Rüttenen

Wird aus der Poststelle eine Agentur?

Im August wird Jean-François Dufey pensioniert. Damit könnte es Veränderungen geben. hanspeter bärtschi

Im August wird Jean-François Dufey pensioniert. Damit könnte es Veränderungen geben. hanspeter bärtschi

Wie geht es weiter mit der Poststelle Rüttenen, wenn der jetzige Posthalter im August pensioniert wird? – die Post schlägt zwei Alternativen vor

Wie geht es weiter mit der Poststelle Rüttenen, wenn der jetzige Posthalter im August pensioniert wird? Als Folge der personellen Veränderung, aber ebenso auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat die Postverwaltung eine Analyse der Geschäftstätigkeit vorgenommen. Auch in Rüttenen seien deutliche Umsatzrückgänge feststellbar – und damit eine Reduktion der Erträge.

Und vermutlich werde dieser Prozess so weitergehen, gaben sich Post-Vertreter Bernhard Büchler und Urs Krattiger bei einer Orientierung im Gemeinderat Rüttenen pessimistisch. Zwei Lösungsansätze seien denkbar: Weiterführung der Poststelle – allerdings mit reduzierten Öffnungszeiten – oder das Modell Agentur, das sich bereits in 365 Gemeinden in der Regel mit einem bestehenden Dorfladen bewähre. «160-mal in der Schweiz führen Volg-Filialen bereits Postagenturen und erbringen mit dafür geschultem Personal und langen Öffnungszeiten wertvolle Dienstleistungen», erläuterte Krattiger das gesamte Agentur-Angebot. Zum lokalen Volg-Laden, der ein potenzieller Partner sein könnte, habe die Post allerdings noch keinen Kontakt aufgenommen.

«Ein herber Schlag»

Der Rat bedauerte in der Aussprache grundsätzlich die geplante Verminderung des Service public im Dorf. Insbesondere für ältere Menschen aus Rüttenen und der weiteren Umgebung, die ihre Zahlungen noch nicht elektronisch abwickeln und die als Kunden die gute Erreichbarkeit, den grossen Parkplatz und die kompetente Bedienung in der Poststelle Rüttenen schätzten, sei eine mögliche Aufhebung der Poststelle ein herber Schlag.

Da die Entscheidung, wie zuvor deutlich wurde, nicht im Gemeinderat sondern in der Geschäftsleitung der Post getroffen wird, «bleibt uns nur die Auswahl zwischen zwei schlechten Lösungen», hiess es. Obwohl das Agentur-Modell laut Post-Delegation sehr innovativ sei, alle Postgeschäfte mit Ausnahme von Spezialsendungen ermögliche und durchaus zur Stärkung der Position des Dorfladens beitragen könne, sprach sich der Rat als Empfehlung für die Weiterführung der Poststelle mit verringerten Öffnungszeiten aus. Der Mietvertrag im Privathaus des bisherigen Posthalters laufe noch zwei Jahre. Eine Änderung sollte indes nicht vor dessen Pensionierung stattfinden, machte der Rat aufmerksam.

Erneut gute Rechnung

Gemeindeverwalter Franz Lüthi erläuterte die Jahresrechnung 2010, die bei einem Aufwand von 5,4 Mio. einen Aufwandüberschuss von rund 36000 Franken aufweist. Gegenüber dem Budget schliesst sie um 117000 Franken besser ab. Einen Nachtragskredit von rund 46000 Franken bei den Sozialleistungen wird die Gemeindeversammlung am 6. Juni beschliessen müssen. Ansonsten gab es keine wesentlichen Abweichungen.

Der Finanzierungsüberschuss von 271000 Franken senkt die Verschuldung, die als Fremdkapital mit 3,1 Mio. Franken aufgeführt ist und als Nettoschuld pro Kopf der 1440 Rüttener Einwohner 1042 Franken ausmacht. Um 110000 Franken günstiger fielen mit 2,025 Mio. die Bildungskosten aus, obwohl der Beitrag an den gymnasialen Unterricht auf 286000 Franken stieg.

Auch die Betriebskosten für die Kreisschule Geslor fielen um rund 11000 Franken niedriger aus. Wegen ihrer Zertifizierung erhielt die Leitung der Primarschule einen Kantonsbeitrag von 7800 statt 2500 Franken. Mit über 4 Mio. Franken erreichten die Steuereinnahmen die erwartete Höhe. Investiert wurde im letzten Jahr überhaupt nichts.

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