Schaffner
Zuversicht trotz Gewinneinbruch bei Schaffner in Luterbach

Das sind keine erfreulichen Zahlen, die der Luterbacher Elektronikkomponentenhersteller Schaffner gestern bekannt gab. Das Luterbacher Unternehmen verzeichnet aber einen starken Auftragseingang im ersten Halbjahr.

Franz Schaible
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Die Schaffner AG in Luterbach will Verkäufe im zweiten Geschäftshalbjahr deutlich steigern.

Die Schaffner AG in Luterbach will Verkäufe im zweiten Geschäftshalbjahr deutlich steigern.

Hansjörg Sahli

Der Umsatz bei Schaffner sank im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 (per Ende September) um 18 Prozent auf 81 Millionen Franken. Ohne erstmaligen Einbezug der im Herbst übernommenen Schaffner MTC in den USA betrug der Rückgang gar 26 Prozent.

Der Betriebsgewinn reduzierte sich gegenüber dem Vorjahressemester um 85 Prozent auf 1,4 Millionen Franken und der Reingewinn war nach 7,2 Millionen im Vorjahr mit 0,3 Millionen Franken nur noch knapp positiv. Die vorübergehend tiefere Nachfrage nach Filtern und Bauteilen zur effizienten und zuverlässigen Sicherstellung leistungselektronischer Systeme habe zur Unterauslastung mehrerer Werke geführt. Schaffner-CEO Alexander Hagemann bezeichnete die Zahlen als «enttäuschend».

Überraschend kamen die schlechten Zahlen nicht. Denn bereits an der Generalversammlung im Januar und in einer Medienmitteilung im März wurde ein Umsatz- und Gewinnrückgang angekündigt. So hielt sich der Kursrückgang der Schaffner-Aktie mit 1,2 Prozent in Grenzen.

«Talsohle durchschritten»

Trotz schlechter Zahlen gibt sich das Unternehmen zuversichtlich. «Im Verlaufe des ersten Geschäftsquartals wurde die Talsohle durchschritten und die Gruppe verzeichnet seit dem zweiten Quartal eine Zunahme der Auftragseingänge», heisst es in der Medienmitteilung.

Einerseits baue der Elektronik-Handel seine Lagerbestände wieder auf, andererseits nehme die Nachfrage nach Produkten für die Anwendung in der Photovoltaik und in der Bahntechnik wieder zu. Insgesamt liege das Verhältnis neuer Aufträge zum Umsatz über 1.

Aufgrund des Bestellungseingangs dürfte der Umsatz im zweiten Halbjahr 2011/12 deutlich zulegen. Hagemann schätzt den konsolidierten Umsatz für das ganze Geschäftsjahr auf 170 bis 180 (Vorjahr: 183,7) Millionen Franken und die Bandbreite der Betriebsgewinnmarge auf 4 bis 6 Prozent.

«Die im Vorjahr erwirtschaftete Marge von 7 Prozent werden wir nicht erreichen. Den im ersten Halbjahr eingefangenen Rückgang können wir nicht ganz aufholen.» Eine Prognose für den Reingewinn machte er keine. Dieses Ergebnis hänge ab von nicht operativen Faktoren wie Wechselkurs oder dem Finanzresultat.

Europa erstmals unter 50 Prozent

In der geografischen Aufteilung der Umsätze kam es im ersten Halbjahr zu markanten Verschiebungen. Europa bleibt zwar mit 49 (Vorjahr: 60) Prozent der grösste Markt für die Schaffner-Gruppe, trägt aber erstmals weniger als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.

Die Region Asien/Pazifik steuerte 34 (32) Prozent und Nordamerika 17 (8) Prozent bei. Dazu habe zwar die Erstkonsolidierung der übernommenen US-Firma MTC beigetragen, aber «die Wachstumsaussichten in den USA sind höher als in Europa», erläutert Hagemann. Schaffner beschäftigt insgesamt 2700 Angestellte, davon 100 am Hauptsitz in Luterbach.

Hans Hess tritt zurück

Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit sei sichergestellt. So habe man mit den vier Hausbanken neue Kreditvereinbarungen über insgesamt 50 Millionen Franken mit einer Laufzeit von drei Jahren und zu praktisch unveränderten Konditionen abgeschlossen.

Im weiteren gab Schaffner bekannt, dass Hans Hess, Vizepräsident des Verwaltungsrates, nach Ablauf seiner Amtszeit auf die nächste Generalversammlung hin aus beruflichen Gründen zurücktreten wird. Er ist seit 2006 Mitglied des Aufsichtsgremiums.