NLA-Handball
Déja-vu für den TV Endingen bei der Niederlage in Bern: «Wir fanden heute keine Mitte»

Am Donnerstag bot sich dem TV Endingen die nächste Chance auf wichtige Punkte im Abstiegskampf auswärts beim BSV Bern. Doch die Mannschaft liess die Chance ungenutzt: Beim BSV Bern verloren die Surbtaler nach guter erster Halbzeit letztlich mit 27:33. Trainer Zoltan Majeri fühlt sich an vergangene Auftritte erinnert.

Frederic Härri
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Zoltan Majeris Team musste gegen Bern eine neuerliche Niederlage hinnehmen.

Zoltan Majeris Team musste gegen Bern eine neuerliche Niederlage hinnehmen.

Alexander Wagner

Einer der Vorzüge dieser merkwürdigen Handball-Saison ist es ja, dass seit kurzem alle Spiele in der Nationalliga A kommentiert werden. Die Neuerung verleiht den Partien eine neue Unmittelbarkeit, weil sich das Gezeigte auf der Platte direkt auf die Gemütslage der Kommentatoren schlägt, die ihre Sympathien meist nur sehr schwer verbergen können.

Und so war am Donnerstagabend deutlich zu vernehmen, dass die beiden Berner, die das Duell des BSV Bern gegen den TV Endingen verfolgten, ihre helle Freude an diesem Spiel hatten. Wie so oft, wenn die Endinger in dieser Spielzeit involviert sind, wurde es eine attraktive Angelegenheit mit einer Menge Tore. Nur ­leider – aus Endinger Sicht – ­waren die Tore abermals ungleich ­verteilt. Der TV Endingen verlor diesen 15. Match der ­Saison mit 27:33.

Eigentlich – auch das ist eines der wiederkehrenden Muster – startete der TV Endingen gut. Die im kanariengelben Auswärtsdress gekleideten Gäste waren forsch und mutig, die aggressiv eingestellte Abwehr funktionierte ausgezeichnet. Das Skore, es wechselte hin und her. Nie liessen die Endinger die favorisierten Berner in Halbzeit eins auf mehr denn zwei Tore davonziehen. Mit einem 13:15 ging es in die Pause.

Rätselhaft war, was sich unmittelbar nach dem Unterbruch zutrug. Die Endinger verteidigten nicht mehr konsequent, vorne warfen sie keine Tore. Erst nach und nach löste sich der offensive Knoten wieder, nur liess das Team auch zu viele einfache Würfe zu. Bereits sieben Minuten vor dem Ende durften die Berner Kommentatoren verkünden: «Dieser Match ist gelaufen.»

TVE- Trainer Zoltan Majeri sprach nach der neuerlichen Pleite von einem Déja-vu: «Wir sind nahe dran, aber bei uns wechseln sich gute und schlechte Leistungen zu häufig ab. Wir fanden heute keine Mitte.»

Das Spiel

Ein offener Schlagabtausch war es zwischen diesen beiden Teams in den ersten Minuten. Für die Endinger Gäste in ihrem kanariengelben Auswärtsdress waren Noah Grau, Joel Huesmann und Simon Huwyler erfolgreich, die Berner aber wussten jeweils zu antworten.

In den nächsten Minuten kamen nur noch zwei weitere Treffer hinzu. Sowohl Bern als auch Endingen leisteten sich mehrere Fehlwürfe. Nach zehn gespielten Minuten hiess es 4:4. Und das Spiel wog weiter hin und her. Eine Mannschaft legte vor, die andere fand die postwendende Antwort. Erst nach 18 Minuten löste der TVE diesen Knoten: Mit seinem dritten Treffer brachte Milomir Radovanovic die Gäste erstmals mit zwei Toren in Führung.

Zufrieden waren aber beide Trainer nicht mit dem Gezeigten: Erst nahm BSV-Coach Aleksandar Stevic die Auszeit, und wenig später zückte auch Zoltan Majeri die grüne Timeout-Karte. Im Anschluss wechselten die Führungen wieder ab. Jetzt legten mehrheitlich die Berner vor, doch die Endinger blieben stets dran. TVE-Goalie Vit Schams rettete das ein ums andere Mal. Erst drei Minuten vor der Halbzeitpause gelang auch dem BSV erstmals eine Zwei-Tore-Führung (13:11).

Und diese Führung hielten die Hausherren bis zur Pause. So gingen die beiden Teams mit einem 15:13 in die Halbzeit.

Schlechter Start in die zweite Hälfte

Und die Endinger kamen denkbar schlecht aus der Unterbrechung. Drei schnelle Gegentore und eine Zeitstrafe gegen Simon Huwyler setzten der Mannschaft zu. Schon nach vier Minuten in der zweiten Hälfte reagierte TVE-Trainer Majeri mit dem nächsten Timeout.

Doch nach 40 Minuten kamen die Endinger wieder besser rein in dieses Spiel. Justin Larouche verkürzte wieder auf zwei Tore Abstand zum 19:21. Danach zog jedoch wieder der BSV davon. Zehn Minuten vor Schluss führten die Hausherren mit fünf Toren. Majeri nahm sein letztes Timeout.

Viel brachten die Worte des Trainers nicht mehr: Der TV Endingen verlor mit 27:33.

Telegramm

BSV Bern - Endingen 33:27 (15:13)

Mobiliar Arena. – 15 Zuschauer. – SR Castiñeiras/Zwahlen. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Bern, 3-mal 2 Minuten gegen Endingen.

BSV Bern: Schelling (14 Paraden)/Cvitkovic (2); Arn (4 Tore), Baumgartner (3), Eggimann, Freiberg (1), Gerlich (6), Jauer, Kaleb (3), Kusio (6), Mühlemann (2), Rohr (2), Strahm (1), Vögtli, Weingartner (4), Widmer (1).

Endingen: Schams (12 Paraden)/Imhof; Fischer, N. Grau (3 Tore), Huesmann (5), Huwyler (1), Larouche (4), Mauron (5), Radovanovic (4), Christian Riechsteiner (2/2), Lukas Riechsteiner (1), Schafroth (2).

Bemerkungen: Endingen ohne Pejkovic (rekonvaleszent), Hirsbrunner (verletzt), S. Grau, Mischler, Mühlebach (alle ohne Einsatz), Hitz und Lüthi (nicht im Aufgebot). – Verhältnis verschossener Penaltys: 0:2.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sich das Spiel in der Aufzeichnung des Livestreams an: