Testspiel
2:3 im Wankdorf: Wieder agiert Aarau gegen ein Super-League-Schwergewicht eine Halbzeit lang auf Augenhöhe

Nach dem 0:5 gegen Basel verliert Aarau auch gegen Meister YB, dank deutlicher Leistungssteigerung nach der Pause aber denkbar knapp. Zu gefallen wusste erneut ein junger Mittelfeldspieler, der bislang nur kurz im Scheinwerferlicht aufgetreten war.

Sebastian Wendel
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Siebatcheu erzielt gegen Aarau-Goalie Enzler das dritte YB-Tor
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Aarau-Aratore gegen YB-Aebischer
Aaraus Jäckle gegen YB's Mambimbi
Nicolas Bürgy, 2018-2019 in Diensten des FC Aarau, im Duell mit Kevin Spadanuda

Siebatcheu erzielt gegen Aarau-Goalie Enzler das dritte YB-Tor

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Kunstrasen mit integrierter Heizung sei Dank: Während landesweit viele Testspiele dem Schnee zum Opfer fielen, konnte der FC Aarau am Samstagnachmittag wie geplant im Berner Wankdorf gegen YB antreten. Das Duell mit dem Super-League-Tabellenführer war quasi die Steigerung des Freundschaftsspiels am Dienstag zuvor, als Aarau gegen den ersten YB-Verfolger Basel 0:5 verlor.

Der Logik folgend hätte der FCA in Bern noch höher verloren müssen. Doch weil Fussball selten logisch nicht, vor allem aber dank einer deutlichen Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel «holte» Aarau gegen YB ein achtbares 2:3.

In der ersten Halbzeit jedoch bekamen die Gäste die Grenzen aufgezeigt: Zwei Stellungsfehler und ein Fehlpass im Aufbau wurden vom besten Schweizer Team in Person von Suljemani, Mambimbi und Siebatcheu rigoros bestraft, das 0:3 zur Spielhälfte entsprach dem Gezeigten. Aarau wurde im Gegensatz zur ersten Halbzeit gegen Basel offensiv nie gefährlich.

Das änderte sich der Pause: Sichtlich im Stolz getroffen, schaltete Stephan Kellers Mannschaft zwei Gänge hoch und erzielte bereits in der 49. Minute das 1:3 durch Captain Zverotic. Die YB-Angriffe hatte Aarau nun im Griff und als Schiedsrichter Schnyder in der 57. Minute einen zweifelhaften Penalty für die Berner pfiff, war Goalie Simon Enzler zur Stelle. Test- und Pflichtspiele zusammengerechnet, war es bereits Enzlers vierter parierte Elfmeter in dieser Saison.

In der 73. Minute verwertete der kosovarische Testspieler Milot Avdyli eine ideale Vorlage von Landsmann Liridon Balaj. Der Ausgleich gelang zwar nicht mehr, die Leistung in der zweiten Halbzeit jedoch macht Hoffnung, dass der FC Aarau seine gute Form in der Winterpause konserviert hat.

Trainer Stephan Keller ermöglichte in den Testspielen gegen Basel und YB erwartungsgemäss den jungen Spielern viele Einsatzminuten. Von diesen wusste in beiden Partien der 17-jährige Silvan Schwegler im zentralen Mittelfeld mit einer tiefen Fehlerquote, Handlungsschnelligkeit und gutem Spielverständnis zu gefallen. Der Zofinger, im Rahmen der Kaderverjüngung im vergangenen Sommer mit einem Profivertrag ausgestattet, schnupperte bisher 17 Minuten Profiluft beim 3:2-Auswärtssieg gegen Xamax. Mit seinen Leistungen gegen Basel und YB empfahl er sich für weitere Einsätze in der Meisterschaft, die für den FC Aarau am kommenden Samstag und somit einen Tag später als ursprünglich geplant gegen den FC Wil weitergeht.

Telegramm

YB – FC Aarau 3:2 (3:0)

Wankdorf, Bern. – SR Schnyder. – Tore: 11. Sulejmani 1:0. 30. Mambimbi 2:0. 39. Siebatcheu 3:0. 49. Zverotic 3:1. 73. Avdyli 3:2.

YB: Faivre; Hefti, Bürgy, Crnovrsanin (46. Geiger, 81. Amenda), Lefort; Lauper (69. Vladi); Ris (69. Fosso), Aebischer, Sulejmani (81. De Donno); Siebatcheu, Mambimbi (81. Rossier).

Aarau: Enzler; Zverotic (60. Giger), Hasani (81. Suter), Bergsma, Lujic (60. Mijatovic); Schwegler (81. Senyurt), Hammerich (60. Jäckle); Aratore (72. Avdyli), Misic (72. Hajdari), Rrudhani (46. Balaj); Stojilkovic (46. Spadanuda)

Bemerkungen: 57. Enzler hält Foulpenalty von Siebatcheu. 58. Lattenschuss Balaj. - Aarau ohne Gashi, Schindelholz (beide krank), Ammeter, Peralta, Qollaku, Thaler, Thiesson, Verboom (alle verletzt), Caserta und Lüscher-Boakye (beide nicht im Aufgebot). - Testspieler Avdyli und Mijatovic.