Eingepfercht in den eigentlich zu engen Chorraum der Kirche, Stühle an jedem freien Plätzchen und Publikum bis dicht vor die Notenständer: Das sind sie gewohnt, die Mitglieder der Musikgesellschaft Messen. Es war diesmal nicht anders, zumal Dirigent Peter Hausammann sein Abschiedskonzert gab.

Ein Programm lag nicht auf; die Spannung war deshalb noch grösser als sonst. Die Stücke konnte der Dirigent für einmal ganz alleine zusammenstellen. Und ihm war klar, es musste ein Rückblick auf die vergangenen elf Jahre sein.

In jedes Konzert gehört nach der Meinung von Peter Hausammann ein Marsch. Damit war der Beginn festgelegt: Seine Wahl fiel mit «Arsenal» auf einen jüngeren Konzertmarsch des Belgiers Jan van der Roost. Auch entschied sich Hausammann für Steven Reinekes «Pilatus, Mountain of Dragons», mit dem er am Eidgenössischen Musikfest 2006 einen Höhepunkt seiner Karriere erreichte. Es fauchten und zischten die Drachen, säuselten fein die Bergwinde, ängstigten sich schlotternde Sagengestalten, und Kampfgetümmel erfüllte die Kirche.

Beim Eidgenössischen Musikfest 2011 reiste die MG Messen wieder mit einer Komposition von Reineke in die Ostschweiz. Wieder ein Werk, dem eine Sage zugrunde liegt. Und wieder errangen die Messener einen Spitzenplatz. Dieser Reineke scheint ihnen zu liegen. Das bewiesen sie auch diesmal mit «The Witch and the Saint». Ins Programm fügte Hausammann zudem den irischen Traditional «Down by the Sally Gardens».

Zuvor zeigte er jedoch eine weitere Facette der MG: Mit der gefälligen Blasmusikversion der Ouvertüre zu Mozarts «Hochzeit des Figaro» gelang der Griff in die Opernwelt. Aus dem Thema Musicals fand «The Music of the Night» aus «Phantom of the Opera» von Andrew Lloyd Webber Eingang. Das erlaubte dem Trompeter Sascha Kunz einen grandiosen Soloauftritt. Bühnenmusik ganz anderer Art kam mit einem Medley aus Abba-Hits.

Ein weiterer musikalischer Abstecher nach Irland markierte nach acht Titeln einen fiktiven Schluss. Mit der ersten Zugabe machte sich Hausammann selber ein kleines Geschenk. Das Blasmusikarrangement der Ouvertüre zu «Wilhelm Tell» kam aber auch beim Publikum hervorragend an. Als Dank an seine Frau liess er mit deren Lieblingsstück «Dances with Wolves» von John Barry das Konzert ausklingen.