Kunstturnen
Barren-Finalist Lucas Fischer: «Ich kann mich beim Jubeln noch verbessern»

Der Möriker Lucas Fischer steht mit Pascal Bucher im Barren-Final an der Turn-EM in Moskau. Das gabs zuletzt an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Nach dem 3. Platz am Weltcup in Cottbus setzt Fischer seinen Höhenflug ungebremst fort.

Jonas Burch
Merken
Drucken
Teilen
Lucas Fischer.k

Lucas Fischer.k

KEYSTONE

Lucas Fischer: Und entsprechend gross ist auch die Freude im Team. Wir wussten, dass wir gut vorbereitet sind und der Finaleinzug dadurch ein realistisches Ziel sein kann. Dass alles nun wunschgemäss gelaufen ist, kommt für uns alle dennoch überraschend.

Nach meiner endlosen Verletzungsmisere fühlen sich die letzten Wochen wie im Märchen an. Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Vieles ist eine Frage der mentalen Stärke. In diesem Bereich habe ich auch intensiv gearbeitet und mich aus meiner Sicht auch deutlich verbessert. Früher wollte ich allen etwas beweisen, setzte mich damit unnötig unter Druck. Jetzt schaue ich nur auf mich, blende die öffentlichen Erwartungen vor und während der Übung komplett aus. Dieser Plan geht derzeit bestens auf.

Einen sehr grossen. Der Gesang hilft mir Emotionen abzubauen und gibt mir Kraft für meine sportlichen Ambitionen.

Ich setze mir grundsätzlich keine Rangziele. Dass ich überhaupt unter die besten Acht gekommen bin, ist für mich Lohn genug. Am Ende des Wettkampfes will ich einfach sagen können, alles gegeben und wie vorgenommen geturnt zu haben. Welcher Platz dabei herausspringt, werden wir am Ende sehen. Klar ist aber, dass die Konkurrenz, allen voran mit dem Deutschen Marcel Nguyen, auf einem enormen Niveau turnen.

Das Programm steht, da muss nicht mehr viel verändert werden. Dazu würde ohnehin so kurzfristig die Zeit fehlen. Wichtig ist nun eine optimale Regeneration gepaart mit leichten Trainingseinheiten.

Ich versuche es noch so lange wie möglich auszublenden. Bisher klappt das ganz gut (lacht). Die Nervosität wird sicher kommen, wahrscheinlich aber erst am Sonntag.

Ich kann mich beim Jubeln noch verbessern (lacht). (Anm. d. Red.: Fischer erhielt wegen eines Jubelschreis nach der Turnübung einen Abzug von 0,3 Punkten). Auch beim Abgang kann ich mich noch steigern. Ansonsten bin ich zufrieden.