maxim Kuzmin (Russ) hat seine Saison voll auf den Powerman Zofingen ausgerichtet.

Ganz zuoberst aufs Podest wollen aber auch der Belgier Seppe Odeyn (Sieger 2016) und der Franzose Gaël Le Bellec (Weltmeister 2015 und 2014). Streitig machen will den Titelträgern der vergangenen vier Jahre den Sieg der aktuelle Weltranglistenerste, der Däne Søren Bystrup: «Zum Abschluss meiner Elite-Karriere will ich in Zofingen nach viermal Platz drei endlich den WM-Titel holen.» Felix Köhler (De) und Yannick Cadalen (Fr) komplettieren das ausländische Topfeld und sorgen dafür, dass alle Medaillengewinner der vergangenen vier Jahre am Start sind.

Schildknecht mit Ambitionen

Der beste Schweizer Athlet dürfte Ronnie Schildknecht sein. Der Triathlet kehrt 16 Jahre nach seinem allerersten Langdistanz-Rennen nach Zofingen zurück. Der Schweizer Duathlon-Nationaltrainer Sami Götz schickt ein starkes Kader ins Rennen: Fabian Zehnder, Rolf Wermelinger, Marc Widmer, Jens-Michael Gossauer, Andreas Kälin, Ramon Krebs und Roberto Delorenzi dürften sich mit Schildknecht um das beste Schweizer Resultat duellieren.

«Mindestens eine Medaille und total drei Top-5-Platzierungen erhoffe ich mir», sagt Nationaltrainer Sami Götz. Um diese Vorgabe zu erfüllen, muss laut Fabian Zehnder, im vergangenen Jahr Neunter, vieles stimmen: «Es kommt extrem auf den Rennverlauf und auf die Rennkonstellationen an.» Zuversichtlich tritt Jens-Michael Gossauer zu seinem bisher längsten Wettkampf an: «Ich rechne mit dem härtesten Tag meines Lebens und will mutig mitfahren.»