Ausstellung
Zwei Nonnen zeigen ihre Kunst in Mariastein

Zum Thema Ordensleben und Licht stellen zwei Ordensschwestern im Kloster Mariastein und im Hotel Kurhaus Kreuz aus.

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Eine Arbeit von Sr. Chantal Hug.

Eine Arbeit von Sr. Chantal Hug.

zvg

Das Kloster Mariastein beherbergt eine beachtliche Sammlung an Kulturschätzen, die es in Wechselausstellungen im Ausstellungsraum im Kloster zeigt. Nun lädt das Kloster Sr. Benedicta Cavegn ein, ihre Arbeiten dort zu zeigen. Thema ist das Ordensleben. Parallel dazu sind die Werke, meist Aquarelle, von Sr. Chantal Hug im Hotel Kurhaus Kreuz zum Thema Licht ausgestellt. Die Doppelausstellung ist also der Kunst zweier Ordensschwestern gewidmet.

Sr. Benedicta Cavegn OCSO ist 1948 geboren und seit 25 Jahren Trappistin und Mitglied der Klostergemeinschaft Chambarand, Frankreich. Für eine Zeit wieder in der Schweiz, nützt sie die Möglichkeit, sich gestalterisch zu betätigen. Sie versucht, ihre monastische Überzeugung in Form zu fassen und mit Lehm und Farbe auszudrücken. Mit Tonfiguren interpretiert sie Gebetshaltungen und das Leben Jesu in ausdrucksstarken Szenen. Beten ist für Sr. Benedicta der Mittelpunkt ihres Ordenslebens als Trappistin. Den Sinn des Gebets und ihre Liebe zum klösterlichen Leben hat sie malend und mit Ton und Farbe neu interpretiert. Damit will sie «das Gebetsleben der Klostergemeinschaften darstellen, das heute nicht mehr von allen Menschen verstanden wird». Gegenwärtig leistet Sr. Benedicta Dienst an betagten Brüdern in Einsiedeln.

Der Urgrossvater war Bildhauer

Sr. Chantal Hug OSB ist an Weihnachten 1937 in Sulgen TG geboren. Schon als Kind zeichnete und malte sie gerne. Zwar war ihr Urgrossvater Bildhauer, aber für eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule hatten die Eltern kein Gehör. Nach der Sekundarschule folgte der Besuch des Handelskurses im Mädcheninternat Melchtal. Die dortigen Schwestern überzeugten dann die Eltern, das Mädchen im kantonalen Lehrerseminar in Kreuzlingen anzumelden. Dort wurde die Studentin sehr gefördert im Kunstunterricht.

Es folgten Lehrtätigkeiten in Fischingen und im Institut Melchtal. Sie trat 1960 ins Benediktinerinnenkloster Melchtal ein, 1962–65 folgte die Ausbildung zur Sekundarlehrerin in Freiburg. Sie unterrichtete als Lehrschwester im Internat von 1965 bis 1998. Praktika absolvierte sie bei Br. Xaver Ruckstuhl, Engelberg (Bildhauerei), bei Ernst Graf, Ermatingen (Aquarell) und bei Ernst Wicki, Menznau (Ölmalerei). Ihre Themen sind der Rhythmus des Kirchenjahres in seinen Zyklen: Erwartung, Geburt, Leben und Leiden, Tod und Auferstehung von Jesus Christus.

«Keine heile Welt»

Daraus entwickeln sich bildnerische Auseinandersetzungen mit der eigenen Menschwerdung, mit dem Ringen um ein christusorientiertes Leben, mit dem Sterben und dem Tod, dem eigenen und dem lieber Menschen, mit dem Glauben an die Überwindung des Todes. Im Weiteren verarbeitet sie künstlerisch Erfahrungen aus menschlichen Beziehungen, die glücklichen und weniger geglückten.

Doch auch das politische Umfeld, die Spannungen sozialer Fragen in der Welt, lassen ihre Spuren in ihrer Kunst zurück. «Meine Bilder geben keine heile Welt wieder. Gewalt, zerstörerische Machtstrukturen und Disharmonien im menschlichen Zusammenleben finden ihren Niederschlag.» (szr)

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