«Vor rund drei Jahren haben wir begonnen, uns aktiv mit dem Thema Solarstrom auseinanderzusetzen», sagte Verwaltungsratspräsident Michael Käsermann und betonte: «Als Tochterfirma der Gemeinde will die EWD als gutes Vorbild voranschreiten und die Leute dazu bringen, sich mit dem Thema Solarstrom auseinanderzusetzen.» Die Vision der Solaranlage auf dem Magazin sei vom Gemeinderat von Anfang an unterstützt worden.

Den Derendingerinnen und Derendinger gehört nun eine der grössten Anlagen im Kanton – denn die EWD ist Eigentum der Bevölkerung, betonte EWD-Geschäftsleiter Martin Reinhard. Mit 1289 Quadratmetern ist sie auch die grösste Anlage im Dorf. Aufgrund ihrer Grösse produziere sie jeden Tag Strom, auch wenn die Sonne sich nicht zeige und es – wie beim Jubiläumsfest am Samstag – regnet. Rund 150 000 Kilowattstunden fliessen damit direkt in das Stromnetz der EWD und liefern Solarstrom für 35 Wohnungen pro Jahr.

Versorgung gewährleisten

Der Gemeindepräsident Kuno Tschumi eröffnete den EWD-Festakt mit einem historischen Rückblick über Wasser und Strom. So wurde 1873 die erste Niederdruckleitung vom Eichholz ins Dorf gebaut, und 1899 erhielt das Dorf die ersten 42 Strassenlampen.

Vor elf Jahren wurde die EWD als Tochtergesellschaft der Einwohnergemeinde Derendingen gegründet. «Insbesondere, weil es immer schwieriger wurde, Stromgeschäfte über den Gemeinderat abzuwickeln», erklärte der Gemeindepräsident. Käsermann ergänzte, dass der grosse Vorteil des gemeindeeigenen Versorgungsunternehmens darin liege, dass man genau die Versorgung gewährleisten könne, die man brauche. In Derendingen sind das pro Person durchschnittlich 173 Liter Wasser im Tag und 4327 Kilowattstunden Strom im Jahr.

Zahlreiche geladene Gäste und viele Einwohnerinnen und Einwohner fanden den Weg aufs Festgelände. Passend zum 11-Jahr-Jubiläum gab es Öufi Bier direkt aus einem ehemaligen Derendinger Tanklöschfahrzeug sowie andere Getränke, Wurst, Kartoffelsalat und Cremeschnitten. Für Unterhaltung sorgte der Jodlerklub Zytröseli.

Glasfasernetz bald fertig

Die EWD und die Gemeinde streben weitere Photovoltaikanlagen an. Die Zentrumsbauten, die in den nächsten Jahren ersetzt werden, sollen nach Möglichkeit alle damit aufgewertet werden. Aber nicht nur im Bereich des Ökostroms will die EWD auf fortschrittlichem Kurs bleiben. Im Herbst wird Derendingen eine der ersten Gemeinden der Schweiz sein, die über ein vollständiges Glasfasernetz verfügt. Im Oberdorf sei das Netz der Zukunft bereits in Betrieb, nun arbeite man sich zum Elsässli vor.