Messen
Zum ersten Mal gibts echte Wahlen in Messen

Weil die Wahlkreise aufgehoben werden, können die Gemeinderäte nach der Fusion erstmals gewählt werden. Trotz Wahlkampf: Echte Spannung kommt vor dem 14. April nicht auf.

Christof Ramser
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Messen: Das Schulhaus Bühl wird ausgebaut.

Messen: Das Schulhaus Bühl wird ausgebaut.

Hanspeter Bärtschi

Schon vor den Gemeinderatswahlen vom 14. April zeichnet sich ab: Die SP wird einen ihrer beiden Sitze verlieren. Grund: Die Sozialdemokraten portieren nur noch einen Kandidaten für das siebenköpfige Gremium. Die Freisinnigen dagegen präsentieren eine volle Liste. Mit sieben Kandidaten könnte die FDP den Rat komplett besetzen. Im Sinne von Parteipräsident Ruedi Meister ist dies nicht. Er findet es schade, dass die SP nur eine Person stellt. «Für uns war es aber wichtig, dass es keine stillen Wahlen gibt.»

Er räumt ein, dass die Parteipolitik nur bei Wahlen eine Rolle spielt. «Während der Legislatur steht die Sache im Vordergrund, da ist es egal, ob man freisinnig oder Sozialdemokrat ist.» Entsprechend kandidieren auf der FDP-Liste mit Adrian Grossenbacher, Nadja Minnig und Jürg Witschi drei Parteiunabhängige, die sich aber zum bürgerlichen, liberalen Gedankengut bekennen würden.

Gewerbe und Bauern bei der FDP ...

Von Glück spricht Ruedi Meister, dass mit den Kandidaten (je zwei aus Messen, Brunnenthal und Oberramsern sowie einer aus Balm) alle Ortsteile abgedeckt werden. Denn anders als bei der neu fusionierten Gemeinde bilden die einzelnen Ortsteile keine Wahlkreise mehr; die ganze Gemeinde gilt als ein Wahlkreis. Mit Gemeindepräsidentin und Kantonsrätin Marianne Meister sowie Vizegemeindepräsident Bernhard Jöhr treten die Spitzenvertreter der Gemeinde wieder zur Wahl an.

Ein Dauerthema in der nächsten Legislatur würden die Gemeindefinanzen sein, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Turnhallenbau und dem Schulhausanbau. «Für uns ist zudem wichtig, dass die Rahmenbedingungen für Gewerbe und Landwirtschaft stimmen – so weit dies auf kommunaler Ebene überhaupt beeinflusst werden kann.» Nach wie vor sei die Versorgungs- und Freizeitstruktur in Messen mit Einkaufsläden, Arzt, Tierarzt oder Schwimmbad gut ausgebaut. «Das fördert die Attraktivität, dazu müssen wir Sorge tragen.» Zudem müssten Vereine und Schule gute Bedingungen vorfinden.

... Alter und Jugend bei der SP

Als Einzelkämpfer steigt der Sozialdemokrat Rolf Siegenthaler ins Rennen. «Das war so nicht geplant. Die komplette FDP-Liste hat uns überrascht», sagt er. «Hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir vielleicht noch jemanden von einer Kandidatur überzeugen können.» Es schlecke aber keine Geiss weg, dass die SP in der Gegend das Problem der Überalterung habe und Junge nur schwerlich zu motivieren seien. Dies, obwohl das Wählerpotenzial vorhanden ist: Lange Zeit stellten SP und Unabhängige zwei Ratsmitglieder.

Thematisch will sich Siegenthaler für das Alter und die Jugend einsetzen. Er nennt den Ausbau des Altersheims in Lüterswil und den Jugendraum in Messen, für die er sich starkmachen wolle. «Der Jugendraum wird rege genutzt und soll erhalten bleiben. Das ist wichtig für unsere Region.» Zudem wolle er sich als Präsident der Asylkooperation Limpachtal ein Augenmerk auf das Asylwesen richten.

Weitere Parteien treten in Messen nicht zur Wahl an, auch wenn die Wählerschaft durchaus vorhanden wäre. So lehnt man sich wohl nicht allzu fest zum Fenster hinaus, wenn man die Sitzverteilung nach dem
14. April auf 6 FDP und 1 SP prognostiziert.