Feldbrunnen-St. Niklaus
Zwei Gemeinderäte von Feldbrunnen-St. Niklaus treten zurück

Anita Panzers Wahl zur Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen-St. Niklaus bleibt nicht ohne Folgen. Zwei Gemeinderäte erklären ihren Rücktritt per Ende Oktober. Als Grund für ihre Demission geben sie den Generationenwechsel an.

Daniel Fasel
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Paul Meier (links) und Emanuel Weibel (rechts) treten aus dem Gemeinderat zurück.

Paul Meier (links) und Emanuel Weibel (rechts) treten aus dem Gemeinderat zurück.

Hanspeter Bärtschi

Ein Generationenwechsel geht momentan in der Gemeinde Feldbrunnen–St. Niklaus vor sich. Nach ihrer Wahl zur Kantonsrätin eroberte die Newcomerin Anita Panzer vorgestern auch gleich das Gemeindepräsidium. Überraschend erreichte sie das absolute Mehr schon im ersten Wahlgang. «Ein deutliches Zeichen», fanden Paul Meier (FDP) und Emanuel Weibel (CVP). Beide Gemeinderäte demissionieren nun per Ende Oktober – noch bevor die Legislaturperdiode 2013–2017 überhaupt angefangen hat.

Wie kommt es dazu, dass zwei Gemeinderäte schon vor Beginn ihrer Amtszeit, für welche sie vom Volk gewählt wurden, den Bettel hinwerfen? «Einige Wähler werden verärgert sein, andere werden diese Entscheidung verstehen», meint Gemeindepräsident Rolf Studer dazu. Beide Rücktritte seien für ihn zumindest einigermassen absehbar gewesen.

In den Schatten gestellt

Paul Meier war lange Zeit der Kronfavorit der FDP für das Gemeindepräsidium, nachdem Rolf Studer seinen Rücktritt auf den 31. Oktober bekannt gegeben hat. Mit Unterstützung der Partei wurde er zum Kandidaten gekürt. Doch dann kam der rasante Aufstieg von Anita Panzer. Sie brachte Meier in Bedrängnis: Auch wenn er bei den Gemeinderatswahlen im April am drittbesten abschloss – Panzers Glanzresultat stellte ihn schlichtweg in den Schatten. «Eine parteiinterne Kampfwahl wäre nicht schön gewesen», kommentiert Meier seinen Entscheid, warum er auf eine Kandidatur für das Gemeindepräsidium verzichtete. Die Wahlen von letztem Sonntag hätten seine Ahnung bestätigt, dass sich die Bevölkerung in Feldbrunnen–St. Niklaus einen Generationenwechsel wünscht, schreibt er. «Mein Rücktritt ist nicht als Trotzreaktion zu verstehen. Ich bin nur konsequent.» Nach zwölf Jahren im Gemeinderat und vor seiner baldigen Pensionierung wolle er einen neuen Lebensabschnitt beginnen, schreibt Meier in seiner Demissionserklärung.

«Jugend und Frische»

«Das Gemeindepräsidium wäre für mich eine weitere Challenge gewesen», findet Emanuel Weibel. 14 Jahre lang vertrat er die CVP im Gemeinderat, zwölf Jahre war er Vizepräsident der Gemeinde. Die Wahlen von letztem Sonntag seien für ihn sehr ernüchternd gewesen, sagt er. «Das Volk hat sich klar für Jugend und Frische entschieden.» Wie Meier betont auch Weibel, sein Rücktritt sei keine Trotzreaktion. Er sei kein Sesselkleber und reagiere nur auf das Wahlergebnis. Er finde aber, letzten Sonntag sei zu sehr nach Partei gewählt worden.

Viele Parallelen

Die Rücktritte der beiden Gemeinderäte haben ein ähnliches Muster: Beide sind schon lange in der Politik, beide hätten gerne das Amt des Gemeindepräsidenten angetreten, beide scheiterten am Aufstieg von Panzer, beide geben den Generationenwechsel als Grund für ihre Demission an. Beide wurden eigentlich für vier weitere Jahre gewählt und beide geben sich in ihrer Abtrittserklärung zufrieden ob ihrer Leistungen für die Gemeinde.

Nachfolge klar

Eine letzte Gemeinsamkeit zwischen den beiden Rücktritten gibt es übrigens noch: Ihre Nachfolge im Gemeinderat ist klar – wenn auch nicht offiziell. In den Wahlen im April verlor die CVP einen Sitz an die FDP. René Deck blieb hinter Weibel auf dem zweiten Rang und wurde somit nicht wiedergewählt. Er habe sich aber mit Weibel abgesprochen und übernehme gerne seinen Platz, so Deck. Gemeindeschreiber Hans Rudolf Graf (FDP) wird Ende Oktober pensioniert. Auch er verpasste den Einzug in den Gemeinderat nur knapp. Nun bietet sich ihm die Gelegenheit, weiterhin für die Gemeinde tätig zu sein: «Ich werde nachrücken.»