«Andere stimmen fröhliche Lieder an, wenn sie ihren 20. Geburtstag feiern, wir aber setzten uns zum Ziel, Ideen zu entwickeln, wie unsere Zukunft umweltfreundlicher gestaltet werden könnte», fasste der Präsident des WWF Solothurn, Michael Ochsenbein, die Ergebnisse eines fruchtbaren Nachmittags zusammen. Während fünf Stunden suchten rund 50 Personen nach Massnahmen, um die verschiedenen Ökosysteme und das darin eingebettete Leben von Mensch und Tier sicherzustellen und zu verbessern.

Etwas mehr Leute erwartet

Was ist vorzukehren, damit der Kanton Solothurn im Jahre 2015 bei den Umweltmassnahmen eine führende Rolle spielen kann, und welche Schritte müssen konkret eingeleitet werden, um dieses Ziel zu erreichen? Um sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen war die Form, des gemeinsamen Kaffeetrinkens an Vierertischen – wie die in vielen Farben bekritzelten weissen Papiertischtücher bewiesen – hervorragend geeignet. Obwohl Organisator Daniel Gut, mit dem Durchführen von Welt Cafés bestens vertraut, ein bisschen mehr Leute erwartet hatte, war er mit dem Anlass durch und durch zufrieden. Der Zweck, in lockerer Atmosphäre mit sämtlichen Teilnehmenden rotierend in einen Dialog zu treten und in kleinen Gruppen brauchbare Gedanken zu entwickeln, sei erreicht worden. «In einem World Café geht es nicht darum, wer die besseren Argumente vorlegen kann und den Sieg davonträgt, sondern darum, das gemeinsame Denken in den Mittelpunkt zu stellen.»

Der Auftakt zum Brainstorming bildete ein kurzes Podiumsgespräch, bei dem Persönlichkeiten zu Wort kamen, die sich bei der Durchführung von Umweltmassnahmen gegen alle Widerstände durchsetzen konnten und dafür auch ausgezeichnet wurden. Darunter Max Bobst, Unternehmer und Mitglied der IG 2000-Watt-Gesellschaft Region Solothurn, der am Schluss der Veranstaltung gleich Nägel mit Köpfen machte: «Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur reden, sondern auch zu Taten schreiten.» Bobst versprach, in den nächsten Wochen mit der Gründung einer Solarbaugenossenschaft vorwärtszumachen, die es auch umweltbewussten Leuten mit kleinem Portemonnaie möglich machen soll, Strom aus Solaranlagen beziehen zu können. Bobst wies andererseits auch darauf hin, dass in den umliegenden Wäldern ungenutztes Holz herumliege, mit dem 1450 MinergieWohnungen geheizt werden könnten. «Stattdessen führen wir auf einer Länge von 9000 Kilometern Gas von Russland in die Schweiz», so der Träger eines Solarpreises.

Einen Energieklub gründen?

Im Weiteren waren sich die Teilnehmenden einig, dass ein umweltbewusstes Denken bei jedem Einzelnen beginnen müsse, nie erlahmende Aufklärung nottue, Netzwerke wie das Facebook vermehrt benutzt und vor allem auch die Kinder sensibilisiert werden sollten. Die Rede war auch von einem Energieklub analog zum Verkehrs-Club Schweiz sowie einem Umweltrat, der den Behörden zur Verfügung stehen würde. Anzupassen wären auch die Bauvorschriften zugunsten des Energiesparens, war man sich weitgehend einig.