100 Jahre lang wurde die heutige Firma Werren+Lehmann von der Familie Lehmann geführt. Ganze 38 Jahre lang stand Walter Lehmann in der Werkstatt, danach war es Ruedi Lehmann. Dieser übergab den Betrieb im Jahr 2003 an Jürg und Bettina Werren.

Im Jahr 2006 hat sich Ruedi Lehmann komplett aus dem Betrieb zurückgezogen und engagiert sich heute im Solarbereich. «Er war aber immer für uns da», so Jürg Werren. «Noch heute stehen manchmal Leute vor der Türe, die zu uns kommen, weil ihnen ‹der Lehmann› aus Derendingen empfohlen wurde», lacht Bettina Werren.

Lehrlinge und Angestellte

Seit der Übernahme im Jahr 2003 hat sich einiges verändert an der Luzernstrasse 16. Bis dahin wurde die ehemalige Schmiede als Ein-Mann-Firma geführt. Der heutige Metallbaubetrieb ist immer noch ein Familienbetrieb, obwohl in der Zwischenzeit sechs Personen, zwei in Teilzeit, mitarbeiten.

Grossen Wert legen Jürg und Bettina Werren auf die Ausbildung von Lehrlingen. «Es gibt zu wenig Metallbauer», meint der Metallbaumeister. «Deshalb haben wir 2005 damit angefangen selbst Lehrlinge auszubilden.» Der erste Lehrling, der die vierjährige Ausbildung im Betrieb fertig gemacht hat, ist gleich geblieben und hat sich in der Zwischenzeit zum Werkstattleiter weitergebildet.

Geschick, nicht Kraft gefragt

Männer dominieren bei den Metallbauern. Aber immer mehr Frauen ergreifen diesen Beruf. «Bei uns kommt es nicht nur auf Muskelkraft an. Es ist vor allem auch handwerkliches Geschick gefragt. Wir stellen zudem fest, dass Frauen den Teamgeist positiv beeinflussen», erklärt Jürg Werren. In der Werkstatt in Derendingen werden Stahl, Aluminium und Chromnickelstahl verarbeitet. Selten auch Messing.

Fenster, Türen, Treppen, Tische, Wintergärten, Autounterstände und Vordächer entstehen. Dazu kommen auch Brandschutztüren und -fenster. «Rahmenlose Spezialanfertigungen mit Glas sind zurzeit ganz hoch im Kurs», erklärt Jürg Werren. Es wird Wert darauf gelegt, dass möglichst viel in Derendingen gefertigt wird. «Swissmade», sagen Werrens dazu.

Das ist die Familie Werren: Jürg, die Tochter Céline, Bettina

Das ist die Familie Werren: Jürg, die Tochter Céline, Bettina

«Wir versuchen, unseren Kunden einen Gesamtservice zu bieten.» Das heisst, dass unsere Firma auf Wunsch die Koordination aller Handwerker innerhalb eines Projektes übernimmt. «Wir haben ein gutes Netz von diversen lokalen Firmen, mit denen wir oft zusammenarbeiten», so Jürg Werren.

Jubiläumsfest muss sein

«Für uns war klar, dass wir das Jubiläum heuer feiern», meint Bettina Werren. «Es freut uns besonders, dass unsere Vor-Vorgänger Marie und Walter Lehmann gestern Abend mit uns feierten. Ebenso waren unsere Vorgänger Andrea und Ruedi Lehmann mit dabei.» Eingeladen waren Familie, Freunde, die Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten und die Derendinger Behörden.

Am Samstag findet der Tag der offenen Türe für die Bevölkerung statt. Danach geht es wieder zum Arbeitsalltag über. Will die Firma denn in den nächsten zehn Jahren weiterwachsen? «Der Platz in der Werkstatt ist begrenzt», erklären Bettina und Jürg Werren übereinstimmend.

«So wie wir jetzt aufgestellt sind, können wir die Aufträge bewältigen.» Und wer weiss – gut möglich, dass die Firmengeschichte in Derendingen weitergeht. Vom Metallbau begeistert ist auch Tochter Céline, sie beginnt demnächst die Ausbildung zur Metallbaukonstrukteurin.

Tag der offenen Tür Samstag, 2. November, 10 bis 16 Uhr, Luzernstrasse 16, Derendingen. Die Werkstatttüren stehen offen, ebenso wird für das leibliche Wohl gesorgt.