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Ein schwaches Gehör schwächt den Verstand

Schlechtes Hören beschleunigt den geistigen Abbau und erhöht die Gefahr einer Demenz. Vorsorge beim HNO-Arzt könnte das Risiko verringern.

Lajos Schöne
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Dieser Artikel wurde von der Verlagsredaktion der CH Regionalmedien AG im Auftrag der Partner von Gesundheit Aargau erstellt. Hier geht es zu den Richtlinien für Promoted Content der CH Regionalmedien AG.

In der Schweiz sind schätzungsweise gegen 600 000 Menschen schwerhörig.

In der Schweiz sind schätzungsweise gegen 600 000 Menschen schwerhörig.

Bild: Getty

Hören und Verstehen sind eng miteinander verknüpft: Das Sprachverstehen ist sowohl vom Hörvermögen als auch von den kognitiven Fähigkeiten abhängig. Studien deuten darauf hin, dass bei einer Hörbehinderung der geistige Abbau im Alter schneller voranschreitet als bei normal hörenden Menschen.

Ältere Menschen leiden überpro­portional häufig unter einer langsam fortschreitenden Hörstörung, der so genannten Altersschwerhörigkeit (Pres­byakusis). Etwa jeder dritte Mensch ab dem Alter von 65 Jahren ist davon betroffen. Zu Beginn betrifft die Störung nur die hohen Tonfrequenzen: Betroffene bemerken zunächst, dass sie das Vogelgezwitscher nicht mehr wahrnehmen. Später fällt es ihnen immer schwerer, anderen Menschen im Gespräch zu folgen.

Es drohen Einsamkeit und Depressionen

Hörstörungen sind jedoch auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie einen behandelbaren Risikofaktor für Gedächtnisverlust und Demenz im Alter darstellen, betonen HNO-Ärzte und Psychiater der Ruhr-Universität Bochum in einer gemeinsamen Publikation im Fachjournal «HNO». Erstautorin Christiane Völter und ihre Kollegen plädieren dafür, das Hörvermögen älterer Menschen systematisch zu überprüfen und ein Hörscreening als Früherkennungs-untersuchung zu etablieren.

Wird die Hörstörung nicht behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben: Viele Senioren geraten aufgrund der Hörbeeinträchtigung in eine soziale Isolation. Die verminderte Hörfähigkeit belastet jedoch nicht nur die Psyche, was sich in der Entwicklung von Depressionen zeigen kann. Auch die geistigen Fähigkeiten können nachlassen. Epidemiologische Studien zeigten, dass ältere Schwerhörige häufiger unter kognitiven Defiziten leiden als normal Hörende gleichen Alters. Das Risiko, nach zehn Jahren an einer Demenz zu erkranken, ist bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit sogar drei- bis fünffach höher, bestätigte eine aktuelle Metaanalyse.

Demenz-Diagnose künftig in der HNO-Praxis?

Die Bochumer Arbeitsgruppe um Christiane Völter ist überzeugt: Die Therapie einer Hörminderung könnte eine Präventionsmassnahme gegen die Entwicklung einer kognitiven Störung oder gar einer Demenz im Alter darstellen: «Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt wird in Zukunft möglicherweise in zunehmendem ­Masse einer der ersten Ansprechpartner für ältere Patienten mit kognitiven Einschränkungen sein. Eine frühere Erfassung des kognitiven Status könnte somit eine raschere Diagnosestellung und damit eine frühere Weichenstellung für zukünftige evidenzbasierte Therapien ermöglichen.»

Allerdings besteht bei den meisten vorhandenen Testverfahren die Gefahr falsch positiver Ergebnisse. So ergab eine Studie, dass 16 Prozent der Probanden mit einer lediglich mittelgradigen Hörminderung fälschlicherweise bereits als demenzkrank eingestuft wurden. Dennoch befürwortet Christiane Völter eine systematische Überprüfung des Hörvermögens älterer Menschen: «Ein Hörscreening für Ältere könnte in Zukunft Teil der Gesundheitsvorsorge in Analogie zu den bereits etablierten internistischen und urologischen Vorsorgeuntersuchungen sein.» Dies gelte umso mehr, da eine Therapie vieler Erkrankungen der Sinnesorgane meist ohne grössere Nebenwirkungen möglich sei, stellt die Hörexpertin fest.

Bessere Chancen durch moderne Geräte

Laut Schätzungen des Schweizer Gehörlosenbundes sind in der Schweiz bis zu 600 000 Menschen leicht bis hochgradig schwerhörig; sie gelten als hörbehindert. Dennoch werden Hörstörungen im Alter oft gar nicht oder erst spät erkannt und behandelt. Eine Verbesserung des Gehörs ist jedoch bereits seit langem durch hoch entwickelte Hörgeräte und seit einigen Jahren auch durch Cochlea-Implantate möglich.

Diese Innenohrprothesen, die ursprünglich für taube Kinder entwickelt wurden, nehmen den Schall über ein Mikrofon auf und stimulieren dann direkt den Hörnerv. «Auch Menschen, deren Schwerhörigkeit weit fortgeschritten ist, können mit einem Cochlea-Implantat wieder hören», so Christiane Völter. Erste prospektive Studien deuten darauf hin, dass sich bei einem Teil der älteren Patienten einzelne neurokognitive Fähigkeiten bereits sechs Monate nach der Versorgung mit einem Hörimplantat ­verbessern. Damit gewinnen sie auch ein grosses Stück Lebensqualität.