«Mein Körper gehört mir» – was bedeutet das eigentlich, vor allem für Kinder und Jugendliche? Die gleichnamige Ausstellung, die diese Woche im Bienken-Saal gastiert, dient als Prävention im Bereich der sexuellen Handlungen mit Kindern. Insgesamt elf Klassen (2. bis 4.), davon drei aus Kestenholz besuchen den 90-minütigen Parcours.

Der beinhaltet sechs Hauptposten mit Kernbotschaften wie: «Ich darf Nein sagen», «Ich vertraue meinem Gefühl!» Oder: «Ich kenne gute und schlechte Berührungen», und soll so den Kindern das Selbstbewusstsein stärken, sodass sie fähig sind, Grenzen zu erkennen und zu setzen. Dazu gehören auch alltägliche, banale und sogar unerwartete Situationen: Manchen Kindern ist es unangenehm, vom Grosi ein Küsschen aufgedrückt zu bekommen. Je nach Situation können es Kinder auch doof finden, jemanden auf dem Schoss sitzen zu müssen.

Druck des schlechten Gewissens

Ein Posten zeigt auf, wo Kinder Hilfe holen können, wenn sie sich verlaufen haben oder ihnen eine Person unangenehm nahe gekommen ist. Weiter wird der Unterschied zwischen einem guten und schlechten Geheimnis aufgezeigt: «Oft wird von der Täterschaft versucht, die Tat als gemeinsames Geheimnis zu deklarieren. Es kann zur massiven Druckausübung und Bedrohung kommen», berichtet Patricia Flammer, Co-Leiterin der Fachstelle Kinderschutz des Kantons Solothurn. Wichtige Botschaft für die Kinder ist, dass sie niemals eine Schuld trifft, sondern dass Erwachsene die Verantwortung für den Schutz der Kinder tragen.

In Gruppen werden die Kinder von Moderatorinnen und Moderatoren durch die Stationen begleitet. Das sind keine Lehrpersonen, sondern ausgewiesene Fachkräfte, die für diese Ausstellung spezifisch geschult worden sind. Diese erklären die Posten, regen zum Ausprobieren und Diskutieren an, denn es soll ein interaktives Erleben sein.

Kindergerecht und interaktiv

«Der Parcours bietet einen kindgerechten und spielerischen Zugang zu diesem wichtigen Thema», erläutert Maja Wyss, Co-Schulleiterin der Primarschule Oensingen. Die Schulleitung habe das Präventionsprojekt nach längerer Wartezeit nach Oensingen geholt, weil sie die Ausstellung bereits kannte und vom Konzept, welches auch Informationsanlässe für Eltern und Lehrpersonen vorsieht, überzeugt war. Sie habe sich dann an die Fachstelle Kinderschutz in Oensingen gewendet, die im Kanton Solothurn für die Durchführung verantwortlich ist. Das Interesse der Schulen am Parcours, der insgesamt acht Wochen jährlich an verschiedenen Standorten angeboten werden kann, ist gross.

Mehr Infos: www.kinderschutz-so.ch