Messen
Zum Abschied eine Rückblende auf elf Jahre als Dirigent

Peter Hausammann legt nach elf Jahren den Dirigentenstab bei der Musikgesellschaft Messen nieder und verabschiedet sich mit zwei Konzerten – das letzte ist heute Samstag.

Hans Blaser
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Zweitletzter Auftritt als Dirigent: Peter Hausammann am 2. Januar in Messen.

Zweitletzter Auftritt als Dirigent: Peter Hausammann am 2. Januar in Messen.

Heinz Blaser

Eingepfercht in den eigentlich zu engen Chorraum der Kirche, Stühle an jedem freien Plätzchen und Publikum bis dicht vor die Notenständer: Das sind sie gewohnt, die Mitglieder der Musikgesellschaft Messen. Es war diesmal nicht anders, zumal Dirigent Peter Hausammann sein Abschiedskonzert gab.

Ein Programm lag nicht auf; die Spannung war deshalb noch grösser als sonst. Die Stücke konnte der Dirigent für einmal ganz alleine zusammenstellen. Und ihm war klar, es musste ein Rückblick auf die vergangenen elf Jahre sein.

Zur Person

Peter Hausammann legt nach elf Jahren den Dirigentenstab bei jenem Verein nieder, der von seinem Vater 1951 mitgegründet wurde. Peter Hausammann hat die Direktion nie angestrebt. Als Vizedirigent leitete er den Verein, als dieser ohne Dirigent dastand. Die Aufgabe bewältigte er so gut, dass er kurzerhand zum Dirigenten gewählt wurde.

In jedes Konzert gehört nach der Meinung von Peter Hausammann ein Marsch. Damit war der Beginn festgelegt: Seine Wahl fiel mit «Arsenal» auf einen jüngeren Konzertmarsch des Belgiers Jan van der Roost. Auch entschied sich Hausammann für Steven Reinekes «Pilatus, Mountain of Dragons», mit dem er am Eidgenössischen Musikfest 2006 einen Höhepunkt seiner Karriere erreichte. Es fauchten und zischten die Drachen, säuselten fein die Bergwinde, ängstigten sich schlotternde Sagengestalten, und Kampfgetümmel erfüllte die Kirche.

Beim Eidgenössischen Musikfest 2011 reiste die MG Messen wieder mit einer Komposition von Reineke in die Ostschweiz. Wieder ein Werk, dem eine Sage zugrunde liegt. Und wieder errangen die Messener einen Spitzenplatz. Dieser Reineke scheint ihnen zu liegen. Das bewiesen sie auch diesmal mit «The Witch and the Saint». Ins Programm fügte Hausammann zudem den irischen Traditional «Down by the Sally Gardens».

Zuvor zeigte er jedoch eine weitere Facette der MG: Mit der gefälligen Blasmusikversion der Ouvertüre zu Mozarts «Hochzeit des Figaro» gelang der Griff in die Opernwelt. Aus dem Thema Musicals fand «The Music of the Night» aus «Phantom of the Opera» von Andrew Lloyd Webber Eingang. Das erlaubte dem Trompeter Sascha Kunz einen grandiosen Soloauftritt. Bühnenmusik ganz anderer Art kam mit einem Medley aus Abba-Hits.

Ein weiterer musikalischer Abstecher nach Irland markierte nach acht Titeln einen fiktiven Schluss. Mit der ersten Zugabe machte sich Hausammann selber ein kleines Geschenk. Das Blasmusikarrangement der Ouvertüre zu «Wilhelm Tell» kam aber auch beim Publikum hervorragend an. Als Dank an seine Frau liess er mit deren Lieblingsstück «Dances with Wolves» von John Barry das Konzert ausklingen.

Haben Sie es je bereut, das musikalische Zepter der MG Messen in die Hände genommen zu haben?

Peter Hausammann: Nein, niemals. Ich habe Bläser ausgebildet, seit ich 21 Jahre alt war. Ich war es gewohnt, vor Musikanten zu stehen. Auch war ich zum Zeitpunkt meiner Wahl bereits mehrere Jahre Dirigent der Buremusig Messen.

Man scheidet wohl mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus solch einem Amt. Was sorgt besonders für Freude?

Am meisten freue ich mich, für die Familie mehr Zeit zu haben. Erleichtert bin ich, weil ich die Verantwortung abgeben darf.

Was stimmt Sie eher traurig?

Eigentlich gar nichts, mindestens jetzt noch nicht.

Unter Ihrer Leitung hat die verhältnismässig junge MG die Reihe von Erfolgen an Grossanlässen fortgeführt, sogar getoppt. Auf welchen Erfolg sind Sie besonders stolz?

Stolz kenne ich nicht. Aber ich war sehr glücklich über den Erfolg beim Eidgenössischen Musikfest 2006 in Luzern in der zweiten Klasse. Besonders, weil uns niemand, wirklich niemand dieses Ergebnis zugetraut hatte. Natürlich freute mich auch sehr, dass wir beim nächsten Eidgenössischen 2011 in St. Gallen an den Erfolg anknüpfen konnten und ihn damit bestätigten.

Die Musikkommission hat Ihnen völlig freie Hand gelassen, Sie konnten das Programm des Abschiedskonzertes selber zusammenstellen. Welcher Titel ist das wirkliche Lieblingsstück?

Kein Besonderer. Ich habe gerne Programmmusik, Werke, die einen Hintergrund haben, die Geschichten erzählen. Mir ist Musik wichtig, die harmonische Klänge vermittelt.

Welcher Musiksparte können Sie selber am meisten abgewinnen?

Ich liebe eigentlich alle Musik, für Jazz fehlt mir einfach die Zeit. Gerne habe ich leichte Klassik. Besonders schätze ich aber die Musik meines Lieblingskomponisten Gioacchino Rossini.

Sie spielen selber noch aktiv in der Buremusig Messen mit. Werden Sie künftig auch der MG als Musikant zur Verfügung stehen?

Ja, ich werde wieder ein ganz gewöhnlicher Euphonist.