NLA-Handball
Das Geschenk nicht unter den Weihnachtsbaum gepackt: TV Endingen verliert Kellerduell auswärts bei GC Amicitia

Der TV Endingen muss im Kellerduell auswärts gegen GC Amicitia eine bittere 29:30-Niederlage hinnehmen. Damit finden sich die Surbtaler kurz vor Weihnachten auf dem letzten Platz der NLA-Tabelle wieder. Zur Pause war das Skore mit 12:12 noch ausgeglichen gewesen.

Dean Fuss
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TVE-Topskorer Justin Larouche gab im Kellerduell gegen GC Amicitia sein Comeback nach seiner zehntägigen Quarantäne – der Kanadier konnte die 29:30-Niederlage aber trotz seiner acht Treffer nicht verhindern.

TVE-Topskorer Justin Larouche gab im Kellerduell gegen GC Amicitia sein Comeback nach seiner zehntägigen Quarantäne – der Kanadier konnte die 29:30-Niederlage aber trotz seiner acht Treffer nicht verhindern.

Alexander Wagner

Ein Sieg gegen GC Amicitia. Es hätte sich gut gemacht unter dem Weihnachtsbaum der Endinger, dieses Geschenk. Der Haken dabei: Die Spieler des TVE hätten sich dieses Geschenk selber machen müssen und das ist nicht gelungen.

Zwar sorgte Torhüter Vit Schams mit seinen 15 Paraden (Abwehrquote: 35 Prozent) zumindest für eine solide Kartonschachtel, Topskorer Justin Larouche mit seinen acht Treffern für schönes Packpapier – aber am Ende vergassen die Surbtaler schlicht und einfach, das Geschenk in zu verschnüren und es unter den Weihnachtsbaum zu packen.

Nach der 29:30-Niederlage im Kellerduell auswärts gegen GC Amicitia findet sich der TVE nun am Tabellenende der NLA wieder. Punktgleich mit dem gestrigen Gegner zwar, aber mit deutlich schlechterem Torverhältnis. Kommt hinzu, dass die Zürcher noch zwei Partien weniger bestritten haben als die Endinger.

Niederlage trotz guter Leistung der Quarantäne-Rückkehrer

Die Gäste aus dem Surbtal hatten die Partie in der coronabedingt leeren Saalsporthalle lange Zeit offen gestalten können, lagen sogar immer wieder vorne. Am Ende fehlte ein einziger Treffer für einen Punktgewinn.

Es half sicher nicht, dass Sven Schafroth bereits ab der 14. Minute verletzt ausfiel und dass Lukas Riechsteiner ebenfalls in der Startviertelstunde bereits zwei Zweiminutenstrafen kassiert hatte – die sowieso schon limitierten Wechselmöglichkeiten der Endinger waren damit praktisch erschöpft.

Auch dass die fast direkt aus zehntägiger Quarantäne auf die Platte zurückgekehrten Schams und Larouche durchaus zu gefallen wussten, änderte nichts am Endergebnis.

«Unter diesen Umständen eine gute Leistung»

«Wir haben es in den eigenen Händen gehabt, hier mehr mitzunehmen», sagte TVE-Captain Christian Riechsteiner nach der Schlusssirene bei «Sport1».

Ähnlich, aber doch etwas versöhnlicher, klang es auch bei TVE-Trainer Zoltan Majeri: «Wir haben während der kompletten Spieldauer mitgehalten. Das ist unter diesen Umständen eine gute Leistung. Schade, dass wir uns nicht mit einem Punktgewinn haben belohnen können.»

Letztes Spiel 2020 am Samstag gegen St. Otmar

Schon morgen Samstag (Anpfiff: 18 Uhr) steht für den TVE die letzte Partie des Jahres 2020 an: Zu Hause empfangen die Surbtaler St. Otmar St. Gallen.

Gegen die Ostschweizer haben die Endinger zuletzt drei Mal in Folge deutlich verloren – es ist nicht zu erwarten, dass die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum gegen diesen Gegner Zuwachs erhalten.

Der Match

Dem TV Endingen gelingt der Auftakt in das Kellerduell auswärts gegen GC Amicitia. Obwohl die Hausherren in der leeren Zürcher Saalsporthalle mit Ballbesitz beginnen können, liegen die Gäste aus dem Surbtal erst nach 16:24 Spielminuten (5:6) zum ersten Mal im Rückstand. Bis dahin haben die kurz vor der Partie aus zehntägiger Quarantäne entlassenen Torhüter Vit Schams (4 Paraden) und Topskorer Justin Larouche (3 Treffer) dafür gesorgt, dass der TVE das Skore unter Kontrolle behalten hat.

In der Folge wechselt die Führung zwischen den beiden Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg hin und her. In der letzten Spielminute vor der Pause sorgt indes das Duo Schams/Larouche dafür, dass die beiden Teams mit einem 12:12-Unentschieden in die Kabinen gehen. Der Torhüter mit seinen Paraden sieben und acht (Abwehrquote: 40 Prozent) und Larouche mit seinem fünften persönlichen Erfolgserlebnis, einem herrlichen direkten Freiwurf-Treffer um die Mauer herum.

Der Auftakt in die zweite Halbzeit verläuft ausgeglichen – bis der TVE in der 41. Minute erstmals mit zwei Treffern (19:17) vorlegen kann. Doch den Gästen gelingt es nicht, dieses Polster dauerhaft zu installieren. Ganz im Gegenteil: Nur sieben Minuten später liegt der TVE wieder um eine Länge zurück (21:22). In der Folge legen die Zürcher jeweils vor und die Aargauer ziehen wieder gleich.

Knapp sechs Minuten vor der Schlusssirene ist es dann mit dieser Gleichmässigkeit vorbei: Nach einem Technischen Fehler der Zürcher ist es TVE-Kreisläufer Simon Huwyler, der die Gäste in Front (26:25) bringt. Kurz vor Ablauf der 57. Minute sind es dann nach einem Technischen Fehler (Larouche) und einem Wurffehler (Christian Riechsteiner) auf Seiten der Endinger erneut die Zürcher, die wieder vorlegen (27:26).

66 Sekunden vor der Schlusssirene trifft Jost Brücker mittels Siebenmeter zum 29:28 für GC Amicitia. Nach 59:28 sieht Larouche seinen Wurf von GC-Torhüter Nikola Marinovic pariert und damit ist die Niederlage der Gäste besiegelt. Die Endinger müssen sich nach je einem weiteren Treffer in den Schlusssekunden mit 29:30 geschlagen geben.

Telegramm

GC Amicitia - Endingen 30:29 (12:12)

Saalsporthalle, Zürich. – Keine Zuschauer. – SR Abalo/Maurer. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia, 3-mal 2 Minuten gegen Endingen.

GC Amicitia: Marinovic (14 Paraden); Alili, Brücker (7 Tore), Fröhlich (1), Kaletsch (6), Matic (2), Onamade (3), Quni (2), Reznicek (3), Schild (6), Szymanski.

Endingen: Schams (15 Paraden); N. Grau (4 Tore), Huwyler (2), Larouche (8), Mauron (4), Radovanovic (3), C. Riechsteiner (4), L. Riechsteiner (3), Schafroth.

Bemerkungen: GC u.a. ohne Popovski und Praban (beide verletzt). Endingen ohne Pejkovic (rekonvaleszent), Mühlebach (verletzt), Huesmann (private Gründe), Fischer, S. Grau, Hitz, Mischler, Imhof (alle ohne Einsatz), Hirsbrunner und Lüthi (nicht im Aufgebot). – Verhältnis verschossener Penaltys: 0:1.