Lommiswil
Wo Walkerinnen «höckelen» dürfen

Im katholischen Pfarreiheim findet neu ein wöchentlicher «Kafi-Träff» statt. So verfügen die Walkerinnen trotz der Schliessung des Tearooms nach wie vor über einen Treffpunkt.

Agnes Portmann-Leupi
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Das «Kafi-Träff»-Team: Ariane Zellweger (links) und Vreni Erbsland. apb

Das «Kafi-Träff»-Team: Ariane Zellweger (links) und Vreni Erbsland. apb

Solothurner Zeitung

«Es war eine spontane Idee», sagt Vreni Erbsland. Entstanden ist sie nach dem Walken im Tearoom Sägesser. Jeden Donnerstag frönen ein paar Lommiswiler Frauen dem Outdoor-Sport und treffen respektive trafen sich nachher zum Kaffee. Ende März schlossen die Besitzer den Tearoom und die dazugehörige Bäckerei aus Altersgründen.

So sassen die Sportlerinnen kurz vor der Schliessung etwas wehmütig an ihrem vertrauten Treffpunkt und sinnierten: «Man sollte etwas machen.» Das «man» übernahm spontan Vreni Erbsland.

Sie war überzeugt, dass unmittelbar nach der Aufgabe des Tearooms ein neues Angebot bestehen sollte. Das katholische Pfarreiheim, zentral gelegen und unter der Woche meistens unbenutzt, schien ihr dafür genau die richtige Lokalität. «Es muss sich dort nicht immer um Frommes handeln, Austausch ist genauso wichtig», begründet sie ihre Wahl.

Anderntags an einer Teamsitzung begrüssten die katholische aber auch die reformierte Pfarrei die Idee und unterstützten diese mit einem Startkapital für kleinere Anschaffungen. Denn Vreni Erbsland träumte von einem gemütlichen Lokal, fernab jeglichen Kantinencharakters. Also nähte sie Tischläufer und fertigte farbige Dekorationen an. Sie bemalte drei Bretter mit getupften Kaffeetassen und stellte diese zwecks Werbung an zentralen Orten im Dorf auf.

Erfolgreicher Start

Am letzten Mittwoch nutzten elf Personen die Gelegenheit zum ersten «Kafi-Träff» im Pfarreiheim – acht Frauen, ein Mann und zwei Kinder. Sechs Helferinnen verwöhnten die Gäste.

Der «Kafi-Träff» versteht sich auf ökumenischer Basis. «Willkommen sind alle», sagt Vreni Erbsland. «Mütter und Väter mit Kindern, Alleinstehende oder Neuzuzüger. Einfach alle, die Lust haben, Kontakt suchen oder sich austauschen wollen.» Die Kinder erwartet eine Spielecke. «Ich habe interessante Spiele bereitgestellt, die keinen Lärm machen», sagt die Initiantin lachend.

Im «Kafi-Träff» gibts Gipfeli und Weggli, Kaffee, Tee und Mineralwasser sowie Sirup für die Kinder. Alles wird beinahe zum Selbstkostenpreis abgegeben. Der kleine Rest soll dereinst den Wunsch nach einer neuen Kaffeemaschine erfüllen oder Defektes ersetzen.

Vorläufig ist der «Kafi-Träff» am Mittwochmorgen geöffnet. Möglich wäre, die Öffnungszeiten auf einen Nachmittag auszuweiten. Kärtchen, um Anregungen und Vorschläge mitzuteilen, liegen jedenfalls bereit. Vier Personen haben sich schon für einen monatlichen Einsatz zum Helfen gemeldet.

Der «Kafi-Träff» im katholischen Pfarreiheim in Lommiswil ist jeweils am Mittwochmorgen von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

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