Zertifikats- und Test-Pflicht
Der Kanton Solothurn verschärft Schutzmassnahmen für Heime und Spitex-Organisationen

Ab dem 1. Dezember werden Mitarbeitende von Alters- und Pflegeheimen, Heimen für Menschen mit einer Behinderung und Spitex-Organisationen verpflichtet, sich regelmässig zu testen. Für Besucher gilt eine Zertifikatspflicht. Zudem sollen bis Ende Woche alle Bewohnerinnen und Bewohner der Alters- und Pflegeheime mit einer Auffrischimpfung versorgt sein.

Raphael Karpf
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Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheim Brüggli und Brügglipark in Dulliken.

Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheim Brüggli und Brügglipark in Dulliken.

Bruno Kissling

Die Verschärfung kam mit Ansage. Die Ansteckungszahlen entwickeln sich im Moment nur in eine Richtung: nach oben. Die anfälligste Bevölkerungsgruppe – die ganz alten Menschen – sollen deshalb besonders gut geschützt werden. Zwar hatten schon sämtliche Alters- und Pflegeheime Schutzmassnahmen. Auch ist die Durchimpfungsrate dort hoch. Trotzdem stiegen zuletzt die Zahlen in den Heimen: 16 Bewohnerinnen und Bewohner wurden vergangene Woche positiv getestet – in der Vorwoche waren es drei.

Nun zieht der Kanton die Schraube an. Folgende Massnahmen wurden am Mittwoch beschlossen und treten am 1. Dezember in Kraft:

Alters- und Pflegeheime dürfen nur noch Besucherinnen und Besucher mit Zertifikat reinlassen. Für diese gilt in Innenräumen zudem Maskenpflicht. Ausserdem werden sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alters- und Pflegeheime, aber auch diejenigen der Heime für Menschen mit einer Behinderung sowie der Spitex-Organisationen, verpflichtet, sich zweimal wöchentlich testen zu lassen. Ausgenommen von dieser Pflicht sind nur Personen, die bereits die dritte Impfung erhalten haben (im Rahmen der Booster-Impfungen in den Heimen wurde teilweise auch gleich das Personal mitgeboostet). Die Kosten für diese Tests übernimmt der Kanton. Diese Schutzmassnahmen gelten vorerst bis Ende Januar.

Bisher hatte der Kanton den Heimen nur dringend empfohlen, die Mitarbeitenden regelmässig zu testen. Mit der neuen Auflage soll gemäss Kanton sichergestellt werden, dass die Schutzmassnahmen in allen Institutionen umgesetzt werden.

Präsident der Heime hatte damit gerechnet

Tony Broghammer

Tony Broghammer

Zvg

Der Schritt kommt für Tony Broghammer, Präsident der Gemeinschaft der Solothurnischen Alters- und Pflegeheime, nicht überraschend. Die aktuelle Entwicklung der Pandemie bezeichnet er als gravierend. Und da in den Heimen die vulnerabelste Bevölkerungsgruppe lebe, gelte es das Virus von dort fernzuhalten. «Dass der Kanton die Auflagen nun vereinheitlicht hat, hilft uns dabei sicher.»

Gleichzeitig betont er auch: Viele Heime hätten von sich aus schon freiwillig Schutzmassnahmen beschlossen. Für diese ändere sich nun je nachdem gar nicht viel.

Die Testpflicht begrüsst Broghammer – das sei für ihn persönlich der richtige Weg. Auch hinter den Besuchsregelungen kann er stehen – wenn auch mit Respekt: Es werde Besucherinnen und Besucher geben, die ungeimpft und ungetestet vorbeikommen wollen. Diese müssen die Mitarbeitenden dann wegweisen.

Im Moment werden noch die letzten Bewohnerinnen und Bewohner der Altersheime geboostet. Bereits Ende Woche sollen dann alle Bewohnenden, die dies wünschen, die Auffrischungsimpfung erhalten haben. Damit werden dann sämtliche Pflegeheime im Kanton innerhalb von drei Wochen von den mobilen Impfteams besucht worden sein.

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