Bis sich ein neuer Auftrag auch in den Umsatzzahlen niederschlagen würde, vergingen allerdings weitere zwei bis drei Jahre, sagte Fritschi gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP. Ypsomed, das in Vergangenheit sehr stark von Lieferung an den Pharmakonzern Sanofi-Aventis abhängig war, wird bei der Suche nach weiteren Abnehmern davon profitieren, dass sich der Markt für Insulinprodukte in Umbruch befindet.

«Begünstigt durch das Auslaufen vieler Patente für Insulinmedikamente drängen neue asiatische, aber auch osteuropäische Unternehmen auf den Markt», erklärte Fritschi im am Donnerstag veröffentlichten Interview. Diese Unternehmen benötigten alle Pen- und Injektionssysteme, die sie von den grossen Konzernen nicht bekämen. «Wir sehen hier für Ypsomed als unabhängigen Hersteller grosses Potential.»

Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland sei auch angesichts des starken Frankens kein Thema, sagte Fritschi weiter. Bei neuen Produktionsanlagen, die in Zukunft aufgrund neuer Aufträge dazukommen dürften, stelle sich aber schon die Frage, ob diese nicht im Ausland aufgebaut werden sollen.

Um die Kosten zu senken hatte Ypsomed letztes Jahr an seinen Schweizer Standorten Burgdorf und Solothurn knapp 130 Stellen abgebaut.