Projektchor «chores»
Zusammen klingt es am allerschönsten

Seit zwölf Jahren erarbeitet die Konzertorganisation «chores» anspruchsvolle Konzertliteratur. Diesmal sind in ihre Auftritte am 17. und 18. Dezember in Bern und Solothurn ein Kinder- und ein Jugendchor eingebunden.

Gundi Klemm
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Der Projektchor «chores» führt in Solothurn die «Toggenburger Passion» auf.

Der Projektchor «chores» führt in Solothurn die «Toggenburger Passion» auf.

Zur Verfügung gestellt

Erich Stoll, Gründer und künstlerischer Leiter von «chores», unterrichtet als Musikpädagoge an den Fraubrunner Schulen und leitet gleichzeitig – und das seit Jahrzehnten – unterschiedlichste Chöre für Erwachsene. Er kennt die Probleme, die entstehen, wenn man Heranwachsende für einen gemeinsamen Chorauftritt mit Erwachsenen begeistern möchte. Vorbehalte junger Menschen lauten dann häufig, dass die Musik der Älteren überhaupt nicht ihrem Lebensgefühl entspreche und dass man gerne in der eigenen Altersgruppe bleibe.

Stoll, der schon die Filmmusik von «Les Choristes» mit einem aus Schuljugend und Erwachsenen bestehenden Vokalensemble aufführte, hat nun in der Auswahl der Literatur für den kommenden gemeinsamen Auftritt erneut einen Kunstgriff angewendet. Er verbindet Kompositionen, die in Rhythmus und Harmonien Jugendlichen gefallen, mit der Aufführung einer zeitgenössischen Messe («Body and Soul» von Lorenz Maierhofer) und der gemütvol-len Musik des «Weihnachtsoratoriums» (Heinrich Fidelis Müller, 1837–1905).

Nachwuchs von Musik angesprochen

Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind abwechselnd und gemeinsam singend im Einsatz. Und am allerschönsten klingt es, wenn sich die leuchtenden Jugendstimmen mit der Vielstimmigkeit der Erwachsenen mischen. Eingebettet sind jugendliche Kleingruppen und sogar solistische Auftritte.

Erich Stoll hofft natürlich, dass sich der Nachwuchs durch das gemeinsame Erlebnis von Probentätigkeit wie auch durch die Aufführung dauerhaft und am liebsten lustvoll lebensbegleitend von Musik ansprechen lässt. Wie viele Schwierigkeiten von Chören, die um junge Mitglieder ringen, wären damit hinfällig.

Klassische Musik als Neuland

Nach dem durch die Schule Fraubrunnen organisierten Besuch von «Ewigi Liebi» wollte Stoll seinen Schülern das Erlebnis «anderer» Musik als nur Unterhaltungsgenre ermöglichen. Und gleichzeitig stellte er fest, dass «für viele Junge klassische Musik absolutes Neuland bedeutet, sie aber ganz erfüllt sind, weil sie regelrecht nach anderen Klängen dürsten». Nicht unwesentlich für den Erfolg und die Akzeptanz bei der Jugend ist die Konzert-Beteiligung von Gisela Stoll (Sopran), Tino Brütsch (Tenor) und Monika Nagy als virtuose Begleiterin am Klavier. Diese Musiker werden von den jungen Menschen durch ihren eigenen «Live»-Eindruck als Vorbilder empfunden. Als Lehrer weiss Stoll, dass solche Erlebnisse den Unterricht befruchten und Raum für Neues schaffen.

Der Chorbesuch an der Primarschule und der Oberstufe des Schulverbandes Fraubrunnen sei übrigens freiwillig und werde sehr rege genutzt, betont der Pädagoge nicht ohne Stolz. Wer nun in die Gesichter dieser kindlichen und jugendlichen Chormitglieder blickt, freut sich noch zusätzlich an der hier erkennbaren Integrationsleistung.

Hohes Mass an Disziplin

Ganz positiv beeindruckte die «chores»-Angehörigen – insbesondere die Eltern und Grosseltern unter ihnen – das hohe Mass an Disziplin der Kinder und Jugendlichen. Das dreiteilig vorgesehene Konzert umfasst zur Eröffnung den Programmblock «Feierklänge», der aus international bekannten Weihnachts- und Gospelliedern besteht.

Bern: Heiliggeistkirche, Samstag, 17. Dezember, 20 Uhr; Solothurn: Grosser Konzertsaal, Sonntag, 18. Dezember, 17 Uhr. Vorverkauf www.ticketino.com; Telefon 0900 441 441; Reisebüro Kuoni Solothurn, Direktverkauf an SBB- und BLS-Bahnhöfen, Musikhaus Krompholz Bern, Piccolino Fraubrunnen.

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