Handball
Bis zur 40. Minute hielt Suhr Aarau mit den Kadetten mit

Lange hielt Suhr Aarau mit Schaffhausen mit, am Schluss hiess es aber 28:34. Warum hat es nicht zu einem Unentschieden oder sogar Sieg gereicht?

Jörg Greb
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Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen
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Anton Mansson (links, Kadetten) gegen Mathias Kasapidis (rechts, Suhr).
Patrick Strebel (vorne, Suhr).
Anton Mansson (links, Kadetten) gegen Niolas Suter (rechts, Suhr).
Robert Konecnik (Suhr).
Patrick Romann (rechts, Suhr) gegen Marko Mamic (links, Kadetten).
Misha Kaufmann (links, Suhr) gegen Nikola Cvijetic (rechts, Kadetten).
Benjamin Geisser (vorne, Kadetten) gegen Nicolas Suter (links, Suhr).
Manuel Liniger (Kadetten).

Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen

Alexander Wagner

So viel Freude und Begeisterung hat der HSC Suhr Aarau seit dem Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse noch nie ausgelöst. Frech, frei, frisch trat der Heimklub auf und vermochte das offensichtliche Manko an Erfahrung, an Klasse und an Variationsmöglichkeiten gegenüber dem Widersacher aus Schaffhausen wettzumachen. Zumindest lange. 40 Minuten hielt die Herrlichkeit und hatte die Perspektive auf den Überraschungscoup Bestand. 20:20 lautete der Spielstand, und die Begeisterung elektrisierte die Spieler auf dem Spielfeld, die Bank wie auch das Publikum.

Fünf Minuten später hatte der Favorit die Rangordnung mit fünf Treffern in Folge aber hergestellt. Bemerkenswert dabei war, dass dafür sich eines der grössten Suhrer Talente von einst, Linkshänder Dimitri Küttel, mit den Toren 21, 22 und 25 hauptverantwortlich zeichnete. Ein bisschen an Tempo, an Variation und Kraft legten die Schaffhauser zu. Und genau in diesem Abschnitt blieb das Heimteam während acht Minuten ohne Torerfolg. Das war zu viel. Die Entscheidung war gefallen.

Ein Mann hatte zuvor die abgeklärten Schaffhauser an den Rand der Verzweiflung gebracht: Torhüter Tomislav Stojkovic mit seinen Paraden und Reflexen. 19 Mal verhinderte er so Gegentreffer. Eine Topbilanz. In seinem erst dritten Spiel für seinen Temporärarbeitgeber (Vertrag bis zum Jahresende) zeigte der 29-Jährige, welchen Rückhalt er der Equipe zu verleihen weiss. «Wir hatten uns auf das Spiel der Kadetten gut eingestellt und bauten darauf, dass sie wegen ihrer Doppelbelastung mit der Champions League etwas müde antreten», sagte er. Diese Vermutung sah er bestätigt: «Erst in den letzten 20 Minuten spielten sie ihr Plus an Qualität aus.»

Nur Lob für Stojkovic

Zu seiner eigenen Leistung meinte er: «Ich tat, was ein Torhüter zu tun hat.» Anerkennung dafür erntet er reichlich von den Klubverantwortlichen. «Toll, wie er sich rasch eingelebt hat», lobte Torhütertrainer Philipp Ramseier. Und Nachwuchstalent Flavio Wick, der in dieser Partie einzig für zwei Siebenmeter (gegen den souveränen Manuel Liniger) auf den Platz durfte, strich den Profit fürs Team wie auch für sich heraus: «Tomislav ist ein Routinier, von dem wir und ich enorm profitieren.» Er spricht von einem «ganz anderen Typ Torhüter als es die reguläre Nummer 1, der derzeit verletzte Martin Pramuk, darstellt. Eher «der Springer» sei Stojkovic sagt Wick. Mit seiner Ersatzrolle kommt Wick problemlos zu Recht. Sie ermöglicht es ihm, wieder mit seinem Stammverein Möhlin zu spielen und weiter Spielpraxis zu sammeln.

Suhr Aarau - Kadetten Schaffhausen 28:34 (14:15)

505 Zuschauer. – SR Khaenuesi/Boulachdi (Tun). – Strafen: je 4mal 2 Minuten.

Suhr Aarau: Stojkovic (Wick für 2 Penaltys); Kasapidis (5), Suter (2), Konecnik (2), Zuber (2), Romann (5), Aufdenblatten, Strebel (3), Josic (3), Studer (1), Kaufmann (4/2), Strebel (1).

Kadetten Schaffhausen: Maier; Cvijetic (2), Liniger (8/5), Küttel (4), Graubner, Pendic (6), Mamic (2), Geisser (3), Stojanovic (1), Mansson, Doborac (4), Jurca (4).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Pramuk, Kadetten Schaffhausen ohne Portner, Kukucka, Richwein, Schelbert, Muggli und Starczan (alle verletzt). – Ein verschossener Penalty (Suhr Aarau).