Vor dem Sonntagsspiel waren die Rollen klar verteilt. Auf der einen Seite stand das Heimteam, welches trotz zwei Siegen in Folge als Aussenseiter in die Partie ging. Ihnen gegenüber stand mit dem Gast aus Thurgau der favorisierte Aufstiegskandidat, der sich in der laufenden Saison erst einmal bezwingen lassen musste. Der Grund dafür wurde gleich in den ersten Minuten ersichtlich. Die Gäste agierten von Beginn an äusserst ballsicher und gestanden ihrem Gegenüber kaum Ballkontakte zu.

Ballbesitz gegen Konterspiel
Schnell war zu erahnen, wie das Spiel wohl verlaufen würde. Die Thurgauer beschränkten sich oftmals darauf, den Ball zu halten, während Unihockey Mittelland Fehler der Gegner abwartete und darauf gefährliche Konter fuhr. Genau diese nutzte das Heimteam, um nach einem ersten Rückstand auszugleichen und dann sogar mit zwei Längen vorzulegen. Die erstaunlich harmlosen Gäste wurden im ersten Drittel zeitweise regelrecht vom Tempo überfordert. „Ich war selbst ein wenig überrascht, wie schnell wir spielten“, gestand Torschütze Michael Tschanz, „in dieser Phase schien uns einfach alles zu gelingen.“ Insbesondere auch Marius Flury, der aus dem Nichts volley abzog und so das Tor des Abends erzielte. Doch Floorball Thurgau erwachte gegen Ende des ersten Drittels doch noch aus dem Tiefschlaf und erzielte das Tor zum 4:2 Pausenstand.

Ausgeglichenes Spiel
In der Folge waren Torchancen Mangelware. Es brauchte schon einen satten Weitschuss der Gästemannschaft, um den Anschlusstreffer zu realisieren. Kurz darauf stellten die Mittelländer jedoch in Überzahl den Zweitoreabstand wieder her. Die Aussichten auf einen Überraschungscoup waren auch nach zwei gespielten Dritteln noch intakt. Und Unihockey Mittelland kam auch im letzten Drittel wacher aus der Kabine und belohnte sich mit dem 6:3. Samuel Schneiter verbuchte seinen dritten persönlichen Scorerpunkt des Abends und liess die 109 Zuschauer jubeln. Die Freude über diesen Treffer hielt aber nicht lange an, denn mit einem Doppelschlag kamen die Gäste wieder bis an ein Tor heran.

Hektische Schlussphase
Als sich das Heimteam gerade zu fangen schien kam es zu einer kuriosen Szene. Sie schossen einen Freistoss in die eigene Wechselzone und bekamen eine Strafe wegen eines Wechselfehlers. Nach je einer weiteren Strafe gegen beide Teams war Unihockey Mittelland völlig von der Rolle, liess innerhalb von drei Minuten ebenso viele Tore zu und gab das Spiel aus der Hand. „Der Knackpunkt war das Vier-gegen-vier“, analysierte Michael Tschanz, „da verloren wir den Faden und liessen uns verunsichern.“ Und Marius Flury ergänzt: „Wir sind ein sehr junges Team und müssen noch lernen mit solchen Situationen besser umzugehen.“