In den meisten Gemeinden - so auch in Luterbach- währt die gesetzliche Totenruhe 20 bis 25 Jahre. Danach werden die Gräber -wie jeweils im Amtsanzeiger bekannt gegeben- aufgehoben und später wieder neu belegt. Das überarbeitete Bestattungs- und Friedhofsreglement der Einwohnergemeinde Luterbach, das den heute üblichen Rahmenbedingungen für letzte Ruhestätten entspricht, zeigt aber eine kleine Besonderheit.

Grabmal auf Dauer

Für Ehrenbürger und alt Bundesrat Willi Ritschard, der 1983 auf einer Jurawanderung verstarb und seither auf dem Friedhof in Luterbach ruht, gilt dies nicht. Schon 2008 hatte der Gemeinderat entschieden, das Grab seines verdienten Mitbürgers, an dessen Seite inzwischen auch seine Ehefrau Greti beerdigt wurde, nicht aufzuheben. «Wir wollen für Willi Ritschard ein ehrendes Grabmal auf Dauer», befand der Rat und fügte diese Änderung nach zweite Lesung ins revidierte Reglement ein, das er zuhanden der kommenden Gemeindeversammlung verabschiedete.

Mit Ertragsplus an die Gemeindeversammlung

Eine kleine Genugtuung herrschte in Luterbach: denn als Folge von Sparanstrengungen und vertretbaren Aufgabenverschiebungen auf die nächsten Jahre genehmigte der Rat in zweiten Lesung ein Budget von knapp 16 Millionen, das aber kein Minus mehr sondern einen Ertragsüberschuss von 52 510 Franken ausweist. Beteiligt an diesem Erfolg ist vor allem die kürzlich beschlossene Halbierung der Kosten für die Pflegeversicherung im Kantonsrat. «Vielleicht hat da sogar unser brieflicher Aufruf an alle Kantonsratsmitglieder genützt», verbuchte Gemeindepräsident Michael Ochsenbein diese Aktion positiv.

Finanzverwalter Reto Frischknecht zeigte aber, dass die für Luterbach nun auf 264 000 Franken reduzierte Pflegefinanzierung mit einem Ausgabenanstieg bei den Ergänzungsleistungen um 115 000 Franken verbunden ist. Als kleine Korrekturen wurden die beantragte Schulsozialarbeit mit zwei zu sechs Stimmen auf 5000 Franken halbiert, für die vorgeschriebene EDV-Schnittstelle mit dem Kanton 8 500 Franken. und für die Stellvertretung des Hauswarts gemäss tatsächlichem Arbeitsaufwand 12 000 Franken aufgenommen. Der Steuerfuss für beide Steuer-Kategorien bleibt unverändert auf 130 Prozent.

Betrag an Innostep wird diskutiert

Der auch andernorts diskutierte Beitrag, der in Luterbach 13 000 Franken ausmacht, an die regionale Wirtschaftsförderung Innostep verbleibt vorerst im Budget, soll aber im Rat schon bald besprochen werden. Vorgeschlagen ist ein Splitting gemäss Sockelbeitrag und Ansiedlungsprämie. Froh über die leicht verbesserte Finanzaussicht für 2012 zeigte sich Finanzressortchef Kurt Hediger, der nun darauf vertraut, dass der Luterbacher Souverän den 7-Millionen-Rahmenkredit für die Schulhauserweiterung bewilligt.

Der Rat nahm Kenntnis von der informativen Botschaft für die Gemeindeversammlung vom 8. Dezember, in der auch die Belastung der Laufenden Rechnung bis 2016 aufgezeigt wird. Die Summe für das Bauvorhaben wird nicht auf einen Schlag fällig sondern wird in Etappen ausgelöst. Die grösste Tranche würde zu Baubeginn 2013 nötig.