Wespenplage
Zu viele Bienen-Königinnen überlebten den milden Winter

Es summt, es brummt, es sticht. Probleme mit den Insekten sind diesen Sommer an der Tagesordnung. Schädlingsbekämpfungsfirmen und das Spital haben wegen den Insekten so viel zu tun wie schon lange nicht mehr. Grund: Der milde Winter.

Simon Binz
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Nicht nur das Bier zieht die Wespen an.

Nicht nur das Bier zieht die Wespen an.

Oliver Menge

So manch einer hat sie in der letzten Wochen bereits gemacht – die unangenehmen Erfahrungen mit Wespen. Auch im Kanton wirken der milde Winter und der warme Frühling nach. «Stand heute mussten wir bereits bis zu einem Drittel mehr ausrücken als letztes Jahr, das macht im Durchschnitt gut vier bis fünf Wespennester pro Tag», sagt Daniel Müller, Geschäftsführer der Schädlingsbekämpfungsfirma Oltex AG in Egerkingen.

Es falle vor allem auf, dass dieses Jahr die Nester ungewöhnlich gross seien. Ähnliche Erfahrungen macht auch die Notfallaufnahme des Bürgerspitals Solothurn, was die Menge der Personen, die sich wegen Wespenstichen einliefern lässt, betrifft. «Ich kann ihnen keine Zahlen nennen, aber rein nach Gefühl behandeln wir in der Notaufnahme tendenziell mehr Personen mit Wespenstichen als in den letzten Jahren», sagt Eva-Maria Kifmann, Innere Medizin.

Milder Winter, warmer Frühling

«Bei den Wespen überwintern nur die Königinnen. Durch den milden Winter haben mehr Königinnen überlebt und aufgrund des warmen Frühlings, früher mit dem Nestbau begonnen», sagt Josef Brägger, Bieneninspektor des Kanton Solothurns. Die Bedingungen für den Nestbau seien optimal gewesen, «darum empfinden wir dieses Jahr die Plage schlimmer als sonst», so Brägger weiter.

Weniger zu spüren vom Wirbel um die Wespen bekommt die Feuerwehr Solothurn, wie Gottfried Arnold, stellvertretender Leiter des städtischen Amtes für Feuerwehr und Zivilschutz, auf Anfrage erklärt: «Ich persönlich sehe das noch nicht als Plage. Wir mussten vielleicht ein- oder zweimal mehr ausrücken als letztes Jahr, aber es ist nicht so, dass sich die Zahl verdoppelt hätte.»

Ausserdem seien heute vermehrt die Schädlingsbekämpfungsfirmen für solche Fälle zuständig. «Wir helfen eigentlich nur noch, wenn es nicht mehr anders geht», so Gottfried Arnold weiter. Von den etwa 40 Sorten Wespen, die in der Schweiz existieren, wären es nur 2 Sorten, die lästig seien. So rate er den Personen, die ihn anrufen, meist auch, in erstem Schritt nichts zu unternehmen, wenn es nicht unbedingt nötig sei.

Wenn Trauben reif sind

Die Hauptflugzeit der Tiere steht erst noch bevor, und zwar, wenn die Trauben reif sind. So werden die Schädlingsbekämpfungsfirmen sowie das Bürgerspital Solothurn wohl auch ferner noch vermehrt mit den Wespen und ihren Folgen zu tun haben.