Aufstiegsspiel

28:29-Niederlage gegen Gossau: Endingen verpasst NLA-Aufstieg in der allerletzten Sekunde

Was für eine Schlussphase! Der TV Endingen schnuppert am Aufstieg in die NLA. Doch Fortitudo Gossau erzielt in der allerletzten Sekunde den entscheidenden Treffer. Der TV Endingen verliert 28:29 und verbleibt damit in der Nationalliga B.

Sporthalle Buechenwald in Gossau: Es laufen die letzten Sekunden im Barrage-Rückspiel zwischen Fortitudo Gossau und dem TV Endingen.

Die Türe zur Nationalliga A steht für die Surbtaler weit offen. Der Traum ist zum Greifen nah. Noch sechs Sekunden.

Gossau mit dem allerletzten Angriff der Saison. Marcel Oertig spielt nach rechts, Yannick Harder nimmt den Pass perfekt mit und versenkt den Ball in den Maschen.

Endingen-Torhüter André Willimann sinkt zu Boden. Es ist aus. Der Traum geplatzt.

Für den TV Endingen wiederholt sich damit die Geschichte. Der Verein scheiterte in den letzten beiden Jahren ebenfalls in der Barrage.

Doch so eng wie an diesem Donnerstagabend standen die Surbtaler noch nie am Aufstieg in die höchste Schweizer Spielklasse.

«Wir hätten es verdient gehabt», sagte ein am Boden zerstörter Lukas Riechsteiner unmittelbar nach der Partie.

Das Sekunden-Finale war der letzte Wendepunkt eines komplett verrückten Spiels. Nach einem bärenstarken Beginn der Gäste drehten die Ostschweizer immer mehr auf. In der 27. Minute lag Gossau gar mit fünf Toren Abstand in Führung.

Doch das Team von Michael Spuler steckte nie auf. Angeführt vom überragenden Brüder-Gespann Christian und Lukas Riechsteiner kämpfte sich der TV Endingen zurück in die Partie.

In den letzten drei Minuten der ersten Hälfte verkürzten sie dank drei Toren von Lukas Riechsteiner auf 13:15. «Das war sehr wichtig für uns», sagte Lukas Riechsteiner nach dem Spiel.

TV Endingen verliert gegen Gossau knapp 28:29

Unentschieden hätte gereicht

In der zweiten Hälfte häuften sich die Strafminuten auf beiden Seiten. Die Partie wurde ruppiger.

Endingen musste dem Zwei-Tore-Rückstand hinterherrennen. Wie schon im Hinspiel vergaben die Surbtaler in dieser Phase der Partie zu viele Grosschancen.

Doch weil auch die Gossauer im Abschluss nicht überzeugen konnten, blieb Endingen stets in Schlagkontakt.

Überraschend, wie sich die Surbtaler in den letzten zehn Minuten nochmals aufbäumten. Denn das Barrage-Rückspiel war das dritte Spiel innert fünf Tagen. Die Heimzuschauer rechneten wohl nicht mehr mit einem Comeback, als sie in der 45. Minute Sprechchöre gegen das Gastteam anstimmten.

Doch die Anhänger hatten die Rechnung ohne die beiden Riechsteiners gemacht.

Christian und Lukas erzielten 16 (!) der 28 Toren des TVE. Sie waren dann auch mit einer traumhaften Kombination für den viel umjubelten Führungstreffer verantwortlich.

Das Gebrüder-Gespann war es auch, dass in den entscheidenden Schlussminuten ein ruhiges Händchen behielten.

Da ein Unentschieden zum Aufstieg gereicht hätte, stand die Endinger-Bank beim Stand von 28:28 Arm in Arm vor der Spielerbank. Bis zur verflixten letzten Sekunde.

Die Last-Minute-Niederlage konnte auch Lukas Riechsteiner nicht mehr verhindern, der wie schon im Hinspiel der beste Spieler auf dem Feld war.

«Was nützen mir diese neun Tore, wenn wir am Ende das Spiel verlieren», fragte er nach dem Spiel enttäuscht. «Ich hätte lieber gar keine Treffer erzielt.»

Die Nummer fünf der Endinger sah den Grund für das Verpassen des Aufstieges aber nicht am heutigen Abend, sondern am vergangenen Dienstag: «Da hatten wir zu viele Chancen liegen lassen», resümierte er und schlich mit gesenktem Kopf in die Kabine.

Lesen Sie hier Liveticker zum Spiel nach: 

Autor

Nicola Imfeld

Nicola  Imfeld

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