Atomausstieg: ja oder nein? Es ist die Gretchenfrage, die seit Fukushima nicht nur die nationale Politik beschäftigt sondern auch auf kantonaler Ebene viel zu reden gibt. Damit der Atomausstieg jedoch Tatsache wird, dazu braucht der Bund auch die Unterstützung der Kantone.

Doch wie stehen eigentlich die 447 Kandidierenden für die nächste Legislaturperiode des Kantonsrates dazu? Was ist in unserem Kanton für eine zukünftige Meinungslandschaft zu erwarten?

Aufgrund der Antworten, die bisher 393 aller Kandidierenden in den Smartvote-Fragebögen gegegeben haben, ergibt sich ein sehr eindeutiges Bild. Zwei Drittel der Kandidierenden wären derzeit für einen Atomausstieg bzw. würden das Vorhaben des Bundesrates unterstützen. Die Kandidierenden der Parteien Grüne, SP, sowie GLP und EVP sind fast einhellig der Meinung, dass die Atomkraftwerke bis im Jahr 2034 abgeschaltet werden sollen. Zum Teil wird gar die Forderung nach einem früheren Ausstieg laut: «Jedoch muss der Wandel schneller, bis spätestens 2029 passieren», so Christof Schauwecker von den Grünen. Es gibt jedoch in diesen Reihen vereinzelt abweichende Meinungen, welche einen Atomausstieg eher noch aus einem etwas skeptischen Blickwinkel betrachten.

EDU gespalten

Bei der CVP und der BDP gehen die Meinungen schon mehr auseinander, dennoch sind rund 84 Prozent der CVP und rund 85 Prozent der BDP der Ansicht, dass die Zeit der Atomkraftwerke abgelaufen ist. Sie würden den Atomausstieg mit ja, oder eher ja begrüssen, stellen jedoch gewisse Bedingungen: «Ja, wenn genügend Ressourcen vorhanden sind», hält beispielsweise Thomas Marti von der CVP fest.

66 Prozent der FDP hingegen stehen dem Vorhaben kritisch oder gar ablehnend gegenüber, sowie auch die SVP mit fast 90 Prozent den Atomausstieg ablehnt. «Die Alternativen konnte noch niemand aufzeigen», so Markus Spielmann von der FDP. Die EDU ist in der Frage gespalten, wobei mit 67 Prozent auch eher eine Zustimmung zum Ausstieg festzustellen ist.

Doch wie sehen es die Betroffenen, welche täglich mit dem Atomkraftwerk vor ihrer Haustüre konfrontiert werden? In der Amtei Olten-Gösgen ergibt sich dazu kein sehr abweichendes Bild. Es ist lediglich festzustellen, dass die Grundstimmungen der jeweiligen Parteien sich eher akzentuieren.

Wie schlussendlich das Volk zur Atomdebatte steht wird, sehen wir an der Urne, unter anderem auch am 3. März. (mru)