Volleyball
2:3-Niederlage gegen Basel: Volley Luzern erleidet den nächsten Rückschlag

Volley Luzern verliert zu Hause gegen Basel mit 2:3. Nach einem kapitalen Fehlstart wäre sogar noch der Sieg möglich gewesen.

Stephan Santschi
Merken
Drucken
Teilen
Lars Ulrich (links) beobachtet Dominik Ulrich beim Smash: Am Ende fehlen wenige Punkte.

Lars Ulrich (links) beobachtet Dominik Ulrich beim Smash: Am Ende fehlen wenige Punkte.

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 4. November 2020)

Die Spannung in der Luzerner Bahnhofhalle, in der als Coronamassnahme des Verbandes gar keine Zuschauer zugelassen sind, befand sich auf dem Höhepunkt. Die Zahl der Menschen, die den Livestream in der warmen Stube verfolgten, erreichte mit über 250 einen Spitzenwert. Volley Luzern hatte beim Stand von 2:2-Sätzen und 14:13-Punkten Matchball, der erste Heimsieg der NLA-Saison war in Griffweite. Doch die Nerven hielten nicht, die Gäste von Traktor Basel glichen aus und hatten in der Folge selber die Gelegenheit, das Duell der beiden Kellerkinder der Tabelle für sich zu entscheiden.

Nach über zwei Stunden Spielzeit nutzten sie schliesslich den fünften Matchball zum 20:18, die Basler feierten, die Luzerner haderten. «Am Ende spielten auch Glück und Pech eine Rolle. Basel hat verdient gewonnen, wir haben das Spiel am Anfang verloren, da haben wir viel zu wenig gemacht», resümierte Luzerns Passeur Lars Ulrich, der im Sommer von Basel nach Luzern gewechselt war.

Die Art und Weise, wie die Luzerner in die Partie starteten, war in der Tat bedenklich. Anstatt den Schwung des ersten Saisonsieges mitzunehmen, der ihnen vor einer Woche überraschend in Schönenwerd gelungen war, schienen sie mental gar nicht auf dem Platz zu sein. «Wir gingen mit viel zu wenig Energie ans Werk, wir haben ja eigentlich gar nichts gemacht», stellte Ulrich fest, ohne sich diese Einstellung selbst erklären zu können. «Gegen tiefer klassierte Gegner tun wir uns schwerer, gegen die Topteams haben wir weniger Druck und nichts zu verlieren. Es ist Kopfsache.»

Luzern kämpft sich nach 0:2-Rückstand ins Spiel

Ohne Druck im Service, ohne Blockarbeit und mit derart vielen technischen Fehlern und ungenauen Annahmen waren die Luzerner in Satz eins chancenlos und mit dem 19:25 gar noch gut bedient. Auch danach wurde es zunächst nur unwesentlich besser, symptomatisch war die Aktion von Malte Neubert beim Stand von 18:20. Nach seinem Ass zum 19:20 landete sein zweiter Service meterweit im Aus. Ohne Sicherheit und Konstanz in den eigenen Aktionen entglitt den Bluebrothers auch der zweite Durchgang – mit einem 20:25 handelten sie sich einen 0:2-Rückstand ein. Mit dem Rücken zur Wand, stemmten sich die Luzerner aber gegen die Niederlage, plötzlich war mehr Überzeugung im Aufschlag, auch die Defensivarbeit liess eine Steigerung erkennen. Lars Wilmsen und Tim Köpfli übernahmen in der Offensive viel Verantwortung, führten ihr Team zum 2:2-Satzausgleich (25:22, 25:22) und damit immerhin zu einem Punktgewinn. Im Tiebreak setzte sich das Auf und Ab indes fort, auf den 4:2-Vorsprung folgte ein 5:8-Rückstand ehe der Endspurt verloren ging. Der Frust bei den Luzernern war entsprechend gross, «wir können viel mehr, haben in den letzten Wochen viel gelernt. Aber wir können es im Spiel nicht umsetzen», sagte Lars Ulrich.

Auffällig ist, dass der tschechische Teamleader Dominik Fort nach seiner Fussverletzung noch nicht sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Nick Amstutz ist nach einer Krankheit noch nicht auf 100 Prozent und wurde am Sonntag geschont. Und Ben Hensler ist weiterhin verletzt. Unter dem Strich sind die Leistungsschwankungen erklärbar, ärgerlich ist die Niederlage gegen ein Team in Reichweite dennoch. Absteigen aus der NLA kann in dieser Saison zwar kein Team, die Luzerner hätten mit einem Sieg aber an Basel vorbei auf Rang sechs ziehen und ihre Ausgangslage mit Blick auf die Playoff-Viertelfinals verbessern können.

Volleyball

Männer. NLA: Volley Luzern – Traktor Basel 2:3. Lausanne UC – Chênois 2:3 (25:22, 25:22, 20:25, 9:25, 9:15). Näfels – Schönenwerd 3:2 (30:28, 25:27, 25:21, 16:25, 15:13).
Rangliste: 1. Amriswil 7/21. 2. Chênois 7/17. 3. Schönenwerd 7/14. 4. Näfels 8/11. 5. Lausanne UC 6/10. 6. Traktor Basel 8/5. 7. Volley Luzern 7/3. 8. Jona 4/0.

Volley Luzern – Traktor Basel 2:3
Bahnhofhalle. – Satzergebnisse: 19:25, 20:25, 25:22, 25:22, 18:20. – Spieldauer: 124 Minuten. – Luzern: Fort, Wilmsen, Lars Ulrich, Dominik Ulrich, Berggren, Gautschi (Libero), Köpfli; Neubert, Perezic, Döös.

Frauen. NLA: Aesch-Pfeffingen – Val-de-Travers 3:0 (25:10, 25:14, 25:10). Franches-Montagnes – Volley Lugano 3:0 (25:22, 25:21, 27:25). Cheseaux – Kanti Schaffhausen 2:3 (25:20, 26:24, 21:25, 22:25, 10:15). Düdingen – Neuchâtel UC 0:3 (13:25, 23:25, 15:25). Toggenburg – Genève Volley 3:1 (23:25, 25:19, 25:19, 25:17).
Rangliste: 1. Aesch-Pfeffingen 11/30. 2. Neuchâtel 10/24. 3. Düdingen 10/23. 4. Schaffhausen 9/18. 5. Franches-Montagnes 10/14. 6. Cheseaux 10/13. 7. Toggenburg 9/9. 8. Lugano 7/8. 9. Genève 11/4. 10. Val-de-Travers 8/1.

Die Redaktion empfiehlt