Integration

«Wenn man will, dann kann man sich auch anpassen»

Fatbardha Nuredini

Fatbardha Nuredini

Fatbardha Nuredini lebt seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz. Sie spricht nahezu fliessend hochdeutsch und arbeitet als Architektin in Olten. Seit einigen Wochen nimmt sie zusammen mit ihrem Sohn Jon am Kurs «Schenk mir eine Geschichte» in Derendingen teil.

Frau Nuredini, wieso besuchen sie diesen Kurs?

Fatbardha Nuredini: Freunde haben mir gesagt, dass es diesen Kurs gibt und es dabei um die Förderung der Integration geht. Ich war sehr neugierig darauf, das für mein Kind und mich zu entdecken. Vor sechs Wochen bin ich zum ersten Mal hierhin gekommen und habe den Kurs seither jede Woche besucht.

Wie war ihr erster Eindruck?

Was mir gleich gefallen hat, war die Tatsache, dass man hier die Muttersprache spricht. Das finde ich sehr gut, denn wer Mühe mit seiner eigenen Muttersprache hat, dem fällt es auch schwer eine Fremdsprache zu lernen. Diesbezüglich habe ich auch selbst Erfahrungen gemacht.

Wie meinen sie das?

Nun, ich bin erst seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz. Als ich herkam, habe ich gleich angefangen, intensiv deutsch zu lernen und mich mit dem Thema Integration zu beschäftigen. Heute fühle ich mich wohl. Ich kann mich im Alltag problemlos unterhalten und fühle mich gut integriert. Das alles ist mir leichter gefallen, weil ich auch mit der albanischen Sprache gut umgehen kann und ein Verständnis davon habe, was Grammatik ist und wie Sprache funktioniert.

Sie kommen also vor allem wegen der Sprache mit Jon hierher?

Schön ist natürlich auch, dass mein Sohn hier mit anderen Kindern sozialisiert wird. Das ist eine gute Vorbereitung für die Spielgruppe, die wir ab nächstem Jahr besuchen werden, aber auch später für den Kindergarten. Aber ich merke schon auch, dass er hier sprachlich Fortschritte macht: er hat in den vergangenen Wochen viele neue Lieder und Märchen gelernt.

Hat er vorher schon albanische Lieder und Geschichten gekannt?

Ja, er war schon gut vorbereitet. Ich habe ihm zu Hause immer viel vorgelesen und tue das auch jetzt noch. Das ist extrem wichtig. Als Mutter muss man wirklich auch daheim mit den Kindern an ihrer Entwicklung arbeiten. Nur einmal pro Woche hier im Kurs reicht natürlich nicht.

Werden sie mit Jon auch den Nachfolgekurs von «Schenk mir eine Geschichte» besuchen, wenn er in den Kindergarten komm?

Auf jeden Fall. Ich will nichts versäumen, wenn es um die Integration geht. Ich will mich möglichst gut hier anpassen und das wünsche ich mir auch für Jon. Und ich finde, wenn man wirklich will, dann kann man auch.

Das Integrationsprojekt der Schule ist also erfolgreich?

Ja. Und ich muss sagen: ich bin allen beteiligten Menschen sehr dankbar dafür, dass sie diese Kurse organisieren und an uns denken. Ich bin froh, dass es in der Schweiz solche Projekte gibt. Hier stehen einem alle Türen offen. Es gibt Immigranten, die sagen ‹Nein, hier haben wir es schwer›, aber das stimmt nicht. Wenn man es wirklich will, kann man sich in der Schweiz sehr gut integrieren.

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