FC Aarau

Das Herz des FC Aarau: Olivier Jäckle und Elsad Zverotic bilden ein unverzichtbares Duo

«Das Schöne ist, dass wir uns auch neben dem Platz sehr gut verstehen.» Olivier Jäckle (links) und Elsad Zverotic sind von der Not- zur Traumlösung im Mittelfeldzentrum geworden.

Wie im richtigen Leben dauerte es auch bei Jäckle und Zverotic, bis zusammenkam, was zusammengehört. Doch das Warten hat sich gelohnt. Die Bilanz des Duos: Neun Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen.

Ziehen Sie keine falschen Schlüsse aus dem Bild: Das ist keine Geschichte über das erste Outing zweier aktiver Fussballprofis. Doch Olivier Jäckle und Elsad Zverotic beweisen, dass auch eine berufliche Beziehung pulsieren kann: Das Duo bildet das Herz des FC Aarau.

Wie im richtigen Leben dauerte es auch bei Jäckle und Zverotic, bis zusammenkam, was zusammengehört. Vor der Saison dachte niemand, dass die beiden dereinst das zentrale Mittelfeld bilden und dort einer der wichtigsten Gründe für den Aufwärtstrend des FC Aarau sind.

Was beide verbindet: Anfängliche Startschwierigkeiten

Elsad Zverotic (32) wurde im Juni 2018 als Innenverteidiger geholt. Mit seiner Erfahrung als Rekordnationalspieler Montenegros, ehemaliger Premier-League-Profi (Fulham) und langjährige Stammkraft in der Super League (u. a. Cupsieger mit Sion) sollte er als Abwehrchef die jungen Nebenleute anführen. Zverotic im Mittelfeld? Damals nur eine Notlösung.

Auch Olivier Jäckle begann die Saison woanders – in der Reha. Trainer Patrick Rahmen sah für ihn zwar eine Rolle im Mittelfeld vor, doch zu Saisonbeginn fiel der 26-Jährige wie so oft in den vergangenen Jahren verletzt aus.

Es folgte der erste Spieltag. Und mit ihm fünf Niederlagen in Folge. Die im Mittelfeldzentrum eingesetzten Mats Hammerich, Michael Perrier und Gezim Pepsi entpuppten sich alle als der Aufgabe nicht gewachsen.

Die Warnungen im Vorfeld, der FCA habe mit Zverotic und Marco Schneuwly zwar seinen Promifaktor gesteigert, aber den wichtigsten Transfer, nämlich den eines Routiniers im defensiven Mittelfeld, versäumt, stellten sich als richtig heraus.

Keine Mannschaft ohne Herz 

Die Zone vor der Abwehr ist im modernen Fussball die wichtigste, dort werden die gegnerischen Angriffe abgefangen und die eigenen initiiert. Eine Mannschaft ohne funktionierendes Mittelfeldzentrum ist eine Mannschaft ohne Herz. Patrick Rahmen sagt rückblickend: «Um den Sinkflug zu stoppen, brauchten wir dringend Stabilität.»

Was tun? Der FCA verpflichtete erst einmal Nicolas Bürgy, den vierten Innenverteidiger. Was zuerst aussah wie ein schlechter Witz, stellte sich als cleverer Schachzug heraus. Bürgy übernahm in der Abwehr den Platz von Zverotic, dieser rückte vor ins Mittelfeld und sah sich neben Jäckle wieder, der wegen der Notlage früher als geplant auf den Platz zurückkehrte.

Ein siegreiches Duo

Aus der Not- wurde rasch eine Traumlösung. Zwar ging das erste Spiel mit dem neu bestückten Mittelfeld verloren; doch schon damals in Rapperswil-Jona (1:2) zeichnete sich ab: Das passt. Seither sind Zverotic und Jäckle unzertrennlich, einzig im letzten Vorrundenspiel in Kriens (2:1) wurde das neue Herz des FC Aarau wegen einer Sperre Jäckles kurzzeitig auseinandergerissen.

Die Bilanz des Duos lässt sich sehen: Neun Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen. Noch aussagekräftiger ist diese Statistik: Mit Zverotic und Jäckle auf der Doppelsechs holte der FCA 30 von insgesamt 33 Punkten.

«Wir ergänzen uns ideal», sagt Zverotic, «ich bin der Mann fürs Grobe, Oli sorgt mit seiner Ruhe am Ball und seiner Übersicht für die magischen Momente. Was mir an ihm gefällt: Er will immer den Ball, auch wenn ihm in der Situation zuvor ein Fehler unterlaufen ist.»

Jäckle nickt und ergänzt: «Elsad gewinnt fast jeden Zweikampf und kämpft für zwei. Ich kann mich neben ihm voll auf meine Aufgabe als Spielmacher konzentrieren. Das Schöne ist, dass wir uns auch neben dem Platz sehr gut verstehen.»

Führungsspieler mit grossem Talent 

Die Frage, die sich in jeder Beziehung stellt: Wer von beiden ist der Chef? Zverotic: «Klar habe ich wegen meines Alters mehr Erfahrung, aber wir sind beide wichtige Führungsspieler, die Jungen orientieren sich an uns. Ich mache Oli immer wieder Feuer, damit er alles aus sich rausholt. Er hat die besten Jahre noch vor sich, mit seiner Klasse müsste er bald in der Super League spielen. Für mich hingegen ist Aarau wohl die letzte Station meiner Karriere.»

Jetzt lacht Jäckle: «Es stimmt, ich brauche das ab und zu. Ich bin mir bewusst, dass meine Art manchmal etwas lässig wirkt. Aber das sieht nur so aus, ich gebe immer Vollgas. Ich kann sagen: So gut wie in dieser Saison war ich noch nie, seit ich 2012 zum FC Aarau kam.»

Sein Trainer stimmt zu. «Oli ist momentan kaum verzichtbar. Hoffentlich! Wäre das nicht so, würde ich mich ärgern, dann hätte er sein Talent verschenkt.» Patrick Rahmen über sein Mittelfeld-Duo: «Oli und Elsad setzen um, was ich von ihnen verlange. Gleichzeitig sind sie selbstbewusst genug, auf dem Platz selber Entscheidungen zu treffen. Sie ergänzen sich dank Elsads Physis und Routine sowie Olis technischen Fertigkeiten ideal. Ja, sie sind das Herz der Mannschaft.»

Seit dem (1:2) in Rapperswil-Jona sind Zverotic und Jäckle unzertrennlich und bilden das neue Herz des FC Aarau.

Seit dem (1:2) in Rapperswil-Jona sind Zverotic und Jäckle unzertrennlich und bilden das neue Herz des FC Aarau.

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