Ypsomed

Wirtschaft 2015: Noch ein Glanzlicht

Medizinaltechnik-Unternehmen Ypsomed

Medizinaltechnik-Unternehmen Ypsomed

Das Medtech-Unternehmen Ypsomed sorgt mit seinem Entscheid pro Solothurn definitiv dafür: Das laufende Jahr wird ein guter Jahrgang sein.

Die Ernte der kantonalen Wirtschaftsförderung lässt sich sehen. Zu nennen ist das Paradeprojekt Biogen. Die US-Biotechfirma investiert eine Milliarde Franken und schafft 400 neue, mehrheitlich hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Die in der Produktion von Solarzellen tätige Megasol konzentriert ihre vier Schweizer Standorte in Deitingen. In den ehemaligen Werkshallen der ABB entstehen 80 Arbeitsplätze. Und nun baut Ypsomed seine Produktion im Werk Solothurn aus und schafft 100 Stellen. Alle bewegen sich in zukunftsträchtigen Branchen.

Im Schatten dieser Leuchtturmprojekte geht fast vergessen, wie sich die Mehrheit der ansässigen Firmen der Präzisionsindustrie, der Solothurner Traditionsbranche schlechthin, in einem sehr schwierigen Umfeld behaupten. Auch ihnen gebührt Anerkennung. Damit sind nämlich mehr Arbeitsplätze als mit den spektakulären Ansiedlungen verknüpft. Sie tragen ebenso zur guten Bilanz bei.

Wichtig ist zudem, dass die Ansiedlungen trotz starken Lockrufen aus dem Ausland – wo offenbar staatliche Direktinvestitionen üblich sind – nicht mit solchen Instrumenten befeuert werden. Einzig bei Steuererleichterungen gibt es einen kleinen Spielraum. Ob dieser und wie stark im Fall Ypsomed genutzt wurde, ist letztlich zweitrangig. Längerfristig zahlt es sich mehr aus, wenn Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze im Kanton aufgebaut und erhalten werden. Selbst mit dem Risiko, dass nicht jedes Projekt wie geplant umgesetzt wird.

franz.schaible@azmedien.ch

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