Kitesurfen
Daniel Rey ist ein Kitesurfer der ersten Stunde

Man nehme ein Wakeboard, einen grossen Lenkdrachen oder auch Kite genannt, 25 Meter lange Leinen und jemanden, der damit surfen kann. Jemanden wie Daniel Rey, der seit seinem 20. Lebensjahr Kitesurfen ausübt.

Melanie Wirz
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Nur fliegen ist schöner: Daniel Rey schwebt an seinem Kite hoch über dem Wasser. zVg

Nur fliegen ist schöner: Daniel Rey schwebt an seinem Kite hoch über dem Wasser. zVg

bz Basellandschaftliche Zeitung

«1999 war ich wohl der erste Kitesurfer auf dem Umersee überhaupt», schmunzelt der heute 32-Jährige, «selbst das Ausrüstungsmaterial musste ich damals noch aus Frankreich beziehen.» Kitesurfen hat also einen enormen Wandel durchgemacht, den Rey hautnah miterlebte. «Zu Beginn gab es vielleicht sechs oder sieben Leute, die man auf einem See kitesurfen sah. Heute sind es deutlich mehr.»

Kitesurfen ist attraktiver geworden

Vor allem die jüngere Generation macht sich auf den Vormarsch. «Heute ist es viel einfacher, an Trainingsmaterial zu kommen. Es wird weniger Material benötigt, um überhaupt voll ausgerüstet surfen zu gehen, deshalb ist die Sportart Kitesurfen attraktiver geworden», weiss der Brugger.

Doch wie kam der Unternehmensberater denn überhaupt zum Kitesurfen? «Ich war in Montpellier, wo ich eine Sprachschule besuchte. In meiner Freizeit ging ich Windsurfen. Und da auf dem Meer sah ich zum ersten Mal die Kitesurfer, wie sie mit ihren drachenartigen Schirmen durch die Luft flogen.

Das hat mich fasziniert, deshalb wollte ich es unbedingt ausprobieren.» Was er auch tat, und das nicht ohne Erfolg. Rey hat Talent, das sah dann auch sein heutiger Sponsor, das North-Dakine-Team. Somit musste der Kitesurfer seine Utensilien nicht mehr von fern bestellen. North Dakine stellt ihm das notwendige Material zur Verfügung und unterstützt ihn an Wettkämpfen.

Wie zum Beispiel an den Schweizer Meisterschaften, wo Rey auch schon einige Titel abgesahnt hat. Zuletzt gewann er 2009. «Ein Jahr später wollte ich den Titel verteidigen, meine Chancen lagen gut. Doch dann hatte ich einen Materialschaden», ärgerlich für jeden Sportler.

Zwei Arten von Training

Dieses Jahr will ers besser machen: «Ein Platz unter den ersten drei ist mein Ziel.» Und wie bereitet sich Rey denn auf einen solchen Wettkampf vor? «Es gibt zwei Arten von Training: Das so genannte Crosstraining, zu dem Joggen, Biken oder Klettern gehört. Und dann natürlich das Training auf dem See, um Manöver zu trainieren», erklärt der Aargauer. Das Kitesurf-Training sei sehr zeitaufwändig.

Rey fährt häufig an den Comer See nach Italien, da Kitesurfen auf den meisten Seen in der Schweiz verboten ist, weil es zu gefährlich ist. Diese Ansicht teilt der Sportler jedoch nicht. «Im Kitesurfen hat der Surfer den Kite unter Kontrolle, es kann fast nichts passieren.

Auch der Platzaufwand ist für Kiter nicht grösser als bei jedem anderen Wassersport und bei guten Kitesurfbedingungen, also viel Wind, kehren sowieso die meisten anderen Seebenutzer in die Häfen oder ans Land zurück.» Ausserdem munkle man, Kitesurfen soll 2016 olympisch werden. «Deshalb kann es doch nicht sein, dass ein olympischer Sport in der Schweiz verboten sein soll», so Rey.