Kontrollschilder

Weniger missbräuchliche Halterabfragen von Kontrollschildern

Halterabfrage ist übers Internet möglich

Halterabfrage ist übers Internet möglich

Für jede Abfrage von Kontrollschildern muss seit dem 1. März 2011 einen Franken bezahlt werden. Damit wollen die Strassenverkehrsämter Missbrauch dezimieren. Erste Erfolge werden gezählt: Die Anfragen sollen sich massiv reduziert haben.

Wo wohnt der Lenker des Mercedes, der neben mir vorbeibraust? Wie kann ich einen Toyota-Fahrer erreichen, der soeben eine Tasche am Strassenrand vergessen hat? Wie heisst die schöne Frau im Auto vor mir? Alles Fragen, die sich leicht beantworten lassen: Über das Kontrollnummernschild können Interessierte an die Halteradresse gelangen.

Bisher war dies problemlos übers Internet möglich - und erst noch gratis. Das passte den Datenschützern nicht. Seit dem 1. März haben die Strassenverkehrsämter darum eine Hürde errichtet: Die Kantone Thurgau, Glarus, Graubünden, St. Gallen, beide Appenzell sowie Solothurn beschlossen, die Autonummern-Abfrage im Internet kostenpflichtig zu machen. Eine Abfrage über «eautoindex» kostet nun einen Franken.

Registrieren und bezahlen

Die «Laien-Detektive» müssen für eine Adresse jedoch nicht nur mehr berappen; Neuerdings wird auch eine Registrierung erforderlich. Erst dann kann nach einem Fahrzeughalter gesucht werden.

Den Strassenverkehrsämtern liegen damit die Kontaktdaten vor, mit denen sie im Fall von Missbrauch nach Hinweisen auf Täter suchen können. «Wir wollen in jedem Fall wissen, wer die Autonummer abfragt», erklärt Ernst R. Anderwert, Geschäftsführer des Thurgauer Strassenverkehrsamts auf Anfrage.

«Massiv reduziert»

So ist denn auch das eigentliche Ziel des neuen Systems, die Anzahl fragwürdiger und missbräuchlicher Halterabfragen zu reduzieren. Dies sei geglückt, teilt Anderwert mit. Bevor das neue System zum Einsatz gekommen sei, wären mehrere 10'000 Anfragen pro Monat eingegangen. «Die Abfragen haben sich nun massiv reduziert», sagt der Geschäftsführer. Das sei ein deutliches Zeichen dafür, dass in vielen Fällen aus purer Neugierde gehandelt werde.

Detailliertere Angaben kann Anderwert noch nicht machen, denn ausgewertet werden die Daten erst Ende Jahr.

So viel zu der Anzahl Autonummern, die per SMS abgefragt werden: Diese hätten zugenommen, sagt Anderwert. Über die Nummer 939 können die Kontrollschilder der Kantone SO, AI, AR, BE, FR, SG und TG in Erfahrung gebracht werden. Jedenfalls die Nummern, die nicht gesperrt sind. Denn auch dies ist - aus Datenschtzgründen - möglich.

Nummer kann gesperrt werden

Wer will, dass nur die Strassenverkehrsämter Zugang zu den Kontaktdaten haben, kann seine Nummer auch sperren lassen. Wie viele von diesem Angebot gebraucht machen, sei unterschiedlich. Das hänge damit zusammen, wie die Medien in den einzelnen Kantonen darüber berichten würden, erklärt Ernst R. Anderwert.

«Medien haben hier einen grossen Einfluss.» In Bern hätten Zeitungsberichte eine Flut von Sperrungen ausgelöst. Mittlerweile seien im gesamten Kanton zwischen 20 und 30 Prozent der Nummern nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. In den anderen Kantonen betrage der Anteil um die 5 Prozent.

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