Seit einigen Monaten hat die 650-Einwohner-Gemeinde Zullwil keine eigene Verwaltung mehr im Dorf. Nachdem die Gemeindeschreiberin gekündigt hatte, entschied der Gemeinderat, sich vom Nachbardorf Nunningen aus verwalten zu lassen. Dies, obwohl sich die Zullwiler Bevölkerung an einer Urnenabstimmung einst deutlich gegen eine Auslagerung – damals nach Breitenbach – ausgesprochen hatte.

Im Thiersteiner Dorf sorgt der Entscheid für heftige Kritik. In einer Aufsichtsbeschwerde an den Kanton verlangt das Komitee Pro Zullwil, dass die Bevölkerung über die Auslagerung abstimmen kann. Nun hat die Schliessung der Verwaltung auch erste Auswirkungen auf den Gemeindealltag.

Die Gemeinde Büren, die seit vier Jahren die Finanzverwaltung von Zullwil führt, hat den Vertrag per Ende Juli gekündigt. «In unserem Vertrag mit Zullwil ist festgehalten, dass eine Ansprechperson vor Ort vorhanden sein muss. Seit die Gemeindeschreiberin gekündigt hat und die Verwaltung in Nunningen ist, ist das nicht mehr der Fall», erklärt die Bürner Gemeindepräsidentin Stéphanie Erni. «So ist eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich.»

Der Gemeinderat von Zullwil will Büren davon überzeugen, die Finanzverwaltung noch bis Ende Jahr zu führen. «Danach müssen wir eine neue Lösung finden» – allenfalls mit einem Treuhandbüro, sagt Gemeindepräsident Roger P. Hänggi. Den Entscheid, die Verwaltung nach Nunningen auszulagern, bereut Hänggi nicht. Er betont: «Es war gar nicht anders möglich.» Die Zusammenarbeit sei sehr gut angelaufen. (HOF)