Der Strom aus erneuerbaren Energien (Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke) soll in den nächsten Jahrzehnten gezielt forciert werden. Viele Stromproduzenten klagen jedoch darüber, dass viele ihrer Projekte über Einsprachen durch Private und Umweltverbände blockiert sind. Daher stellt sich in der Politik die Frage, ob die Vorschriften im Bereich des Umwelt-, und Landschaftsschutzes gelockert werden sollen.

Breite Zustimmung

Aufgrund der Smartvote-Fragebögen wird ersichtlich, dass 77 Prozent aller auf Smartvote registrierten Kandidierenden für den Kantonsrat (von 447 haben 393 Kandidierende den Fragebogen ausgefüllt), einer Lockerung zustimmen würden. Am Grössten ist die Zustimmung mit ja oder eher ja bei der BDP, EVP mit fast 90 Prozent. Mit rund 80 Prozent, etwas tiefer, liegt diese bei der CVP, FD, SP, EDU und GLP, dennoch ist auch Nicole Hirt von der GLP der Meinung «Lieber Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke als radioaktiver Abfall, den niemand haben will.»

Die prozuentale tiefste Zustimmung, die mit 65 Prozent dennoch eine Mehrheit innerhalb der Partei geniesst, findet sich bei der SVP und den Grünen. Sie wollen keine Lockerung um jeden Preis. Daher kommentiert Thomas Giger von der SVP: «Im bereits überbauten Gelände oder in den Bau- und Gewerbezonen stimme ich dem zu, ansonsten nicht.» Auch Anita Huber von den Grünen ist der Meinung: «Windenergieanlagen sollen nicht in Vogelzugrouten liegen.»

Windräder im Thal und auf dem Grenchenberg

Was die Installation der geplanten Windenergieanlagen im Thal und auf dem Grenchenberg betrifft, so äussern sich alle Parteien mit fast 75 Prozent und mehr positiv dazu. «Wenn die Wirtschaftlichkeit aufgezeigt werden kann, sind solche Anlagen eine echte Alternative», ist Martin Vogel von der FDP überzeugt.

SVP anderer Meinung

Einzige Ausreisserin dabei ist die SVP, die in dieser Frage ziemlich gespalten ist. 44 Prozent sind dagegen: «Diese werden nicht reichen», stellt Johannes Brons von der SVP klar. Es brauche noch immer den Atomstrom. «Deshalb bin ich noch nicht überzeugt. Nach 2034 sehen wir, wie viel Strom uns fehlen wird», so Brons.

56 Prozent der SVP hingegen würden dem Projekt zustimmen: «Ja, wenn Kosten und Nutzen im Verhältnis stehen», meint Claudia Fluri-Halbeisen. (mru)