Die Dorfpartei mit ihrem Vertreter Bernd Kupferschmid und die SVP mit Christoph Lanker treten nicht zu den Gemeinderatswahlen an. Übrig bleiben die drei Parteien CVP (bisher 2 Sitze), FDP (4) und SP (3). Wohin werden die zwei verwaisten Sitze wandern?

Grosse Hoffnungen zu erben, macht sich die SP. «Wir haben eine starke 8er Liste und wir haben vor vier Jahren den vierten Sitz knapp verloren», erklärt Parteipräsident Markus Baumann. Er will nicht nur einen sondern gleich beide Sitze mit seiner Partei holen. «Wir müssen mehr machen», so sein Vorsatz.

Er begründet diesen Anspruch mit der Arbeit der Linken in dieser Legislatur. «Wir haben etliche konkrete Vorstösse eingereicht.» Als Beispiel nennt er den Vorstoss für eine Energiestadt Derendingen sowie einen Vorstoss für familienergänzende Betreuungsplätze.

Beides seien auch Beispiele für die Ziele der SP in der kommenden Legislatur. «Wir müssen weiterhin an der Attraktivität der Gemeinde arbeiten, damit gute Steuerzahler hinzuziehen.» An diesen mangle es der Gemeinde, deshalb auch das Augenmerk der SP auf die Weiterentwicklung der Gemeinde. Grosses Thema der nächsten Jahre werde das Dorfzentrum sein. «Diese ist innerhalb der Partei nicht unumstritten.»

«FDP sorgt für Stabilität»

Wenn die zwei verwaisten Sitze an die SP gehen, geht die FDP diesbezüglich leer aus und wäre nicht mehr stärkste Partei. FDP-Parteipräsident Michael Käsermann hat aber eigene Pläne. «Einen Sitz möchten wir dazu gewinnen.» Dies liege im Bereich des Möglichen, sollten sich die Resultate der Kantonsratwahl bestätigen. So oder so habe die Partei für ihre Arbeit der vergangenen Jahre einen Sitzgewinn verdient. «Die FDP hat für Stabilität gesorgt. Die Arbeit des Gemeinderates wird im Dorf respektiert.»

Wie in den vergangenen vier Jahren setzt die FDP auf die Förderung der Lebensqualität. Dazu gehören die Pflege der Infrastruktur, die Gestaltung des Dorfzentrums, die Verbesserung der Verkehrssituation beim Kreuzplatz oder auch die Realisation des Alters- und Pflegeheims. «Für alle diese Projekte haben wir auf unserer 7er Liste Spezialisten.»

«Wir brauchen eine starke Mitte»

Die CVP hat vier Personen auf ihrer Liste. «Wir sind die kleinste der drei Parteien, aber wir sind unabhängig», erklärt Parteipräsident Urban Cueni den Vorteil seiner CVP. Er bedauert den Abgang der beiden Kleinparteien. «Sie haben dafür gesorgt, dass die Geschäfte breit diskutiert wurden.» Er fürchte nun eine Polarisation und hofft deshalb auf einen Sitzgewinn. Nicht einverstanden sei die CVP mit der Ämterkumulation bei bestimmten Personen. «Wir brauchen eine starke Mitte», ist er deshalb überzeugt.

Arbeitsschwerpunkte hat die Partei viele. Cueni erwähnt sichere Schulwege, ein Jugendkonzept oder ein Dienstleistungsangebot für die Älteren mit Wohnungen und Spitex. Die CVP will den Verkehrsfluss optimieren, aber nur so weit, wie nötig. Im Bereich der Finanzen gelte es, die Abwälzungen vom Kanton zu stoppen. Und am Herzen liege ihm das räumliche Leitbild, dies als Voraussetzung, um zusätzliche Arbeitsplätze nach Derendingen zu holen.