Zuchwil
Zuchwil hat Steuererhöhung von 125 auf 127 genehmigt

Die Gemeindeversammlung stimmte gestern der Anhebung des Steuerfusses von 125 auf 127 Prozent zu. Die finanzielle Lage der Gemeinde bleibt dennoch prekär.

Christoph Neuenschwander
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Gebündelte Schweizer Banknoten (Symbolbild)

Gebündelte Schweizer Banknoten (Symbolbild)

Keystone

Der Voranschlag 2013 sei zwar ein anständiger, aber nur wenn man ihn isoliert betrachte, betonte der Zuchwiler Gemeindepräsident Gilbert Ambühl an der gestrigen Gemeindeversammlung. Bei einem Aufwand von rund 53,85 Mio. Franken bleibt der Gemeinde laut Budget ein Ertragsüberschuss von 140‘600 Franken. Zuwenig, wenn man den Bilanzfehlbetrag von fast 5 Mio. Franken bedenkt.

Die Investitionen habe man auf ein Minimum beschränkt, was langfristig nicht tragbar sei, so Ambühl. Die Steuereinnahmen scheinen angesichts der Weltwirtschaftslage unsicher. Und im Budget einberechnet ist bereits ein Steuerfuss von 127 statt der bisherigen 125 Prozent. Trotzdem ist aus dem Voranschlag (ohne drastischere Steuererhöhung) nicht mehr herauszuholen.

Ab 2014 sieht es schlechter aus

Ein grosser Teil der Ausgaben seien nicht beeinflussbar, erklärte Mike Marti. «Da kommt einfach eine Zahl und wir können nichts weiter tun als nicken.» Der Leiter Finanzen hielt fest, dass selbst bei der beantragten Steuererhöhung um zwei Prozent die Kennzahlen ungenügend sind.

Der Selbstfinanzierungsgrad erreiche nicht die angestrebten 100, sondern lediglich 97,1 Prozent. Und: Ab 2014 sehe es gemäss aktuellem Finanzplan nach weiteren Defiziten aus, während man eigentlich bis 2017 den Bilanzfehlbetrag aufheben müsste. «Ab diesem Punkt wird der Staat eingreifen und unseren Steuersatz festlegen können», mahnte Marti.

Budget und Steuersatz angenommen

Die Zuchwiler Stimmbürger hatten in den vergangenen Jahren jeweils entgegen der Empfehlung ihres Gemeindepräsidenten die Steuern gesenkt, beibehalten oder weniger stark erhöht als beantragt.

Wohl aufgrund der deutlichen Worte, rang sich die Gemeindeversammlung gestern mit einer Mehrheit von 86 zu 37 Stimmen dazu durch, den gemeinderätlichen Anträgen stattzugeben. Budget und Investitionen wurden somit genehmigt und die Steuern für natürliche und juristische Personen erhöht.

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