Heimatschutz
Weshalb der Respekt gegenüber den alten Gemäuern wichtig ist

Vor drei Jahren genehmigte der Regierungsrat des Kantons Solothurn ein Strategiepapier zur künftigen Ausrichtung des Museums Altes Zeughaus. Nun können die besten Projekteim Museums Altes Zeug begutachtet werden.

Fränzi Rütti-Saner
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Das Siegerprojekt «Valjoux» des Zürcher Architektenteams Edelmann Krell.

Das Siegerprojekt «Valjoux» des Zürcher Architektenteams Edelmann Krell.

Zur Verfügung gestellt

Das zunächst in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Papier sowie das in der Folge ausgearbeitete Museumskonzept wurden im vergangenen Jahr vom Regierungsrat abgesegnet. In der Folge wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, welcher die Sanierung und Umbau des Hauses für einen attraktiveren Museumsbetrieb, sowie eine moderne Museumsinfrastruktur zum Ziel hatte.

Der geschichtlichen, denkmalpflegerischen und städtebaulichen Bedeutung des historischen Gebäudes sollte auf jeden Fall Rechnung getragen werden. Gleichzeitig wurde für die Gestaltung der künftigen Dauerausstellung ein Studienauftrag lanciert. Aus 50 Bewerbungen selektierte das Preisgericht im Mai dieses Jahres schliesslich zehn Planungs- und Architekturbüros für die Projekteingabe. Für Preise und Ankäufe wurde eine Gesamtsumme von 120000 Franken in Aussicht gestellt. Die Beurteilung der Projekte wurde anonymisiert durchgeführt.

«Valjoux» überzeugte am meisten

Die Hauptaufgaben der Projekte waren ein (Waren)-Lifteinbau, Brandschutzmassnahmen, die Statik und eine sinnvolle, moderne Haustechnik-Lösung. Und: Das Projekt sollte nutzerfreundlich und finanzierbar sein. Nach zwei Jurierungs-Tagen im vergangenen September kristallisierte sich folgende Rangierung heraus: Als bestes Projekt und somit Sieger wurde das Projekt «Valjoux» des Zürcher Architektenteams Edelmann Krell. Dieses Team ist in Solothurn bereits durch den Umbau des Bregger hauses und Einbau des Restaurants Salzhaus bekannt geworden.

«Valjoux» überzeugte die Jury durch eine «Formensprache, welche die starke Identität und Kraft des Gebäudes nicht beeinträchtigt, sondern vielmehr respektiert und mit trägt», so der Jurybericht. Die erforderlichen baulichen Massnahmen werden bei diesem Projekt alle ins Innere des Gebäudes verlegt. Das äussere Erscheinungsbild des Gebäudes bleibt somit bestehen. Besonders gefiel der Jury in diesem Projekt die Lösung für den Lifteinbau und die neue Erschliessungstreppe, welche nebeneinander liegend realisiert würden und welche die Form des bestehenden Treppenhauses aufnehmen.

4000 Franken Preissumme

Auch die Statik-Verbesserungen werden bei diesem Projekt als sinnvoll angesehen. «Valjoux» sieht vor, die Balkenlagen durch seitlich montierte Balken und die Unterzüge durch unten liegende Aufdoppelungen zu verstärken. Noch nicht beantwortet hat das Projekt aber, was zur Verbesserung der klimatischen Bedingungen getan werden solle, schreibt das Preisgericht.

Aber: «Durch die geschickte Anordnung des Erschliessungskerns über alle Geschosse wird auf eine verblüffend einfache, aber gestalterisch bestechende Weise eine Lösung für die Fluchtwegsproblematik, die hindernisfreie und unabhängige Erschliessung der 3. Obergeschosse und die unterschiedlichen Geschosshöhen angeboten.» Für das Siegerprojekt wurde eine Preissumme von 40000 Franken gesprochen.

Idee für Altstadtentwicklung

Ein besonders innovatives Projekt wurde unter dem Namen «(h)ortulus» eingereicht. Da dieses aber für die erforderlichen Infrastrukturbauten einen ausgelagerten Neubau vorschlug, wurde dieses Projekt aus dem Wettbewerb ausgeschlossen, wegen seiner bestechenden Ideen für eine künftige Altstadtentwicklung aber von der Jury angekauft. Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli erwartet, dass nach der Klärung diverser Details und der Projektverfeinerungen in ungefähr einem Jahr mit der Sanierung und dem Umbau begonnen werden kann. Zu den Kosten sagt er vorerst nur soviel: «Es kostet sicher mehr als 5 Mio., aber weniger als 10 Mio. Franken.»

Die zehn jurierten Projekte können vom 16. bis 25. November im 3. Stock des Museums Altes Zeughaus besichtigt werden.