Strassenbeleuchtung
Zwischen 1 und 5 Uhr blieb es in vier Solothurner Gemeinden dunkel

Seit Dienstag Nacht leuchten die Strassenlampen in Aeschi, Etziken, Horriwil und Hüniken wieder. Der Testmonat, während dem die Lampen zwischen 1 und 5 Uhr nicht leuchteten, ist zu Ende. Bis Mitte Mai können sich die EinwohnerInnen äussern.

Bruno Utz
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Für die Gegner der Nachtabschaltung sind durchgehend leuchtende Strassenlampen ein Heiligtumbar

Für die Gegner der Nachtabschaltung sind durchgehend leuchtende Strassenlampen ein Heiligtumbar

«Der Gemeinderat Etziken beschloss den Test auf Antrag der Umweltkommission», erinnert Gemeindepräsident Bruno Meyer an den Auslöser des Versuchs. Es mache keinen Sinn, nur übers Energiesparen zu reden. «Wir wollen etwas dazu beitragen», sagt Meyer. Er räumt jedoch neben ökologischen Aspekten auch wirtschaftliche Vorteile ein: «Wenn die Lampen weniger leuchten, halten sie länger.» Aus Erfahrungen anderer Gemeinden rechne er mit etwa 25 Prozent tieferen Kosten für die öffentliche Beleuchtung.

Die eingegangenen Reaktionen seien kontrovers. «Die Kommentare der Gegner sind teilweise abstrus bis beleidigend», sagt Meyer. Konkreter will er nicht werden. Sehr viele Etziker hätten die Nachtabschaltung aber gar nicht bemerkt.

Teilweise abstruse Argumente

Bisher seien auf der Gemeindeverwaltung Aeschi etwa 50 Antworttalons eingegangen, sagt Gemeindepräsident Urs Müller. Befürworter und Gegner hielten sich die Waage. Die Nachtabschaltung kommentiert hätten eher die Gegner. Eine ältere Frau erinnerte an ihre Jugendzeit, als die Strassenbeleuchtung eingeführt wurde. «Jetzt soll sie wieder abgeschafft werden.» Ohne Strassenbeleuchtung sei es schon dunkel im Dorf, räumt Müller ein. Persönlich neige er zu einer Teillösung. «Ganz abschalten wäre etwas übertrieben», so Müller. Nicht betroffen vom Test waren übrigens die zur Gemeinde Aeschi gehörenden Dörfer Burgäschi und Steinhof. Dies, weil Burgäschi den Strom von der AEK bezieht und Steinhof von der Onyx.

In den Gemeinden Horriwil und Hüniken waren die Rückläufe bisher bescheiden. Laut Gemeindepräsident Jürg Schibler sind in Hüniken zwei Reaktionen eingegangen: «Eine dafür, eine dagegen.» Er wisse von «zwei, drei» negativen Reaktionen, sagt der Horriwiler Gemeindepräsident Beat Noll: «Wenn jemand bei ausgeschalteter Strassenbeleuchtung zur Arbeit muss, verstehe ich die Bedenken», zeigt Noll Verständnis.

Bevölkerung entscheidet

Ob die Nachtabschaltung in den vier Gemeinden der Elektra Äusseres Wasseramt definitiv wird, hängt von der Meinung der Bevölkerung ab. Der Entscheid fällt im Sommer.

Ist ein Wechsel auf LED-Beleuchtung geplant? «Fällt eine Lampe wegen Defekt aus, dann ersetzen wir diese mit LED», erklärt Urs Müller die Praxis in Aeschi. Weil jeweils der Kandelaber ausgewechselt werden müsse, koste das jedes Mal fast 3000 Franken. «Wir planten eine Teststrecke mit LED, doch die Anwohner wollten gleich gar keine Strassenbeleuchtung», weiss Bruno Meyer. In Etziken bestehe derzeit kein Handlungsbedarf. «Die Lampen sind relativ neu und noch nicht amortisiert».